Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wasserknappheit wird zum globalen Problem

16.08.2006
"Rich countries, poor water": Industrienationen zunehmend betroffen

Ein vom WWF vorgestellter Bericht warnt davor, dass in Zukunft auch die Industrienationen mit dramatischem Wassermangel zu rechnen haben. Die fatale Kombination aus Klimaveränderung und falschem Ressourcenmanagement sorgt nämlich dafür, dass auch die reicheren Nationen immer mehr unter Druck geraten. Zu den gefährdeten Städten zählen etwa Houston und Sydney, aber auch London. Auch Österreich gehört nach Angaben von WWF-Österreich nicht mehr zur "Insel der Seligen".

Den berühmten englischen Rasen konnte man in diesem Sommer in Londons Parkanlagen nicht finden: Ausbleibende Niederschläge haben die großen Wiesenflächen zu Steppen verkommen lassen. Zudem haben Experten daraufhin gewiesen, dass im maroden Londoner Leitungssystem täglich Wassermengen, die 300 olympische Schwimmbäder füllen könnten, versickern. Doch Großbritannien ist nur eines der angeführten Beispiele der Studie "Rich Countries, Poor Water". In Europa haben die Niederschläge in den vergangenen Jahren deutlich abgenommen, zudem sind die Gletscher, die ebenfalls als Wasserressourcen gelten immer weiter geschmolzen. Gefährdet sind auch die großen Städte Australiens, dem von Natur aus trockensten aller Kontinente. Auch in den USA und Kanada wird in vielen Regionen schon jetzt viel mehr Wasser verbraucht als eigentlich vorhanden ist.

"Ein wesentlicher Aspekt der Klimaveränderung bezieht sich auf die Tatsache, dass die Niederschläge in Zukunft unregelmäßiger, dafür aber wesentlich heftiger ausfallen werden", so Gerhard Egger, Wasser-Experte vom WWF-Österreich, im pressetext-Interview. Da nach Untersuchungen nur 18 Prozent der Fließgewässer in gutem Zustand seien - das bezieht sich auf die Hydromorphologie der Gewässer - fließe das Wasser in einem rasenden Tempo durch Österreich. "Wir müssen daher die Verweildauer des Wassers vergrößern. Das gelingt aber nur wenn Fließgewässer renaturiert und auch Feuchtgebiete wieder hergestellt werden", erklärt der Experte. "Wenn Flüsse zu Kanälen ausgebaut, und damit zu einer Rennstrecke werden, bringt das keine Vorteile, denn es ist hinlänglich bekannt, dass Dürre und Hochwasser die beiden Seiten einer Medaille sind." Es sei eine Tatsache, dass aufgrund der Topografie Österreich die Verschiebung der Schneeverhältnisse zu einer steigenden Schneeschmelze führen werde. "Mit dieser werden wir zu kämpfen haben. Dadurch erhöhen sich die Abflussspitzen und die Hochwassergefahr wird verstärkt." Das Alpenland muss deshalb durch die Schaffung von neuen Flussschwemmgebieten diese Gefahr bannen, wodurch sich auch der für die Trinkwasserversorgung wichtige Grundwasserspiegel erhöht. Allein zwischen 2000 und 2005 hat der WWF gemeinsam mit den Bundesforsten 21 Moore revitalisiert. "Die Bundesforste betreiben diese Politik weiter", erklärt Egger, der allerdings auch einräumt, dass viele der Vorhaben in Österreich als Modellprojekte ihr Ende finden und über diesen Zustand kaum hinauskommen.

Kritisch stehen die WWF-Experten auch den gewaltigen Staudamm-Projekten gegenüber: "Österreichs Verantwortung liegt auch in der Beteiligung an Staudammprojekten wie dem Ilisu-Staudamm in der Türkei durch die Andritz AG, wodurch es zur Gefährdung der Trinkwasserreserven im Nahen Osten kommen könnte", so WWF-Wasserexperte Arno Geiger. Im globalen Wasserreport fordert die Umweltschutzorganisation nämlich international greifende Maßnahmen zum Schutz des Wassers.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.panda.org
http://www.wwf.at

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Wie Brände die Tundra langfristig verändern
12.12.2017 | Gesellschaft für Ökologie e.V.

nachricht Mit Drohnen Wildschweinschäden schätzen
12.12.2017 | Gesellschaft für Ökologie e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Long-lived storage of a photonic qubit for worldwide teleportation

MPQ scientists achieve long storage times for photonic quantum bits which break the lower bound for direct teleportation in a global quantum network.

Concerning the development of quantum memories for the realization of global quantum networks, scientists of the Quantum Dynamics Division led by Professor...

Im Focus: Electromagnetic water cloak eliminates drag and wake

Detailed calculations show water cloaks are feasible with today's technology

Researchers have developed a water cloaking concept based on electromagnetic forces that could eliminate an object's wake, greatly reducing its drag while...

Im Focus: Neue Einblicke in die Materie: Hochdruckforschung in Kombination mit NMR-Spektroskopie

Forschern der Universität Bayreuth und des Karlsruhe Institute of Technology (KIT) ist es erstmals gelungen, die magnetische Kernresonanzspektroskopie (NMR) in Experimenten anzuwenden, bei denen Materialproben unter sehr hohen Drücken – ähnlich denen im unteren Erdmantel – analysiert werden. Das in der Zeitschrift Science Advances vorgestellte Verfahren verspricht neue Erkenntnisse über Elementarteilchen, die sich unter hohen Drücken oft anders verhalten als unter Normalbedingungen. Es wird voraussichtlich technologische Innovationen fördern, aber auch neue Einblicke in das Erdinnere und die Erdgeschichte, insbesondere die Bedingungen für die Entstehung von Leben, ermöglichen.

Diamanten setzen Materie unter Hochdruck

Im Focus: Scientists channel graphene to understand filtration and ion transport into cells

Tiny pores at a cell's entryway act as miniature bouncers, letting in some electrically charged atoms--ions--but blocking others. Operating as exquisitely sensitive filters, these "ion channels" play a critical role in biological functions such as muscle contraction and the firing of brain cells.

To rapidly transport the right ions through the cell membrane, the tiny channels rely on a complex interplay between the ions and surrounding molecules,...

Im Focus: Stabile Quantenbits

Physiker aus Konstanz, Princeton und Maryland schaffen ein stabiles Quantengatter als Grundelement für den Quantencomputer

Meilenstein auf dem Weg zum Quantencomputer: Wissenschaftler der Universität Konstanz, der Princeton University sowie der University of Maryland entwickeln ein...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017 | Veranstaltungen

Hohe Heilungschancen bei Lymphomen im Kindesalter

07.12.2017 | Veranstaltungen

Der Roboter im Pflegeheim – bald Wirklichkeit?

05.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Mit Quantenmechanik zu neuen Solarzellen: Forschungspreis für Bayreuther Physikerin

12.12.2017 | Förderungen Preise

Stottern: Stoppsignale im Gehirn verhindern flüssiges Sprechen

12.12.2017 | Biowissenschaften Chemie

E-Mobilität: Neues Hybridspeicherkonzept soll Reichweite und Leistung erhöhen

12.12.2017 | Energie und Elektrotechnik