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Die Suche nach wirksamen natürlichen Feinden für die Herkulesstaude

16.08.2006
Die Wissenschaftler haben neue Möglichkeiten zur Verhinderung einer weiteren Ausbreitung sowie gegen neue Invasionen der Herkulesstaude (Heracleum mantegazzianum), die als eine starke Bedrohung für die europäische Artenvielfalt gilt, umfassend untersucht.

Die Herkulesstaude wurde im 19. Jahrhundert in Europa eingeführt und hat sich seitdem, zunächst schrittweise, aber inzwischen invasiv, ausgebreitet. Besonders während der letzten 30 - 60 Jahre wurde eine exponentielle Zunahme ihrer Ausbreitung beobachtet, die sich in den nächsten Jahrzehnten wahrscheinlich fortsetzen wird.

Durch ihre unterdrückende Natur, die am Ende zur Verdrängung oder Auslöschung einheimischer Pflanzenarten führen kann, ist diese Pflanze eine potenzielle Gefahr für die biologische Vielfalt in den kolonisierten Gebieten. Zudem können extrem dichte Bestände der Herkulesstaude ein hohes Erosionsrisiko an Hängen und Flussufern darstellen, da keine Gräser oder anderen Pflanzenarten mehr die Stabilität des Ufers garantierten können.

Um diese Probleme zu lösen, diente das GIANT_ALIEN-Projekt der Entwicklung einer effektiven Kontrollstrategie für die Anwendung in Europa, um die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Ausbreitung dieser Pflanzenart einzuschränken. Im Einklang mit europäischen Strategien zur Verringerung des Einsatzes von Herbiziden untersuchten die Forscher auch klassische, biologische Kontrollmechanismen in den Strategien zur nachhaltigen Kontrolle.

Insbesondere wurden Informationen über den Einfluss natürlicher Feinde auf die Populationsbiologie von H. mantegazzianum in dessen einheimischer Umgebung gesammelt. Es wurde nach zwei Arten von Pflanzenfressern gesucht: exophagen und endophagen Insekten. Es stellte sich heraus, dass ausgewachsene Herkulesstauden gegenüber Pflanzenfressern durch mehrere Schutzmechanismen relativ wenig anfällig sind. Dazu gehören chemische Zugänge über Furanocoumarine, mechanische Strecken durch Trichome sowie Ameisen, die in einem wechselseitigen Verhältnis sehr stark angelockt werden.

Diese Schutzmechanismen erwiesen sich als schwer überwindbar und es konnte kein aussichtsreicher Kandidat für ein biologisches Kontrollprogramm bestimmt werden. Dennoch liefern diese Informationen bessere Erkenntnisse über die natürlichen Feinde dieser Pflanze. Zudem wurden zwei neue Arten ermittelt - eine Flachleibmotte und eine Minierfliege, deren Beschreibungen momentan veröffentlicht werden.

Prof. Dr. Wolfgang Nentwig | ctm
Weitere Informationen:
http://www.zoology.unibe.ch/ecol/index_e.php

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