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Die Erforschung der Funktion der Wälder im Kohlenstoffkreislauf

15.08.2006
Dem CARBO_INVENT-Konsortium ist ein Durchbruch bei der Bewertung von Kohlenstoffvorräten bzw. von Veränderungen der Kohlenstoffvorrate gelungen. Die Integration von einem Forstbestand und Biomassefunktionen ermöglicht genauere Schätzungen, was die Wichtigkeit einer europäischen Datenbank über die Forstressourcen fur die Erforschung künftiger Klimaveranderungen verdeutlicht.

Aus der Rahmenvereinbarung der Vereinten Nationen über den Klimawandel (UNFCCC - United Nations Framework Convention on Climate Change) geht hervor, dass Industrie- und andere Emissionen von Kohlendioxid sowie weiteren Treibhausgasen (THG) einen Einfluss auf das Klima haben. Das Kyoto-Protokoll mit seinem Regelbuch lieferte die Rechtsgrundlage fur eine Einschränkung oder Reduzierung von THG-Emissionen. Es wurde von mehreren Regierungen ein Konsortium gebildet, um ausreichend Informationen fur die Einschätzung der THG-Emissionen zu sammeln und Vorkehrungen fur knftige Klimaveränderungen zu treffen.

Bei der Umsetzung der Vereinbarung spielen die Walder eine Schlüsselrolle, da sie als Quelle und Ablagerungsort fur Kohlenstoff in der Atmosphäre fungieren. Mit dem Ziel, Kohlenstoffflussanalysen durchzuführen und die Kohlenstoffvorrate in den europäischen Wäldern zu messen, beschäftigte sich das CARBO_INVENT-Netzwerk besonders mit der Integration von Multisource-Bestandsaufnahmeverfahren. Nationale Forstbestände hatten die Grundlage dafür gelegt, dennoch war eine international abgestimmte Harmonisierung in einem europäischen Bewertungssystem sehr wichtig.

Die Partner von CARBO_INVENT integrierten Forstbestandsdaten erfolgreich in vorhandene und neu entwickelte Biomassefunktionen. Sie wendeten zwei Verfahren an: einen absteigenden und einen aufsteigenden Ansatz. In beiden Ansätzen werden die Biomasseverteilung und die Kohlenstoffvorrate der Bäume bewertet, indem man entweder die gesammelten Bestandsdaten (absteigender Ansatz) oder die Bestandsdaten auf der Planebene (aufsteigender Ansatz) verwendete. Es wurden drei Regionen in verschiedenen Ländern (Osterreich, Finnland und Deutschland) untersucht. In Deutschland fand auch ein Detailvergleich der Ansätze statt. Die erzielten Gesamtergebnisse belegen, dass auf der regionalen Ebene beide Ansätze gleichwertige Schätzungen ergeben. Die Schätzung des Kohlenstoffvorrats jedoch ist nicht genau, wenn die Arten oder Altersklassen variieren, selbst wenn die gleichen Biomassefunktionen verwendet werden.

CARBO_INVENT verdeutlichte die Wichtigkeit einer europäischen Datenbank über die Forstressourcen, in der überprüfte Daten aus einer engen internationalen Zusammenarbeit und nationalen Strategien in Ubereinstimmung mit dem Kyoto-Protokoll gespeichert werden. Je mehr Daten zusammengetragen werden, desto besser können die Kohlenstoffvorrate und ihre Veränderungen in Waldokosystemen als ein Beitrag zur Klimapolitik eingeschätzt werden.

Marcus Lindner | ctm
Weitere Informationen:
http://www.efi.fi

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