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Qualleninvasion: Überfischung und Erwärmung als Ursache

10.08.2006
Sauerstoffmangel an US-Westküste führt zu Massensterben

Die ungewöhnliche Dichte an Quallen im Mittelmeer hat nach Berichten von BBC-Online bereits mindestens 30.000 Urlauber Bekanntschaft mit den Nesseln machen lassen. Zwei Gründe für das vermehrte Auftreten der Quallen sind die ungewöhnlich hohen Temperaturen sowie Überfischung, zeigen sich die Experten von der Umweltgruppe Oceana überzeugt. In einigen Regionen Spaniens haben die Umweltschützer mehr als zehn Quallen pro Quadratmeter ausgemacht.

"Die Küstengewässer sind durch die hohen Temperaturen wärmer, zusätzlich steigt auch der Salzgehalt des Wassers, weil Flüsse deutlich weniger Süßwasser ins Meer bringen", so Francesc Peters von Institute of Marine Science in Barcelona. Dadurch werden die Quallen, die sonst weiter draußen leben, näher an die Küste gebracht. Der Forscher schließt außerdem nicht aus, dass durch die globale Erwärmung Quallen in Zukunft häufiger auftreten werden. "Ein Mitgrund für die große Zahl an Quallen könnte auch darauf zurückzuführen sein, dass das Mittelmeer stark überfischt ist und dadurch die Fressfeinde der Tiere derart verringert werden, dass die Population überhand nimmt." In Studien konnten Wissenschaftler nämlich feststellen, dass Quallen besonders dort häufig aufgetreten sind, wo kommerziell bedeutende Fische wie etwa Sardinen und Heringe stark zurückgegangen sind. Zur gleichen Zeit sind auch jene Tiere die Quallen fressen, wie etwa Schildkröten und Tunfische, stark dezimiert worden. Obwohl die Quallenarten, die im Mittelmeer vorkommen weit weniger gefährlich sind als jene in tropischen Gewässern, können nach Berührungen allergische Hautreaktionen auftreten.

Schlechte Umweltnachrichten melden auch die Forscher von der US-Westküste vor Oregon. Schon zum fünften Mal beobachten Wissenschaftler einen extremen Sauerstoffmangel im Meerwasser, der zum Massensterben von Bodenfischen und Krustentieren führt. Spaziergänger wie auch Biologen berichten davon, dass tote Tiere in großen Mengen am Strand angespült werden. Die "Todeszone" im Pazifik, die mittlerweile schon mehr als 3.200 Quadratkilometer groß ist, stellt die Forscher vor ein Rätsel. Auffällig ist, dass sich das Gebiet seit 2002 vervierfacht hat. Ein Wissenschaftsteam der Oregon State University http://oregonstate.edu ist mit Forschungsschiffen unterwegs, um Antworten auf die dringend notwendigen Fragen zu bekommen. Als Ursache ausgeschlossen wurden die Klimaereignisse El Nino und La Nina.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://news.bbc.co.uk
http://www.oceana.org
http://www.icm.csic.es

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