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Artefakte mit Östrogen-Potenzial und toxische Störfaktoren

10.08.2006
Die Auswirkungen von Chemikalien mit Mehrfachöstrogenen und anderen Giften auf Wasserorganismen werden entschlüsselt. Es wurden neue Prüfinstrumente für die Risikoabschätzung der hormonstörenden Gemische entwickelt.

Reproduktive Dysfunktion in europäischen Wassersystemen sind mit Chemikalien hoher östrogenartiger Wirksamkeit assoziiert worden. Obwohl die Risikobewertung einzelner Chemikalien bereits seit vielen Jahren im Gange ist, so weiß man dennoch recht wenig über die kombinierten Einflüsse toxischer und östrogenartiger Substanzen.

Mit dem Ziel, die Auswirkungen von Chemikalien mit Mehrfachöstrogenen und anderen Giftstoffen auf Wasserorganismen darzulegen, wurde ein integrativer Ansatz angewandt. Die jüngsten Verbesserungen bezüglich der Geräte als auch der Methode wurden derart verwertet, dass sie die chemische Erfassung und Mengenbestimmung, High-Throughput-Screening und statistische Analysen ausführen.

Eines der Hauptziele des ACE-Forschungsprogramms war es, die wahrnehmbare Östrogenität einer Chemikalie oder eines chemischen Gemisches im Beisein eines nicht-östrogenartigen Giftstoffes zu bewerten. Ein modifizierter Hefezelltest (YES - Yeast Estrogen Screen) wurde eigens von den ACE-Forschern entwickelt, um die zuvor genannten Wechselwirkungen zu analysieren. Zusätzlich wurde eine weit bekannte E-Raster-Probe eingesetzt. Die Ergebnisse zeigten, dass die Experimente, die eine Bewertung östrogenartiger Potenziale einzelner Substanzen und chemischer Gemische einbeziehen, giftige Störfaktoren einkalkulieren sollten.

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Diese Resultate zeigen deutlich, dass "echte" Östrogenität von Umweltproben in richtiger Art und Weise beurteilt werden muss, um Artefakte, die durch die Veränderung eines giftigen Störfaktors hervorgerufen werden, zu vermeiden. Der Weg zur erfolgreichen Anwendung des Konzepts der Konzentrationsadditivität in Bezug auf die Vorhersagbarkeit der offensichtlichen Östrogenität einer Vermischung von Komponenten wurde bereits geebnet. Modelle, die jedoch die Einwirkung einer gegebenen Konzentration eines Störfaktors quantitativ prognostizieren könnten, erfordern Toxizitätsmarker und müssen noch entwickelt werden.

Dr. Thomas Backhaus | ctm
Weitere Informationen:
http://www.uni-bremen.de

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