Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

US-Nationalparks durch Klimaerwärmung bedroht

01.08.2006
Einzigartige Naturlandschaften könnten für immer verloren gehen

Die großen Nationalparks in den USA sind nicht nur Publikumsmagneten, sondern sie zählen mittlerweile auch zu den Meilensteinen der erdkundlichen Entstehungsgeschichte. Einige der großen Parks wurden auch zu UNESCO-Weltkulturerbestätten erhoben. Umweltexperten haben nun davor gewarnt, dass durch die globale Erwärmung zwölf der berühmtesten Nationalparks massiv gefährdet wären. "Die Naturschutzgebiete könnten zukünftigen Generationen nicht mehr als Erholungsziele zur Verfügung stehen", lautet der Tenor der Studie der Rocky Mountain Climate Organization.

Betroffen davon sind der Glacier National Park in Montana, die kalifornischen Parks Yellowstone, Yosemite, Death Valley und Golden Gate, Grand Teton in Wyoming, Glen Canyon in Arizona und Utah, Mount Rainier und North Cascades in Washington, Mesa Verde und Rocky Mountain Peaks in Colorado sowie Bandelier in New Mexico. Höhere Temperaturen und weniger Niederschläge gehören zu den größten Bedrohungen der Naturlandschaften und ihrer Flora und Fauna. Die selteneren Niederschläge fördern zudem die Brandgefahr. Die Buschbrände könnten die Parks sehr rasch zu Sperrgebieten für Besucher werden lassen.

"Die Klimaänderungen durch die Umweltverschmutzung stellen die größte Bedrohung für unsere Parks dar", so der Studienautor Stephen Saunders, Präsident der Rocky Mountain Climate Organization. "Wir haben in unseren Untersuchungen festgestellt, dass die Gefahr besteht, dass wir unsere Nationalparks zu Tode verschmutzen." Tatsächlich sind die Spuren der Zerstörung schon evident: Der Rückgang der Gletscher in den Nationalparks Glacier, Mount Rainier und North Cascades sowie der Borkenkäferbefall der Pinien des Yellowstone Parks werden mit der Klimaerwärmung in Verbindung gebracht. Wenn die Bäume die geänderten klimatischen Bedingungen nicht überleben, gefährden sie auch die Grizzly-Bären, die die großen Zapfen zum Überwintern brauchen.

Die ohnehin trockenen und heißen Wüsten- und Halbwüsten-Parks wie etwa Mesa Verde oder Zion könnten durch eine noch stärkere Erwärmung zu Glutöfen werden, die von den Besuchern aufgrund der unwirtlichen Bedingungen gemieden werden. Für die Flora bedeutet dies den sicheren Tod, da sie unter diesen Bedingungen nicht überleben können. "Die natürlichen Lebensräume waren seinerzeit zusammenhängend und Arten konnten so zu- und abwandern. Nun gibt es allerdings große Abstände dazwischen", meint Stuart Pimm, Umweltwissenschaftler an der Duke University in Durham/North Carolina, der nicht an der Studie mitarbeitete. "Nationalparks wurden zu Inseln, die von menschlich bebautem Land umgeben sind. Daher können Arten nicht mehr wandern", so der Experte. Wissenschaftler hatten auch bei den großen Nationalparks in den tropischen Regenwäldern immer wieder kritisiert, dass das Fehlen von Korridoren zu einer Verringerung der Biodiversität führe.

Trotz der negativen Nachrichten zeigt sich Studien Co-Autor Theo Spencer weit weniger besorgt. "Es gibt eine ganze Reihe von Maßnahmen, die wir treffen können, um die globale Erwärmung einzudämmen. Westliche Nationen gehören zu den Vorreitern bei solchen Schritten", so der Experte. Leider sind unsere Politiker in Washington auf diesen Zug noch nicht aufgesprungen. Nach Berichten des Wissenschaftsmagazins National Geographic hat sich das US National Park Service geweigert, diese Studie zu kommentieren.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://whc.unesco.org
http://www.rockymountainclimate.org
http://www.nationalgeographic.com

Weitere Berichte zu: Erwärmung Klimaerwärmung Nationalparks

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Wie Brände die Tundra langfristig verändern
12.12.2017 | Gesellschaft für Ökologie e.V.

nachricht Mit Drohnen Wildschweinschäden schätzen
12.12.2017 | Gesellschaft für Ökologie e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Nanostrukturen steuern Wärmetransport: Bayreuther Forscher entdecken Verfahren zur Wärmeregulierung

Der Forschergruppe von Prof. Dr. Markus Retsch an der Universität Bayreuth ist es erstmals gelungen, die von der Temperatur abhängige Wärmeleitfähigkeit mit Hilfe von polymeren Materialien präzise zu steuern. In der Zeitschrift Science Advances werden diese fortschrittlichen, zunächst für Laboruntersuchungen hergestellten Funktionsmaterialien beschrieben. Die hiermit gewonnenen Erkenntnisse sind von großer Relevanz für die Entwicklung neuer Konzepte zur Wärmedämmung.

Von Schmetterlingsflügeln zu neuen Funktionsmaterialien

Im Focus: Lange Speicherung photonischer Quantenbits für globale Teleportation

Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik erreichen mit neuer Speichertechnik für photonische Quantenbits Kohärenzzeiten, welche die weltweite...

Im Focus: Long-lived storage of a photonic qubit for worldwide teleportation

MPQ scientists achieve long storage times for photonic quantum bits which break the lower bound for direct teleportation in a global quantum network.

Concerning the development of quantum memories for the realization of global quantum networks, scientists of the Quantum Dynamics Division led by Professor...

Im Focus: Electromagnetic water cloak eliminates drag and wake

Detailed calculations show water cloaks are feasible with today's technology

Researchers have developed a water cloaking concept based on electromagnetic forces that could eliminate an object's wake, greatly reducing its drag while...

Im Focus: Neue Einblicke in die Materie: Hochdruckforschung in Kombination mit NMR-Spektroskopie

Forschern der Universität Bayreuth und des Karlsruhe Institute of Technology (KIT) ist es erstmals gelungen, die magnetische Kernresonanzspektroskopie (NMR) in Experimenten anzuwenden, bei denen Materialproben unter sehr hohen Drücken – ähnlich denen im unteren Erdmantel – analysiert werden. Das in der Zeitschrift Science Advances vorgestellte Verfahren verspricht neue Erkenntnisse über Elementarteilchen, die sich unter hohen Drücken oft anders verhalten als unter Normalbedingungen. Es wird voraussichtlich technologische Innovationen fördern, aber auch neue Einblicke in das Erdinnere und die Erdgeschichte, insbesondere die Bedingungen für die Entstehung von Leben, ermöglichen.

Diamanten setzen Materie unter Hochdruck

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mit allen Sinnen! - Sensoren im Automobil

14.12.2017 | Veranstaltungen

Materialinnovationen 2018 – Werkstoff- und Materialforschungskonferenz des BMBF

13.12.2017 | Veranstaltungen

Innovativer Wasserbau im 21. Jahrhundert

13.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Was für IT-Manager jetzt wichtig ist

14.12.2017 | Unternehmensmeldung

30 Baufritz-Läufer beim 25. Erkheimer Nikolaus-Straßenlauf

14.12.2017 | Unternehmensmeldung

Mit allen Sinnen! - Sensoren im Automobil

14.12.2017 | Veranstaltungsnachrichten