Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Auf dem Weg zu einer effektiven Verwaltung der europäischen Wälder

24.07.2006
Mit dem Ziel einer Stärkung der wissenschaftlichen Grundlage für den nachhaltigen Schutz und die Regeneration der Genressourcen von Eschen in Europa wurden im Rahmen des FRAXIGEN-Projekts mehrere Richtlinien zur Auswahl von Samenquellen für Eschen erstellt.

Die Erweiterung des Wissens über die biologischen und wirtschaftlichen Vorgänge, durch welche die genetische Architektur der drei Arten in Europa bestimmt wird, bildete das wichtigste Projektziel. Zudem war auch die Skala einer lokalen Anpassung von primärem Interesse, da sie mit den Prioritäten bei der Auswahl lokaler Samenquellen zur Bepflanzung in Zusammenhang steht. Die Forscher führten mehrere Feld- und Laborstudien durch, unter anderem auch die Untersuchung von Mustern der genetischen Variation und lokalen Adaptation bei drei einheimischen Eschenarten in sechs Ländern.

Die Beobachtungen zu Blüte, Fruchtbildung und Blattschütte zeigten, dass das Material möglichst nicht über größere Breitengrad- oder Längengrad-Entfernungen transportiert werden sollte. Durch eine schlechte Anpassung an das Klima vor Ort können solche Bewegungen in Aufspaltungen und einem schlechten Samenansatz resultieren. Weiterhin gehörten wechselseitige Umpflanzungsexperimente und der Einsatz von Molekülmarkern zur Untersuchung der genetischen Variation. Zur Bewertung der geografischen Skala der adaptiven Variation belegten die Experimente, dass die Verplanzung für Eschen ohne eine Beeinträchtigung der lokalen Adaptation auf Bereiche von mindestens 200 - 300km beschränkt werden müsste. Zudem könnten leistungsfähige Verpflanzungen innerhalb desselben Bereichs vorgenommen werden, um Ergebnisse der gleichen Qualität zu erzielen.

Mithilfe von Molekülmarkern wie Chloroplasten- und nuklearen Markern wurden die Grade einer neutralen genetischen Variation bei verschiedenen europäischen Eschenbeständen bewertet. Vererbte Chloroplasten-Marker ermöglichen die Untersuchung der Bewegung einer Art durch die Samenstreuung über lange Zeiträume, was eine weite Verbreitung der Populationsstruktur über große Entfernungen bringt. Nukleare Mikrosatellitenmarker unterstützten die Bewertung der allgemeinen genetischen Variation bei Eschenarten, der Unterschiede in den Beständen und zwischen Beständen sowie die Verteilungsmuster der Variationen über Europa. Diese Untersuchungen deuteten eine hohe Vielfalt und eine geringe Populationsdifferenzierung bei allen drei Arten an, was auf einen starken Genfluss zwischen den Populationen schließen lässt.

Es wurden mehrere nützliche Schlussfolgerungen und Empfehlungen in Form von Richtlinien zur Auswahl der Samenquellen von Eschen erstellt. Darüber hinaus kann die Gesamtübersicht über die Populationsgenetik sowie über die Muster des Genflusses und die Adaptation dieser Spezies für die gegenwärtigen Verwaltungsstrategien für Wälder hilfreich sein. Diese Strategien können durch die Berücksichtigung von Nachhaltigkeit, ökologischer Wiederherstellung, Schutz der Artenvielfalt und des Landschaftscharakters noch weiter verbessert werden.

Jason Hubert | ctm
Weitere Informationen:
http://www.forestry.gov.uk

Weitere Berichte zu: Adaptation Anpassung Samenquellen Variation

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Erste "Rote Liste" gefährdeter Lebensräume in Europa
16.01.2017 | Universität Wien

nachricht Kann das "Greening" grüner werden?
11.01.2017 | Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mikrobe des Jahres 2017: Halobacterium salinarum - einzellige Urform des Sehens

Am 24. Januar 1917 stach Heinrich Klebahn mit einer Nadel in den verfärbten Belag eines gesalzenen Seefischs, übertrug ihn auf festen Nährboden – und entdeckte einige Wochen später rote Kolonien eines "Salzbakteriums". Heute heißt es Halobacterium salinarum und ist genau 100 Jahre später Mikrobe des Jahres 2017, gekürt von der Vereinigung für Allgemeine und Angewandte Mikrobiologie (VAAM). Halobacterium salinarum zählt zu den Archaeen, dem Reich von Mikroben, die zwar Bakterien ähneln, aber tatsächlich enger verwandt mit Pflanzen und Tieren sind.

Rot und salzig
Archaeen sind häufig an außergewöhnliche Lebensräume angepasst, beispielsweise heiße Quellen, extrem saure Gewässer oder – wie H. salinarum – an...

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Personal-Trainer zum Anziehen: Intelligente Trainingskleidung gewinnt Fashion Fusion Award

23.01.2017 | Förderungen Preise

Innovationen besser messen

23.01.2017 | Förderungen Preise

Mikrobe des Jahres 2017: Halobacterium salinarum - einzellige Urform des Sehens

23.01.2017 | Biowissenschaften Chemie