Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Modelle zur Vorhersage von Lawinen

19.07.2006
In einigen bewohnten Gebieten stellen Schneelawinen ein ernsthaftes Problem dar, da sie teilweise auch das Leben von Menschen bedrohen. Zudem beeinträchtigen sie den Verkehr durch die Alpen und den Wintertourismus, was direkte oder indirekte Folgen für die Wirtschaft nach sich zieht. Im Zuge des SATSIE-Projekts wurden Instrumente und Verfahren entwickelt, um die öffentliche Sicherheit in lawinengefährdeten Gebieten zu verbessern.

Der Schwerpunkt des Projekts besteht darin, die physischen Vorgänge zu ergründen und entsprechend zu verbessern, durch die der Schneefluss sowie der Grad des Schneeeintrags und der Suspension bestimmt werden. Dazu wurden Experimente in Originalgröße und mit neuen Sensoren auf Lawinentestplätzen und auch auf Bahnen im Labor durchgeführt. Mit diesem Wissen werden die mathematischen Modelle zum Lawinenfluss durch Messungen an Dämmen im Originalmaßstab verifiziert. In diesem Umfeld wurden kostengünstige Radarsysteme zur Überwachung und Verwaltung von Lawinengefahren an betroffenen Orten entwickelt.

Für die Studie wurde mit einem Hochleistungsradar gearbeitet, das auf dem Prinzip der Frequenzmodulation von Dauerwellen (FMCW - continuous-wave frequency modulation) basiert. Diese Arten von Pulsradar geben in kurzen Intervallen sehr starke Impulse ab und ermöglichen dadurch die Beobachtung von Objekten über kurze wie auch lange Entfernungen. Außerdem ermöglicht das FMCW-Radar die Messung von Geschwindigkeit und Abstand eines Objekts. Dieses Gerät dient der Messung der Fließtiefe, der Erosionsrate sowie der Kreuzkorrelation von Signalen eines Radarpaars. Diese stabil konstruierten Radargeräte werden innerhalb der Gleitbahn einer Lawine in einer Höhle und in Fließrichtung aufgestellt.

Das Gerät kann in schwer erreichbaren Gebieten von Lawinenabgängen sehr nützlich sein, wenn genaue Informationen zur Wahrscheinlichkeit eines Lawinenereignisses benötigt werden. Durch diese Informationen können Entscheidungen zur Sicherheit und möglichen Evakuierung eines Gebiets präziser und rechtzeitig getroffen werden. Mittels solcher Radarsysteme können auch Ampeln betätigt werden, die dann im Fall einer Lawine einen gefährdeten Straßenabschnitt sperren.

... mehr zu:
»Lawine »Lawinengefahr »Radarsystem

Zur Eindämmung der Kosten wird der Prototyp einer vereinfachten Version konstruiert, die danach als kostengünstiger Überwachungssensor der Schneedicke oder als Warngerät bei Lawinengefahr dient. Die neuen FMCW-Radarsysteme sind vielseitig einsetzbar und bedienen die Anforderungen eines kleinen, aber expandierenden Markts.

Karstein Lied | ctm
Weitere Informationen:
http://www.ngi.no

Weitere Berichte zu: Lawine Lawinengefahr Radarsystem

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Erste "Rote Liste" gefährdeter Lebensräume in Europa
16.01.2017 | Universität Wien

nachricht Kann das "Greening" grüner werden?
11.01.2017 | Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit solaren Gebäudehüllen Architektur gestalten

Solarthermie ist in der breiten Öffentlichkeit derzeit durch dunkelblaue, rechteckige Kollektoren auf Hausdächern besetzt. Für ästhetisch hochwertige Architektur werden Technologien benötigt, die dem Architekten mehr Gestaltungsspielraum für Niedrigst- und Plusenergiegebäude geben. Im Projekt »ArKol« entwickeln Forscher des Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern aktuell zwei Fassadenkollektoren für solare Wärmeerzeugung, die ein hohes Maß an Designflexibilität erlauben: einen Streifenkollektor für opake sowie eine solarthermische Jalousie für transparente Fassadenanteile. Der aktuelle Stand der beiden Entwicklungen wird auf der BAU 2017 vorgestellt.

Im Projekt »ArKol – Entwicklung von architektonisch hoch integrierten Fassadekollektoren mit Heat Pipes« entwickelt das Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern...

Im Focus: Designing Architecture with Solar Building Envelopes

Among the general public, solar thermal energy is currently associated with dark blue, rectangular collectors on building roofs. Technologies are needed for aesthetically high quality architecture which offer the architect more room for manoeuvre when it comes to low- and plus-energy buildings. With the “ArKol” project, researchers at Fraunhofer ISE together with partners are currently developing two façade collectors for solar thermal energy generation, which permit a high degree of design flexibility: a strip collector for opaque façade sections and a solar thermal blind for transparent sections. The current state of the two developments will be presented at the BAU 2017 trade fair.

As part of the “ArKol – development of architecturally highly integrated façade collectors with heat pipes” project, Fraunhofer ISE together with its partners...

Im Focus: Mit Bindfaden und Schere - die Chromosomenverteilung in der Meiose

Was einmal fest verbunden war sollte nicht getrennt werden? Nicht so in der Meiose, der Zellteilung in der Gameten, Spermien und Eizellen entstehen. Am Anfang der Meiose hält der ringförmige Proteinkomplex Kohäsin die Chromosomenstränge, auf denen die Bauanleitung des Körpers gespeichert ist, zusammen wie ein Bindfaden. Damit am Ende jede Eizelle und jedes Spermium nur einen Chromosomensatz erhält, müssen die Bindfäden aufgeschnitten werden. Forscher vom Max-Planck-Institut für Biochemie zeigen in der Bäckerhefe wie ein auch im Menschen vorkommendes Kinase-Enzym das Aufschneiden der Kohäsinringe kontrolliert und mit dem Austritt aus der Meiose und der Gametenbildung koordiniert.

Warum sehen Kinder eigentlich ihren Eltern ähnlich? Die meisten Zellen unseres Körpers sind diploid, d.h. sie besitzen zwei Kopien von jedem Chromosom – eine...

Im Focus: Der Klang des Ozeans

Umfassende Langzeitstudie zur Geräuschkulisse im Südpolarmeer veröffentlicht

Fast drei Jahre lang haben AWI-Wissenschaftler mit Unterwasser-Mikrofonen in das Südpolarmeer hineingehorcht und einen „Chor“ aus Walen und Robben vernommen....

Im Focus: Wie man eine 80t schwere Betonschale aufbläst

An der TU Wien wurde eine Alternative zu teuren und aufwendigen Schalungen für Kuppelbauten entwickelt, die nun in einem Testbauwerk für die ÖBB-Infrastruktur umgesetzt wird.

Die Schalung für Kuppelbauten aus Beton ist normalerweise aufwändig und teuer. Eine mögliche kostengünstige und ressourcenschonende Alternative bietet die an...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?

16.01.2017 | Veranstaltungen

14. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“

12.01.2017 | Veranstaltungen

Leipziger Biogas-Fachgespräch lädt zum "Branchengespräch Biogas2020+" nach Nossen

11.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Weltweit erste Solarstraße in Frankreich eingeweiht

16.01.2017 | Energie und Elektrotechnik

Proteinforschung: Der Computer als Mikroskop

16.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Vermeintlich junger Stern entpuppt sich als galaktischer Greis

16.01.2017 | Physik Astronomie