Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Energiepflanzen: die Mischung machts!

07.07.2006
FNR präsentiert in Dornburg Ergebnisse des bundesweiten Anbauversuchs

Hirse, Sudangras und Getreide sind interessante Alternativen zu Mais oder Raps. So die ersten Ergebnisse des bundesweiten Anbauversuchs, die am 5. und 6. Juli in Dornburg beim "Forum Energiepflanzen" vorgestellt wurden. Die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) e.V. will mit dem Projekt zeigen, dass Ökologie und Ökonomie nicht im Widerspruch stehen, wenn es um Bioenergie geht.

Zur Dornburger Tagung hatte die Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft (TLL) eingeladen, die den Anbauversuch seit Frühjahr 2005 koordiniert. Um Nachhaltigkeit geht es dabei ebenso wie um schnelle Umsetzung im praktischen Anbau. "2008 wollen wir den Landwirten in jeder Anbauregion konkrete Empfehlungen für den Energiepflanzenanbau an die Hand geben" bringt Dr. Katja Gödeke das Ziel des Versuchs auf den Punkt. "Der Anbau sollte dabei nicht nur pflanzenbaulich machbar, sondern auch ökologisch und ökonomisch vertretbar sein."

Mit System nehmen Agrarwissenschaftler in sechs Teilprojekten drei Jahre lang Energiepflanzen unter die Lupe. Teilprojekt eins widmet sich dem Anbau von fünf gleichen Energiepflanzen-Fruchtfolgen an sieben typischen Standorten in Deutschland. Dabei sind vor allem Mais und Getreidearten vertreten, aber auch Sudangras, Luzerne, Kleegras oder als Zwischenfrucht Ölrettich und Futterroggen sind eingeplant. Breiter gefasst ist das Artenspektrum bei den ebenfalls im Test befindlichen regionalspezifischen Fruchtfolgen. Neben Topinambur und Erbsen werden Sonnenblumen, Sorten- und Artenmischungen angebaut.

Ökologisch interessant verspricht auch das Teilprojekt zu der Uni Kassel zu werden. Sie will testen, wie sich das Zweikulturnutzungssystem an unterschiedlichen Standorten für den Energiepflanzenanbau eignet. Einer Winterkultur wie Getreide, Raps oder Leguminosen, die zum Zeitpunkt der maximalen Biomasseausbeute geerntet wird, folgen im gleichen Jahr Zweitkulturen. Das können Mais und Sonnenblumen sein, oder auch Amaranth, Sorghum, Sudangras oder Hanf.

In den anderen Teilvorhaben geht es um umfassende ökologische und ökonomische Bewertungen der Anbausysteme. Denn es soll sich für den Landwirt auch lohnen, Energiepflanzen zu kultivieren. Extensivierungen durch weniger Bodenbearbeitung, Düngung oder Pflanzenschutz werden dabei ebenso analysiert, wie beispielsweise der Einfluss von Zusatzbewässerung. In die Gesamtbewertung geht außerdem der Gasertrag ein, den die geernteten Anbaufrüchte in der Biogasanlage erbringt.

Der "Energiepflanzenanbau" zählt zu den Schwerpunktthemen der FNR. Dazu fördert sie momentan rund zwanzig laufende Vorhaben mit über 8 Mio. Euro. Davon sollen letztlich nicht nur die Landwirte profitieren. Energiepflanzen bieten auch Chancen, die Biodiversität im ländlichen Raum zu erhöhen. Mittelfristig können die Ergebnisse nicht nur für die Biogas-, sondern auch für die Biokraftstoffproduktion von Bedeutung sein. Sind die technischen Voraussetzungen für die Herstellung synthetischen Biokraftstoffe geschaffen, werden auch dafür große Mengen an Biomasse benötigt. Die Beiträge des Dornburger Forums sind im Internet unter www.tll.de/vbp einsehbar.

Barbara Wenig

Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR)
Hofplatz 1
18276 Gülzow
Tel.: 03843/69 30-0
Telefax: 03843/69 30-102
e-Mail: info@fnr.de
Internet: http://www.fnr.de
V.i.S.d.P.: Dr.-Ing. Andreas Schütte
Nr. 481 vom 06. Juli 2006

Dr. Torsten Gabriel | idw
Weitere Informationen:
http://www.tll.de/vbp
http://www.bio-energie.de
http://www.fnr.de

Weitere Berichte zu: Anbau Energiepflanze FNR Mais Sudangras Teilprojekt

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Müll in den Weltmeeren überall präsent: 1220 Arten betroffen
23.03.2017 | Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung

nachricht Internationales Netzwerk bündelt experimentelle Forschung in europäischen Gewässern
21.03.2017 | Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise