Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Europa pro Klimaschutz: Ausstoß fluorierter Treibhausgase begrenzt

05.07.2006
Ab 4. Juli 2006 beginnt der schrittweise Verzicht auf HFKW, FKW und SF6 in der Europäischen Union

Beim Klimaschutz denken viele nur an Kohlendioxid (CO2). Es ist das Treibhausgas mit der größten Menge - aber nicht das einzige und stärkste. Teil- und vollfluorierte Kohlenwasserstoffe - so genannte HFKW und FKW - und Schwefelhexafluorid (SF6) schädigen ebenfalls das Klima. Sie kommen als Kältemittel in vielen Kühlanlagen, den Klimaanlagen unserer Autos, bei der Herstellung von Schaumstoffen, in Schallschutzscheiben sowie als Treibmittel in Spraydosen zum Einsatz. Sie schädigen das Klima 1.300 bis 24.000 Mal stärker als CO2 - Grund genug für die Europäische Union (EU) zu handeln: Ab 4. Juli 2006 verbietet die EU-Verordnung 842/2006 über bestimmte fluorierte Treibhausgase die Klimakiller zum Beispiel in Sportschuhen - und ab 4. Juli 2007 in weiteren Anwendungen wie neu auf den Markt kommende Schallschutzfenster oder als Füllgas in Autoreifen. Für neue Autos und leichte Nutzfahrzeuge sieht zudem die EU-Richtlinie 2006/40/EG über Emissionen aus Klimaanlagen in Kraftfahrzeugen bis 2017 einen schrittweisen Verzicht auf das fluorierte Kältemittel R134a vor. So lassen sich allein in Deutschland jährlich Treibhausgase in großem Umfang einsparen: Im Jahre 2010 werden es schon etwa vier Millionen Tonnen CO2-Äquivalente fluorierter Treibhausgase sein. Dies entspricht dem jährlichen CO2-Ausstoß von rund 2,5 Millionen sparsamer Kleinwagen mit einer Jahresfahrleistung von 15.000 Kilometern. Die fluorierten Treibhausgase lassen sich durch weniger klimaschädliche Stoffe wie Kohlendioxid und alternative Techniken ersetzen.

Die EU-Richtlinie 2006/40/EG schreibt für R134a-Klimaanlagen einen Anwendungsverzicht beginnend 2011 mit Übergangsfristen bis 2017 in neuen Autos und leichten Nutzfahrzeugen vor. Ferner darf die Leckage-Rate der R134a-Klimaanlagen - ab einem von der EU-Kommission noch festzulegenden Zeitpunkt - Grenzwerte von 40 Gramm R134a pro Jahr nicht mehr übersteigen. Bislang entweicht das R134a regelmäßig aus undichten Klimaanlagen, bei Unfällen oder bei der Wartung und Entsorgung. Mit CO2 - zwar selbst Treibhausgas, aber mit 1.300-mal geringerer Wirkung - steht eine serienreife Alternative für Klimaanlagen bereit, die zudem energiesparender ist und so den Kraftstoffverbrauch senkt. Aus Sicht des Umweltbundesamtes (UBA) sollte daher eine flächendeckende Verwendung des CO2 in Klimaanlagen schon vor der von der EU vorgesehen Frist zum Verbot von R134a erfolgen.

Bereits seit 1997 verpflichtet das Kyoto-Protokoll zum internationalen Klimaschutz dazu, die Emissionen fluorierter Treibhausgase weiter zu reduzieren. Die Emissionen aller fluorierten Treibhausgase stiegen jedoch in den vergangenen Jahren weiter: Im Jahr 2004 lagen sie in Deutschland bei 14,1 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten gegenüber noch 13,7 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten in 2003. Viele der fluorierten Treibhausgase kamen erst in den vergangenen Jahren vermehrt zum Einsatz, um zum Beispiel in Kälte- und Klimaanlagen und in Dämmschäumen Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW) zu ersetzen, die ihrerseits die Ozonschicht der Erdatmosphäre schädigen.

Für viele fluorierte Treibhausgase sind umweltgerechtere - und wirtschaftliche - Alternativen bereits verfügbar: Das UBA beschreibt in dem Bericht "Fluorierte Treibhausgase in Produkten und Verfahren - Technische Maßnahmen zum Klimaschutz", wie diese Stoffe zu ersetzen sind.

Aktuelle Emissionsdaten bis 2004, den Bericht "Fluorierte Treibhausgase in Produkten und Verfahren - Technische Maßnahmen zum Klimaschutz" sowie weitere Informationen zu fluorierten Treibhausgasen unter http://www.umweltbundesamt.de/uba-info-daten/daten/fckw/index.htm.

Martin Ittershagen | idw
Weitere Informationen:
http://www.umweltbundesamt.de
http://www.umweltbundesamt.de/uba-info-daten/daten/fckw/index.htm

Weitere Berichte zu: CO2 Klimaanlage Klimaschutz R134a Treibhausgas

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Professionelle Mooszucht für den Klimaschutz – Projektstart in Greifswald
29.05.2017 | Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald

nachricht Wasserqualität von Flüssen: Zusätzliche Reinigungsstufen in Kläranlagen lohnen sich
24.05.2017 | Eberhard Karls Universität Tübingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Strathclyde-led research develops world's highest gain high-power laser amplifier

The world's highest gain high power laser amplifier - by many orders of magnitude - has been developed in research led at the University of Strathclyde.

The researchers demonstrated the feasibility of using plasma to amplify short laser pulses of picojoule-level energy up to 100 millijoules, which is a 'gain'...

Im Focus: Neue Methode für die Datenübertragung mit Licht

Der steigende Bedarf an schneller, leistungsfähiger Datenübertragung erfordert die Entwicklung neuer Verfahren zur verlustarmen und störungsfreien Übermittlung von optischen Informationssignalen. Wissenschaftler der Universität Johannesburg, des Instituts für Angewandte Optik der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien Jena (Leibniz-IPHT) präsentieren im Fachblatt „Journal of Optics“ eine neue Möglichkeit, glasfaserbasierte und kabellose optische Datenübertragung effizient miteinander zu verbinden.

Dank des Internets können wir in Sekundenbruchteilen mit Menschen rund um den Globus in Kontakt treten. Damit die Kommunikation reibungslos funktioniert,...

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Lebensdauer alternder Brücken - prüfen und vorausschauen

29.05.2017 | Veranstaltungen

49. eucen-Konferenz zum Thema Lebenslanges Lernen an Universitäten

29.05.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz an der Schnittstelle von Literatur, Kultur und Wirtschaft

29.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Lebensdauer alternder Brücken - prüfen und vorausschauen

29.05.2017 | Veranstaltungsnachrichten

49. eucen-Konferenz zum Thema Lebenslanges Lernen an Universitäten

29.05.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Internationale Konferenz an der Schnittstelle von Literatur, Kultur und Wirtschaft

29.05.2017 | Veranstaltungsnachrichten