Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Hochfeine Membranen klären Berliner Abwasser zu Badequalität

16.06.2006
In der zum Berliner Bezirk Lichtenberg gehörenden Siedlung Margaretenhöhe wird gegenwärtig eine neuartige Abwasserreinigungstechnologie mit wissenschaftlicher Begleitung erprobt: das so genannte Membranbelebungsverfahren (MBR).

Es ermöglicht durch seine kompakte Bauweise die dezentrale Erschließung abgelegener Siedlungen und unterbietet bereits heute die verschärften gesetzlichen Ablaufwerte der neuen EU-Badegewässerrichtlinie. Das 3,5 Millionen-Euro-Projekt wird in einer Kooperation des Kompetenzzentrums Wasser Berlin, der Berliner Wasserbetriebe sowie von Veolia Wasser realisiert und im Life-Programm der EU gefördert.

Die Wohngebiete von rund 33.000 Berlinern sind (noch) nicht an das zentrale Abwassersystem angeschlossen. Dazu zählt die Siedlung Margaretenhöhe, die etwa 250 Bewohner hat. Weil über den Schällingsgraben das gesäuberte Wasser natürlich zur Panke abfließen kann, wurde die Siedlung für den Versuch ausgewählt und mit einer Druckentwässerung dezentral erschlossen.

Kompetenzzentrum Wasser Berlin, Veolia und die Berliner Wasserbetriebe hatten in einem vorangegangenen Projekt von 2001 bis 2003 im Berliner Klärwerk Ruhleben gemeinsam die jetzt eingesetzte, patentierte Technologie entwickelt. Dieses Membranbioreaktor-Verfahren funktioniert ähnlich wie ein klassisches Klärwerk, nur auf viel kleinerem Raum. Bakterien werden durch Zugabe bzw. Entzug von Sauerstoff zum vollbiologischen Abbau von Phosphor- (minus 99 %) und Stickstoffverbindungen (minus 95%) stimuliert. Im Container kommt aber die Zwangspassage eines dichten Paketes spezieller Membranen hinzu. Deren Durchlassöffnungen sind so winzig, dass selbst Krankheitskeime hängen bleiben, das Wasser wird dabei vollständig desinfiziert.

Die Erweiterung des Kanalisationsnetzes hat in Berlin wirtschaftliche Grenzen. In einem zu erschließenden Areal muss der Aufwand für Bau und Betrieb von Leitungen und Pumpwerken mit dem zu entsorgenden Abwasservolumen korrespondieren. Das MBR-Verfahren verspricht größtmöglichen Schutz von Grund- und Oberflächenwasser und akzeptable Wirtschaftlichkeit in Bereichen, wo ein Anschluss an zentrale Netze inakzeptabel teuer wäre. MBR-Anlagen lassen sich modulartig für Siedlungen von bis zu 10.000 Einwohnern erweitern. Die schlüsselfertigen Container senken nicht nur Investitionskosten, sondern vermeiden auch die üblichen Unannehmlichkeiten von Kläranlagen wie Geruch und Lärm.

Der Betrieb des Systems wird intensiv überwacht und zu Gunsten hoher Ablaufqualität und minimaler Betriebskosten - die Anlage arbeitet fernüberwacht ohne Personal - optimiert. 2007 werden die Ergebnisse vor der EU und dem Berliner Senat bilanziert.

Am 19.Juni 2006 wird die Anlage feierlich eingeweiht.
Anmeldungen zur Anlagentaufe finden Sie auf der Homepage vom Kompetenzzentrum Wasser Berlin.

Dr.-Ing. Bodo Weigert | idw
Weitere Informationen:
http://www.komptenz-wasser.de
http://www.kompetenz-wasser.de/Weitgehende_Naehrstoffentfernung_in.157.0.html

Weitere Berichte zu: Container Membran Siedlung Wasserbetriebe

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Hochmodernes Forschungsflugzeug fliegt zurzeit über Europa
17.07.2017 | Universität Bremen

nachricht Baumgrenze wird nicht allein durch das Klima bestimmt
03.07.2017 | Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Molekulares Lego

Sie können ihre Farbe wechseln, ihren Spin verändern oder von fest zu flüssig wechseln: Eine bestimmte Klasse von Polymeren besitzt faszinierende Eigenschaften. Wie sie das schaffen, haben Forscher der Uni Würzburg untersucht.

Bei dieser Arbeit handele es sich um ein „Hot Paper“, das interessante und wichtige Aspekte einer neuen Polymerklasse behandelt, die aufgrund ihrer Vielfalt an...

Im Focus: Das Universum in einem Kristall

Dresdener Forscher haben in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam einen unerwarteten experimentellen Zugang zu einem Problem der Allgemeinen Realitätstheorie gefunden. Im Fachmagazin Nature berichten sie, dass es ihnen in neuartigen Materialien und mit Hilfe von thermoelektrischen Messungen gelungen ist, die Schwerkraft-Quantenanomalie nachzuweisen. Erstmals konnten so Quantenanomalien in simulierten Schwerfeldern an einem realen Kristall untersucht werden.

In der Physik spielen Messgrößen wie Energie, Impuls oder elektrische Ladung, welche ihre Erscheinungsform zwar ändern können, aber niemals verloren gehen oder...

Im Focus: Manipulation des Elektronenspins ohne Informationsverlust

Physiker haben eine neue Technik entwickelt, um auf einem Chip den Elektronenspin mit elektrischen Spannungen zu steuern. Mit der neu entwickelten Methode kann der Zerfall des Spins unterdrückt, die enthaltene Information erhalten und über vergleichsweise grosse Distanzen übermittelt werden. Das zeigt ein Team des Departement Physik der Universität Basel und des Swiss Nanoscience Instituts in einer Veröffentlichung in Physical Review X.

Seit einigen Jahren wird weltweit untersucht, wie sich der Spin des Elektrons zur Speicherung und Übertragung von Information nutzen lässt. Der Spin jedes...

Im Focus: Manipulating Electron Spins Without Loss of Information

Physicists have developed a new technique that uses electrical voltages to control the electron spin on a chip. The newly-developed method provides protection from spin decay, meaning that the contained information can be maintained and transmitted over comparatively large distances, as has been demonstrated by a team from the University of Basel’s Department of Physics and the Swiss Nanoscience Institute. The results have been published in Physical Review X.

For several years, researchers have been trying to use the spin of an electron to store and transmit information. The spin of each electron is always coupled...

Im Focus: Das Proton präzise gewogen

Wie schwer ist ein Proton? Auf dem Weg zur möglichst exakten Kenntnis dieser fundamentalen Konstanten ist jetzt Wissenschaftlern aus Deutschland und Japan ein wichtiger Schritt gelungen. Mit Präzisionsmessungen an einem einzelnen Proton konnten sie nicht nur die Genauigkeit um einen Faktor drei verbessern, sondern auch den bisherigen Wert korrigieren.

Die Masse eines einzelnen Protons noch genauer zu bestimmen – das machen die Physiker um Klaus Blaum und Sven Sturm vom Max-Planck-Institut für Kernphysik in...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Operatortheorie im Fokus

20.07.2017 | Veranstaltungen

Technologietag der Fraunhofer-Allianz Big Data: Know-how für die Industrie 4.0

18.07.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - September 2017

17.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Von photonischen Nanoantennen zu besseren Spielekonsolen

20.07.2017 | Physik Astronomie

Bildgebung von entstehendem Narbengewebe

20.07.2017 | Biowissenschaften Chemie

RWI/ISL-Containerumschlag-Index bleibt aufwärts gerichtet

20.07.2017 | Wirtschaft Finanzen