Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Süßwasserkonferenz: Gute Arbeit für Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung in Johannesburg 2002

07.12.2001


In Bonn ist heute die Internationale Süßwasserkonferenz erfolgreich zu Ende gegangen. Die Konferenz hat einen Katalog von Handlungsempfehlungen vorgelegt, die der Weltgipfel in Johannesburg aufnehmen soll. Darüber hinaus hatten die rund 50 anwesenden Minister eine Ministererklärung beschlossen.

"Unsere Erwartung, dass hier in Bonn substanzielle Vorarbeit für Johannesburg geleistet werden kann, ist nicht enttäuscht worden", betonte die Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek- Zeul.  Besonders zur Finanzierung der Wasserversorgung seien die Diskussionen konstruktiv gewesen. Die Ministerin erinnerte nochmals, dass etwa 180 Milliarden US-Dollar jährlich im Wassersektor investiert werden müssten, um bis zum Jahr 2015 die Zahl derjenigen, die keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser haben, zu halbieren. Derzeit würden jährlich 70-80 Milliarden US-Dollar investiert. Um diese Finanzierungslücke zu schließen, sei es notwendig, den Privatsektor einzubeziehen. Gleichzeitig müsse sichergestellt werden, dass der Basisbedarf an Wasser für Arme gebührenfrei sei.

Als weiteres gutes Ergebnis begrüßte Wieczorek-Zeul die Ankündigung des Privatsektors, einen Verhaltenskodex zu erstellen, der sich gegen Korruption und Bestechung richtet. Denn Wasserinfrastruktur zu errichten, koste viel Geld, und wo es um große Aufträge ginge, könne es Korruption geben. Sinnvoll sei auch, dass sich die Konferenz auf das Ziel verständigt habe, bis zum Jahr  2015 die Zahl der Menschen, die ohne eine minimale Abwasserbeseitigung leben, zu halbieren. Durch fehlende oder unzureichende Kläranlagen werden Gewässer in starkem Masse verschmutzt. Bisher hätten sich Investitionen in vielen Ländern einseitig auf die Wasserversorgung konzentriert.

Nach Ansicht von Bundesumweltminister Jürgen Trittin ist die Internationale Süßwasserkonferenz auch deshalb ein Erfolg, weil es gelungen sei, Wege zu konkreten und praktischen Lösungen der Wasserver- und -entsorgung sowie Schritte zu einem nachhaltigen, ressourcenschonenden Umgang und einer gerechten Verteilung des Wassers aufzuzeigen. "Nach der Einigung zum Klimaschutz im Sommer dieses Jahres geht damit von Bonn ein weiteres umweltpolitisches Signal zum Erhalt unserer Lebensgrundlagen aus. Dies bringt uns zugleich auch einen großen Schritt bei der Konfliktvermeidung in der Welt voran. Wasser ist nicht nur Lebensmittel Nummer Eins. Effiziente Wasserbewirtschaftung ist auch die Grundlage für wirtschaftliche Entwicklung und trägt erheblich zur Armutsbekämpfung bei. Dazu haben wir in Bonn einen wichtigen Beitrag geleistet und wollen dies in Johannesburg fortsetzen," sagte Trittin.

Darüber hinaus habe, so der Bundesumweltminister, die neue Gestaltung der Konferenz viel Anklang gefunden. Von Anfang an sei bei der Vorbereitung Wert auf Transparenz und  breite Beteiligung der Öffentlichkeit gelegt worden. Einen direkten Dialog von Vertretern der Regierungen, internationalen Organisationen und wichtigsten gesellschaftlichen Gruppen, wie er in Bonn geführt wurde, wollen die Vereinten Nationen als Modell zur Vorbereitung des Johannesburg-Gipfels vorschlagen.

An der Süßwasserkonferenz hatten Delegierte von 118 Regierungen, von 47 internationalen Organisationen (u.a. UNO, EU) und 73 Organisationen verschiedener gesellschaftlicher Gruppen teilgenommen. Die Handlungsempfehlungen und weitere Konferenzdokumente sind über www.water-2001.de abrufbar

Michael Schroeren | presseinfo
Weitere Informationen:
http://www.water-2001.de

Weitere Berichte zu: Johannesburg Süßwasserkonferenz Weltgipfel

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Müll in den Weltmeeren überall präsent: 1220 Arten betroffen
23.03.2017 | Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung

nachricht Internationales Netzwerk bündelt experimentelle Forschung in europäischen Gewässern
21.03.2017 | Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise