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Weltweite Wasserressourcen nachhaltig nutzen und gerecht verteilen

03.12.2001


Internationale Süßwasserkonferenz unter dem Motto: "Wasser - ein Schlüssel zur nachhaltigen Entwicklung" in Bonn eröffnet

Bundesumweltminister Jürgen Trittin und die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesentwicklungsministerium Dr. Uschi Eid haben heute in Bonn die Internationale Süßwasserkonferenz  unter dem Motto: "Wasser -- ein Schlüssel für die nachhaltige Entwicklung" eröffnet. Ziel der Veranstaltung, die bis zum 7. Dezember fortgesetzt wird, ist es, Lösungsansätze für globale Wasserprobleme zu entwickeln, die auf dem Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung, der im September kommenden Jahres in Johannesburg stattfindet, vorgestellt und diskutiert werden sollen. Zur Internationalen Süßwasserkonferenz  werden über 1200 Teilnehmer erwartet, darunter Vertreter von Regierungen aus rund 135 Staaten -  davon über 50 auf Ministerebene -  sowie von internationalen Organisationen und Verbänden. Zu den Gästen der Konferenz gehören der Generalsekretär des Weltgipfels in Johannesburg Nitin Desai und der Exekutivdirektor des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) Prof. Klaus Töpfer.

Bundesumweltminister Jürgen Trittin: "Der weltweite Wassermangel gehört neben dem Klimawandel zu den globalen Problemen, deren Lösung besonders drängt. Deshalb erwarte ich von der Konferenz, dass sie mit konkreten, handlungsorientierten Empfehlungen für den Johannesburg-Gipfel einen Beitrag leistet für den notwendigen Umschwung in der internationalen Wasserpolitik -- insbesondere zu Gunsten der Bevölkerung in den ärmeren Ländern. Die begrenzt verfügbaren Wasserressourcen müssen nachhaltig, das heißt dauerhaft umwelt- und sozialverträglich genutzt  und gerecht verteilt werden. Von der Bonner Konferenz sollte ein Signal an die nationalen Regierungen ausgehen, Verantwortung für den Erhalt der nationalen Wasserressourcen zu übernehmen."

Dr. Uschi Eid: "Wasser ist ein Schlüssel zur nachhaltigen Entwicklung. Als Gastgeber der Konferenz wollen wir ein weiteres Signal an die Entwicklungsländer aussenden, dass es die Bundesregierung mit der nachhaltigen Entwicklung ernst meint. Deutschland ist bereits größter europäischer bilateraler Geber im Wasserbereich mit jährlichen Zusagen in Höhe von 600 bis 800 Millionen DM, und daran wollen wir festhalten. Wir investieren und beraten aber nicht nur, sondern gestalten auch politisch. Die konkreten Empfehlungen für die Wasserpolitik und ihre Umsetzung, die wir von dieser Konferenz erwarten, sind auch ein Baustein für "Rio+10" im nächsten Jahr."

Mit den globalen Wasserproblemen sind in allen Teilen der Welt auch krisenhafte Situationen verbunden. 1,2 Milliarden Menschen -- also weltweit jeder Fünfte -- haben keinen Zugang zu ausreichendem und sauberem Trinkwasser. Bei der Milleniumsversammlung der Vereinten Nationen im September 2000 haben sich die Staatschef der Welt auf das Ziel geeinigt, diesen Anteil bis 2015 zumindest zu halbieren. Hinzu kommt, dass das Abwasser von rund 2,5 Milliarden Menschen nicht hygienisch einwandfrei entsorgt wird. Verschmutztes Trinkwasser ist weltweit Krankheitsursache Nummer Eins. Auch der Klimawandel mit seinen häufigeren Überschwemmungen bzw. Dürren trägt unmittelbar zur Verschärfung der Wasserprobleme bei. Mangelnde Wasserversorgung zementiert aber zugleich auch die Armut sowie die Ungerechtigkeit zwischen den Geschlechtern.

Die Konferenz wird sich bei Diskussion um die Neugestaltung der internationalen Wasserpolitik und der Formulierung von Empfehlungen für den Weltgipfel in Johannesburg auf fünf Schwerpunkte konzentrieren. So werden Strategien zur Verbesserung der Wasserversorgung und Abwasserentsorgung für ärmere Bevölkerungsschichten sowie Maßnahmen zum vorbeugenden Schutz von Ökosystemen und Wasserressourcen vor Verschmutzung diskutiert. Darüber hinaus wird das Thema "Ausgewogene Wassernutzung: Wasser für die Ernaehrung und Wasser für die Natur" eine Rolle spielen. Regelungen und Erfahrungen zur Zusammenarbeit bei der Nutzung grenzüberschreitender Gewässer, um möglichen Konflikten um Wasserressourcen vorzubeugen, sollen ausgetauscht werden. Der Umgang mit den Folgen von Klimavariabilität und Klimawandel wird ebenfalls erörtert.

Bei allen Themen wird darüber hinaus der Frage nachgegangen, wie Regierungshandeln, integriertes Management und neue Partnerschaften sowie die Stärkung von Institutionen und Technologietransfer zur Lösung der Probleme beitragen können. Des weiteren werden Überlegungen angestellt, wie zusätzliche finanzielle Ressourcen -- auch aus der Privatwirtschaft - vor allem für die ärmeren Länder mobilisiert werden können, um die dort besonders gravierenden Probleme zu lösen. Der Rolle der Geschlechterbeziehungen bei der Lösung der Wasserprobleme wird sich die Konferenz ebenfalls widmen. Das Abschlussdokument der Konferenz wird dem Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung zur weiteren Beratung übergeben.

Michael Schroeren | BMU Pressedienst

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