Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Beim Bette Walter Ulbrichts: stirbt der Stör?

29.11.2001


Gusejn Bagirov trägt sich in das Uni-Gästebuch ein
(Photo Edmund vPechmann)


Auf dem Uni-Hof v. l. Priv.-Doz. Eva-Maria Auch, Profs. Gusejn Bagirov und Michael Succow, Doktorand Vitalij Kovalev
(Photo EP)


Michael Succow hilft aserbeidjanischem Ressourcen- und Umweltminister

Karriere und Pläne von Prof. Dr. Gusejn Bagirov sind erstaunlich: er möchte gegen alle Trends in seinem Heimatland Aserbeidjan, dem er als Minister für Ökologie und Ressourcenschutz dient, Natur-Ressourcen und Umwelt retten. "Noch einige Jahre wird es wild life geben - aber wie lange?" fragt er.

Nach seinem Geschichtestudium in Baku, seiner Soziologiepromotion in Moskau, dort seiner Politikmanagement-Lehrtätigkeit wurde er Rektor der privaten Western University Baku und lernte vor anderthalb Jahren den Alternativnobelpreisträger Prof. Dr. Michael Succow, Chef des Botanikinstituts, kennen. Dieser war mit seiner eigenen Michael Succow Stiftung zum Schutz der Natur schon in Georgien und in Aserbeidjan aktiv.

Seit vor allem das Ackerland privatisiert ist, greift der Wildwuchs um sich: die Flüsse sind überfischt, der Stör wird gewildert, die staatlichen Wälder werden aus Armut privat abgeholzt. Die eigene Privatgrenze wird selten eingehalten; jeder bedient sich. Korruption blüht lichterloh. Wer all dem Einhalt gebieten möchte, braucht sehr langen Atem. Michael Succow möchte Prof. Bagirov, den er eine "Lichtgestalt" nennt, dabei helfen. Der Minister kann auf das Land zugreifen und es unter Schutz stellen. Er verfügt über einen Waldfond, einen Grundfond, einen Bodenfond und einen Gewässerfond; nur die Äcker unterstehen nicht ihm.

Eines seiner Ziele ist, der Bevölkerung zu einer ökologischen Grundbildung zu verhelfen, "damit sie begreift, wo ihre Zukunft ist". Um irgendwie zu schaffen, die letzten Pistazienurwälder der Erde zu retten. Zu erreichen, dass die wichtigen Überwinterungsgebiete etwa für Zwergtrappen (80% der Weltpopulation), Zwerggänse bleiben.

Im nächsten Jahr veranstalten die beiden Professoren zusammen eine sehr große internationale Konferenz in Baku mit auch erheblicher deutscher Parlamentarier- und Regierungsbeteiligung. Das Bundesforschungsministerium fördert eine transnationale Kooperation zwischen Aserbeidjan, Georgien und Iran. Das BMBF fördert auch den Erhalt der Artenvielfalt in den Urwäldern zum Iran. 2002 beginnt ein Greifswalder Programm zusammen mit dem Landschaftsökonomieprof. Ulrich Hampicke zu Fragen von Ethik-Ökonomie-Ökologie. Michael Succow, schon vor 15 Jahren auch im benachbarten Georgien aktiv, hilft auch dabei in Feldstudien und der Regionalentwicklung eines Netzes von Biodiversitätsstationen.

Minister Bagirov, auf Einladung der Michael Succow Stiftung auf Durchreise in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern zur Weltklimakonferenz in Marrakesh, trug sich sonntags um 8.30 Uhr in das Unigästebuch ein, besichtigte das Biosphärenreservat Schorfheide Chorin, eine Müllverschwelungsanlage in Samtens auf Rügen und die verwunschene Insel Vilm. Dort durfte er im Bette des Walter Ulbricht selig nächtigen.

Dr. Edmund von Pechmann | idw

Weitere Berichte zu: Aserbeidjan Bagirov Baku Georgien Stör Succow

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Besserer Schutz vor invasiven Arten
15.11.2016 | Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

nachricht Enzian oder Spitzwegerich – wer gewinnt in den Alpen, wenn es wärmer wird?
04.11.2016 | Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Event News

ICTM Conference 2017: Production technology for turbomachine manufacturing of the future

16.11.2016 | Event News

Innovation Day Laser Technology – Laser Additive Manufacturing

01.11.2016 | Event News

#IC2S2: When Social Science meets Computer Science - GESIS will host the IC2S2 conference 2017

14.10.2016 | Event News

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie