Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Schlangen im Kaufhaus, Insekten in der Hand

28.11.2001


Frankfurter Woche der Biodiversität - Hans-Olaf Henkel: "Nur Forschung kann die Artenvielfalt bewahren"

Frankfurt/Main. "Leben ist Vielfalt" geht in die zweite Runde. Noch bis Sonntag machen Forscher aus neun Leibniz-Instituten im Senckenberg-Museum die Artenvielfalt des Lebens auf der Erde erfahr- und erfassbar. Im Museum konnten entschlossene Besucher Insekten in die Hand nehmen, die wie wandelnde Blätter aussehen und auch so heißen. Im Kaufhaus Karstadt ringelten sich am Dienstag Vierbandnattern um die Arme mutiger Weihnachtseinkäufer. Geduldig erklären die Forscher ihre Arbeit. "Ein mehrmaliger Besuch lohnt sich", wirbt Leibniz-Geschäftsführer Jörg Schneider, "denn jeder Tag steht unter einem eigenen Thema." An den beiden ersten Tagen war das Museum fest in Schülerhand. Die Veranstalter rechnen mit doppelt so vielen Besuchern wie an normalen Tagen. Bis Sonntag wären das insgesamt 15.000.

In der Eröffnungsveranstaltung am 26.11. warnte Hans-Olaf Henkel, Präsident der Leibniz-Gemeinschaft: "Die Arten stehen unter dem Druck des Menschen." Von den schätzungsweise 20 bis 50 Millionen Arten auf der Erde, vom Einzeller bis zum Blauwal, seien gerade einmal 1,8 Millionen wissenschaftlich beschrieben. Viele dieser Arten sterben aus, bevor sie entdeckt werden. In den Entwicklungsländern sei die Artenvielfalt am größten, doch gerade dort sei sie auch durch das Bevölkerungswachstum am stärksten bedroht. Henkel mahnte: "Wir können den Menschen in den Entwicklungsländern nicht verwehren, so leben zu wollen wie wir." Um dennoch die letzten Reservate weltweit zu schützen, müsse die Vielfalt der Arten stärker erforscht werden. Vor allem aber müsse die Forschung helfen, nachhaltiger und effizienter mit den natürlichen Ressourcen, Boden, Wasser und Luft, zu wirtschaften. "Nur dann bleibt neben dem Menschen noch Platz für andere Arten", sagte Henkel.

Zur Leibniz-Gemeinschaft gehören 79 außeruniversitäre Forschungsinstitute und Serviceeinrichtungen für die Forschung mit rund 12.000 Mitarbeitern und einem Gesamtetat von 1,6 Milliarden Mark. Das Spektrum der Leibniz-Institute ist breit und reicht von den Natur-, Ingenieur- und Umweltwissenschaften über die Wirtschafts-, Sozial- und Raumwissenschaften bis hin zu den Geisteswissenschaften und Museen mit angeschlossener Forschungsabteilung. Sieben lebenswissenschaftliche Leibniz-Institute haben sich im Kompetenzverbund Biodiversität zusammengeschlossen, der die Woche trägt. Die Leibniz-Institute arbeiten nachfrageorientiert und interdisziplinär, sind von überregionaler Bedeutung und werden deshalb von Bund und Ländern gemeinsam gefördert. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt die Woche der Artenvielfalt mit 750.000 Mark. 

Das Stichwort. Biodiversität ist der Sammelbegriff für die Vielfalt des Lebens auf der Erde. Er umfasst die verschiedenen Tier- und Pflanzenarten ("Artenvielfalt"), bezeichnet aber auch die Vielfalt der Lebensräume und Landschaften.

Kontakt:
Dr. Frank Stäudner
Tel. 0228/308 15-221
Fax 0228/308 15 255
E-Mail staudner@wgl.de

Dr. Frank Stäudner | idw
Weitere Informationen:
http://www.leben-ist-vielfalt.de/
http://www.wgl.de.

Weitere Berichte zu: Artenvielfalt Biodiversität Insekt Kaufhaus

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Energieträger: Biogene Reststoffe effizienter nutzen
29.03.2017 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

nachricht Sauerstoffkrisen in der Adria sind nicht nur vom Menschen verursacht
28.03.2017 | Universität Wien

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Quantenkommunikation: Wie man das Rauschen überlistet

Wie kann man Quanteninformation zuverlässig übertragen, wenn man in der Verbindungsleitung mit störendem Rauschen zu kämpfen hat? Uni Innsbruck und TU Wien präsentieren neue Lösungen.

Wir kommunizieren heute mit Hilfe von Funksignalen, wir schicken elektrische Impulse durch lange Leitungen – doch das könnte sich bald ändern. Derzeit wird...

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Organisch-anorganische Heterostrukturen mit programmierbaren elektronischen Eigenschaften

29.03.2017 | Energie und Elektrotechnik

Klein bestimmt über groß?

29.03.2017 | Physik Astronomie

OLED-Produktionsanlage aus einer Hand

29.03.2017 | Messenachrichten