Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kolibri-Urwäldern droht die Vernichtung

20.11.2001


Westdeutsche Landesbank soll Pipeline-Projekt in Ecuador stoppen

Greenpeace protestiert heute vor der Zentrale der Westdeutschen Landesbank (WestLB) in Düsseldorf gegen die Vergabe eines Milliarden-Kredits für den Bau einer Öl-Pipeline quer durch den Regenwald Ecuadors. Unmittelbar unter das Firmenzeichen der WestLB haben die rund 30 Aktivisten eine Metallplatte mit der Aufschrift WestLB "finanziert Urwaldzerstörung" montiert. Zudem befestigen sie eine sieben Meter lange Kettensäge an der globusähnlichen Skulptur, die vor dem Eingang des Bankgebäudes steht. "Rettet die letzten Urwälder" steht auf einem Transparent. Greenpeace fordert die WestLB als größte deutsche, öffentlich-rechtliche Bank und die nordrhein-westfälische Landesregierung auf, den bereits zugesagten Kredit an ein Öl-Konsortium zurück zu nehmen.

"Was die WestLB in Ecuador betreibt, ist Raubbau-Kapitalismus", sagt Michaela Braun, Greenpeace-Waldexpertin. "Die Bank macht sich mitschuldig an der Zerstörung der letzten Urwälder dieser Erde und den Lebensräumen zahlreicher Waldvölker Ecuadors."

Die Deutsche Bank, die ebenfalls an den Kredit-Verhandlungen für das Pipeline-Projekt beteiligt war, hatte die Finanzierung aufgrund der Umweltprobleme abgelehnt. Doch die Düsseldorfer Banker bleiben bisher hart, obwohl in Ecuador auch von politischer Seite der Widerstand gegen die so genannte OCP-Pipeline wächst.

Der Vizepräsident des ecuadorianischen Nationalkongresses, Dr. Antonio Passo, hatte erst vor wenigen Wochen den Vorstand der WestLB sowie NRW-Ministerpräsident Wolfgang Clement, Finanzminister Peer Steinbrück (Fachaufsicht der WestLB) und Innenminister Fritz Behrens (Staatsaufsicht der WestLB) schriftlich aufgefordert, "jegliche Kredite für das OCP-Projekt (...) umgehend zu stoppen". "Um einer sozialen, ökonomischen und ökologischen Tragödie vorzubeugen", lädt er die Bankenvertreter und Politiker zu einer persönlichen Besichtigung der Dörfer und geschützten Ökosysteme entlang der Pipeline-Route ein. Das vom 30. Oktober 2001 datierte, aber bisher unveröffentlichte Schreiben Passos liegt Greenpeace vor.

Die geplante Trasse soll mitten durch eines der fünf weltweit artenreichsten Waldgebiete mit 450 verschiedenen Vogelarten, darunter Kolibris und Tukane führen. Die Zerstörung der Urwälder für die Pipeline triebe auch die vom Ökotourismus lebende Bevölkerung in den wirtschaftlichen Ruin.

"Die Zeit drängt. Die Landesregierung und die WestLB könnten die Heimat der Pumas und Jaguars noch in letzter Minute retten", sagt Michaela Braun. Über 12 000 Tonnen Rohre sind bereits in der Stadt Esmeraldas an der Pazifikküste eingetroffen, wo der Bau der 500 Kilometer langen Pipeline beginnen soll. Am 26. November wird der Ausschuss für Europa- und Eine-Welt-Angelegenheiten des Landtags in Nordrhein-Westfalen über den Milliardenkredit der landeseigenen Bank debattieren.

Michaela Braun | ots

Weitere Berichte zu: Ecuador Kredit Urwald WestLB

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Die Zerschneidung der Tropenwälder steigert den Ausstoß von Treibhausgasen um weiteres Drittel
30.03.2017 | Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ

nachricht Energieträger: Biogene Reststoffe effizienter nutzen
29.03.2017 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Atome rennen sehen - Phasenübergang live beobachtet

Ein Wimpernschlag ist unendlich lang dagegen – innerhalb von 350 Billiardsteln einer Sekunde arrangieren sich die Atome neu. Das renommierte Fachmagazin Nature berichtet in seiner aktuellen Ausgabe*: Wissenschaftler vom Center for Nanointegration (CENIDE) der Universität Duisburg-Essen (UDE) haben die Bewegungen eines eindimensionalen Materials erstmals live verfolgen können. Dazu arbeiteten sie mit Kollegen der Universität Paderborn zusammen. Die Forscher fanden heraus, dass die Beschleunigung der Atome jeden Porsche stehenlässt.

Egal wie klein sie sind, die uns im Alltag umgebenden Dinge sind dreidimensional: Salzkristalle, Pollen, Staub. Selbst Alufolie hat eine gewisse Dicke. Das...

Im Focus: Kleinstmagnete für zukünftige Datenspeicher

Ein internationales Forscherteam unter der Leitung von Chemikern der ETH Zürich hat eine neue Methode entwickelt, um eine Oberfläche mit einzelnen magnetisierbaren Atomen zu bestücken. Interessant ist dies insbesondere für die Entwicklung neuartiger winziger Datenträger.

Die Idee ist faszinierend: Auf kleinstem Platz könnten riesige Datenmengen gespeichert werden, wenn man für eine Informationseinheit (in der binären...

Im Focus: Quantenkommunikation: Wie man das Rauschen überlistet

Wie kann man Quanteninformation zuverlässig übertragen, wenn man in der Verbindungsleitung mit störendem Rauschen zu kämpfen hat? Uni Innsbruck und TU Wien präsentieren neue Lösungen.

Wir kommunizieren heute mit Hilfe von Funksignalen, wir schicken elektrische Impulse durch lange Leitungen – doch das könnte sich bald ändern. Derzeit wird...

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Nierentransplantationen: Weisse Blutzellen kontrollieren Virusvermehrung

30.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Zuckerrübenschnitzel: der neue Rohstoff für Werkstoffe?

30.03.2017 | Materialwissenschaften

Integrating Light – Your Partner LZH: Das LZH auf der Hannover Messe 2017

30.03.2017 | HANNOVER MESSE