Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Gebietsfremde Arten, die Ökologie und der Naturschutz

16.11.2001


Aus der Fülle wissenschaftlicher Grundlagen und Modelle zur Frage nach der Einwanderung, Anpassung, Ausbreitung und dem Aussterben von Arten stellt eine soeben neu erschienene Publikation der Bayerischen Akademie der Wissenschaften mit dem Titel "Gebietsfremde Arten, die Ökologie und der Naturschutz" ausgewählte Beispiele vor. Das Buch beruht auf einem Experten-Rundgespräch zu dieser Thematik, das von der Kommission für Ökologie der Bayerischen Akademie der Wissenschaften veranstaltet wurde.

Gebietsfremde, mit oder ohne menschliches Zutun eingewanderte Tier- oder Pflanzenarten: sind sie willkommene Bereicherung oder gefährliche Konkurrenz für die einheimischen Arten? Und wie ist dieses "einheimisch" eigentlich definiert? Was Manche für eine Bedrohung halten, wie z.B. den Riesenbärenklau, ist nach dem Naturschutzgesetz längst heimisch. Andererseits können durch die sogenannten Neozoen oder Neophyten (d.h. gebietsfremde Pflanzen und Tiere) immense wirtschaftliche Schäden entstehen, die es rechtzeitig abzuschätzen und zu verhindern gilt.
Von den 12.000 Gefäßpflanzen, die seit der Entdeckung Amerikas 1492 nach Mitteleuropa kamen, konnten sich nur 417 (3,5 %) dauerhaft etablieren und davon wiederum sind nur ca. 20 unerwünscht und werden spezifisch bekämpft. Was spielt sich im Ökosystem wirklich ab, wenn sich gebietsfremde Arten etablieren und ausbreiten? Wie kommt es, dass z.B. das Drüsige Springkraut, das in seiner Heimat im Himalaja nur in kleinen Beständen vorkommt, sich hier explosionsartig entlang von Gewässerrändern und an feuchten Standorten ausbreitet, während sich die meisten anderen neuen Arten bei uns gar nicht erst etablieren können? Können die bisherigen Erkenntnisse über die ökologischen Vorgänge bei der Ausbreitung gebietsfremder Arten eine Vorhersage zulassen, welche Pflanzen oder Tiere möglicherweise wirklich "gefährlich" werden können und welche sich vermutlich unproblematisch in die natürliche Dynamik von Lebensgemeinschaften einordnen werden? Das alles sind Fragen, die in dem neuen Berichtband ausführlich behandelt und diskutiert werden.

Hinweis für die Redaktionen:
Der Band "Gebietsfremde Arten, die Ökologie und der Naturschutz" ist erschienen in der Reihe "Rundgespräche der Kommission für Ökologie", Band 22 (2001), 147 S., zahlreiche, teilweise farbige Abbildungen; Hrsg.: Bayerische Akademie der Wissenschaften. Er kann direkt beim Verlag Dr. Friedrich Pfeil, Wolfratshauser Straße 27, D-81379 München, oder im Buchhandel zu DM 40,-- (Euro 20,45) erworben werden (ISBN 3-931516-92-X).

Gisela von Klaudy | idw
Weitere Informationen:
http://pfeil-verlag.de/

Weitere Berichte zu: Naturschutz Ökologie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Dünenökosysteme modellieren
23.06.2017 | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

nachricht Es wird zu bunt im Gillbach: Weitere nichtheimische Buntbarschpopulation in Deutschland nachgewiesen
22.06.2017 | Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Schnelles und umweltschonendes Laserstrukturieren von Werkzeugen zur Folienherstellung

Kosteneffizienz und hohe Produktivität ohne dabei die Umwelt zu belasten: Im EU-Projekt »PoLaRoll« entwickelt das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT aus Aachen gemeinsam mit dem Oberhausener Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheit- und Energietechnik UMSICHT und sechs Industriepartnern ein Modul zur direkten Laser-Mikrostrukturierung in einem Rolle-zu-Rolle-Verfahren. Ziel ist es, mit Hilfe dieses Systems eine siebartige Metallfolie als Demonstrator zu fertigen, die zum Sonnenschutz von Glasfassaden verwendet wird: Durch ihre besondere Geometrie wird die Sonneneinstrahlung reduziert, woraus sich ein verminderter Energieaufwand für Kühlung und Belüftung ergibt.

Das Fraunhofer IPT ist im Projekt »PoLaRoll« für die Prozessentwicklung der Laserstrukturierung sowie für die Mess- und Systemtechnik zuständig. Von den...

Im Focus: Das Auto lernt vorauszudenken

Ein neues Christian Doppler Labor an der TU Wien beschäftigt sich mit der Regelung und Überwachung von Antriebssystemen – mit Unterstützung des Wissenschaftsministeriums und von AVL List.

Wer ein Auto fährt, trifft ständig Entscheidungen: Man gibt Gas, bremst und dreht am Lenkrad. Doch zusätzlich muss auch das Fahrzeug selbst ununterbrochen...

Im Focus: Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen

Für eine elegante und ökonomische Fortbewegung im Wasser geben Delfine den Wissenschaftlern ein exzellentes Vorbild. Die flinken Säuger erzielen erstaunliche Schwimmleistungen, deren Ursachen einerseits in der Körperform und andererseits in den elastischen Eigenschaften ihrer Haut zu finden sind. Letzteres Phänomen ist bereits seit Mitte des vorigen Jahrhunderts bekannt, konnte aber bislang nicht erfolgreich auf technische Anwendungen übertragen werden. Experten des Fraunhofer IFAM und der HSVA GmbH haben nun gemeinsam mit zwei weiteren Forschungspartnern eine Oberflächenbeschichtung entwickelt, die ähnlich wie die Delfinhaut den Strömungswiderstand im Wasser messbar verringert.

Delfine haben eine glatte Haut mit einer darunter liegenden dicken, nachgiebigen Speckschicht. Diese speziellen Hauteigenschaften führen zu einer signifikanten...

Im Focus: Kaltes Wasser: Und es bewegt sich doch!

Bei minus 150 Grad Celsius flüssiges Wasser beobachten, das beherrschen Chemiker der Universität Innsbruck. Nun haben sie gemeinsam mit Forschern in Schweden und Deutschland experimentell nachgewiesen, dass zwei unterschiedliche Formen von Wasser existieren, die sich in Struktur und Dichte stark unterscheiden.

Die Wissenschaft sucht seit langem nach dem Grund, warum ausgerechnet Wasser das Molekül des Lebens ist. Mit ausgefeilten Techniken gelingt es Forschern am...

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Marine Pilze – hervorragende Quellen für neue marine Wirkstoffe?

28.06.2017 | Veranstaltungen

Willkommen an Bord!

28.06.2017 | Veranstaltungen

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Designte Proteine gegen Muskelschwund

29.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Benzin und Chemikalien aus Pflanzenresten

29.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Hochleitfähige Folien ermöglichen großflächige OLED-Beleuchtung

29.06.2017 | Energie und Elektrotechnik