Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

ICBM-Forschungstauchen am TERRAMARE

10.05.2006


Forschungstaucher der Universität Oldenburg werden zukünftig zeitweise auch in Wilhelmshaven ausgebildet. Die Forschungstauchergruppe der Huntestadt-Universität gehört organisatorisch nun zur Meeresstation des ICBM*). Die im Gebäude des TERRAMARE in Wilhelmshaven als Mitgliedseinrichtung des Forschungsverbundes neben dem Forschungszentrum selbst untergebrachte Station wird damit Ausgangspunkt für praktische Einsätze in der einjährigen Ausbildung.



Aktivitäten wie Probennahme und Aufarbeitung der Proben im Rahmen der Forschungstaucherausbildung werden zukünftig an der ICBM-Meeresstation in Wilhelmshaven ihren festen Platz haben. Aufgrund von Umstrukturierungen erhielt die Oldenburger Forschungstauchgruppe organisatorisch dort inzwischen eine neue Heimat. Andere Ausbildungsabschnitte, wie etwa der korrekte Umgang mit der sogenannten ABC-Ausrüstung (Tauchermaske, Schnorchel und Flossen) finden weiterhin in Oldenburg statt.

... mehr zu:
»Forschungstaucher »TERRAMARE


Die Mindestanforderungen für eine Ausbildung zum Forschungstaucher formuliert Frank Donat, Diplom-Biologe und Tauchausbildungsleiter an der Uni Oldenburg so: "Die Interessenten sollten wenigstens leidlich schwimmen können". Alles weitere lerne man in der etwa einjährigen Ausbildung. Im Rahmen der Schwimmbadausbildung "versuchen wir auf zeitliche Probleme und Bedürfnisse der Taucheranwärter so gut wie möglich einzugehen", so Donat weiter.

Das Tauchen unter wissenschaftlichen Gesichtspunkten unterscheidet sich ganz wesentlich vom Sporttauchen, dem in Deutschland inzwischen mehr als 1,5 Mio Menschen anhängen. Wer sich mit wissenschaftlicher Aufgabenstellung unter Wasser begibt, unterliegt dem Arbeitsrecht. Die Tiefbau-Berufsgenossenschaft sorgt dabei mit europäischen Normen angepaßten Regeln für größtmögliche Arbeitssicherheit. Entsprechend strenger sind die Ausbildungsrichtlinien: Mindestens 240 Stunden müssen die angehenden Forschungstaucher absolvieren, in denen praktische wie theoretische Kenntnisse vermittelt werden. Anders als für den Sporttaucher gehören hier Vollgesichtstauchmaske, Trockentauchanzug und Umgang mit der Signalleine zum Standard. Ein simulierter Tauchgang in einer Druckkammer ist ebenso Bestandteil der Praxisausbildung wie Rettungsübungen, das Training verschiedener wissenschaftlicher Methoden, Leinenführung sowie Schwimm- und Tauchtechnik.

Der theoretische Lehrstoff befaßt sich mit physikalischen Grundlagen des Tauchens, Tauchmedizin, Erster Hilfe, grundlegendem Arbeitsrecht und Technik. Die Beherrschung des technischen Geräts ist ein in jeder Hinsicht überlebenswichtiger Aspekt: Abgesehen einmal davon, daß richtiger Umgang etwa mit dem Drucklufttauchgerät das Überleben unter Wasser sichert, "hat eine befüllte Zehnliter-Druckluftflasche immerhin die Sprengkraft von zwei Handgranaten", wie Frank Donat erläutert. Weiterer Unterschied zu den üblicherweise wenigstens zu zweit agierenden Sporttauchern: Zu einer Forschungstauchergruppe gehören Taucheinsatzleiter, Signalmann, Einsatz- und Sicherungstaucher. Oft kann der Einsatzleiter die Aufgaben des Signalmanns übernehmen, die Gruppe besteht also aus mindestens drei Personen.

Ein Kurs umfaßt 12 bis 14 Teilnehmer, der reine Ausbildungspreis liegt für Studenten bei 900 €, dazu kommt die Ausrüstung, bei deren preisgünstiger Beschaffung man jedoch von der Ausbildungsgruppe Hilfestellung erhält. Teilnehmen können auch nichtstudentische Interessenten. Das Alter der angehenden Forschungstaucher liegt üblicherweise zwischen 20 und 25 Jahren, aber auch ein 35-jähriger Kameramann nimmt am derzeit laufenden Kurs teil. Die Platzvergabe erfolgt nach Dringlichkeit.

Die Uni Oldenburg ist die einzige niedersächsische Ausbildungsstätte für das Forschungstauchen. Erlernen kann man es in der Bundesrepublik Deutschland sonst nur noch an den Universitäten Kiel, Rostock, Konstanz und München sowie an der inzwischen dem Alfred-Wegener-Institut eingegliederten Biologischen Anstalt Helgoland.

Üblicherweise beginnnt der Oldenburger Kurs im Oktober. Zunächst geht es mit der ABC-Ausrüstung ins Schwimmbad, und das zwischen ein und viermal in der Woche, angepaßt an Bedürfnisse und zeitliche Möglichkeiten der Teilnehmer. Dazu kommt ein sechstägiger Theorie-Block. Im Sommersemester schließt sich das Gerätetraining im Schwimmbad und im Freiwasser an - tiefere Tauchgänge im Kreidesee Hemmoor inklusive. Im Herbst dann bereitet eine sehr intensive fünfwöchige Endausbildung in allen Feldern auf die zweitägige Prüfung der Berufsgenossenschaft vor. In diesen Ausbildungsabschnitt fällt der Kurs an der ICBM-Meeresstation. Damit erschließt sich der Oldenburger Tauchgruppe, beginnend ab September 2006, der Wilhelmshavener Banter See als ein Freigewässer für Probennahmeübungen unter praxisnahen Bedingungen mit anschließender Aufarbeitung der Proben in den TERRAMARE-Laboren.

*)Institut für Chemie und Biologie des Meeres der Universität Oldenburg

Kontakt:
Dipl. Biol. Frank Donat
Tel:+49-(0)441-798-3457
Raum: W2 3 - 353 (Standort Wechloy)
E-Mail: Frank.Donat@uni-oldenburg.de

Dr. Sibet Riexinger | idw
Weitere Informationen:
http://www.icbm.de/meeresstation/16001.html
http://www.terramare.de

Weitere Berichte zu: Forschungstaucher TERRAMARE

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Bestände des invasiven Kalikokrebses reduzieren und heimische Arten schützen
24.04.2018 | Pädagogische Hochschule Karlsruhe

nachricht Plastik stimuliert Bakterien im Meer
17.04.2018 | Universität Wien

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: BAM@Hannover Messe: Innovatives 3D-Druckverfahren für die Raumfahrt

Auf der Hannover Messe 2018 präsentiert die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM), wie Astronauten in Zukunft Werkzeug oder Ersatzteile per 3D-Druck in der Schwerelosigkeit selbst herstellen können. So können Gewicht und damit auch Transportkosten für Weltraummissionen deutlich reduziert werden. Besucherinnen und Besucher können das innovative additive Fertigungsverfahren auf der Messe live erleben.

Pulverbasierte additive Fertigung unter Schwerelosigkeit heißt das Projekt, bei dem ein Bauteil durch Aufbringen von Pulverschichten und selektivem...

Im Focus: BAM@Hannover Messe: innovative 3D printing method for space flight

At the Hannover Messe 2018, the Bundesanstalt für Materialforschung und-prüfung (BAM) will show how, in the future, astronauts could produce their own tools or spare parts in zero gravity using 3D printing. This will reduce, weight and transport costs for space missions. Visitors can experience the innovative additive manufacturing process live at the fair.

Powder-based additive manufacturing in zero gravity is the name of the project in which a component is produced by applying metallic powder layers and then...

Im Focus: IWS-Ingenieure formen moderne Alu-Bauteile für zukünftige Flugzeuge

Mit Unterdruck zum Leichtbau-Flugzeug

Ingenieure des Fraunhofer-Instituts für Werkstoff- und Strahltechnik (IWS) in Dresden haben in Kooperation mit Industriepartnern ein innovatives Verfahren...

Im Focus: Moleküle brillant beleuchtet

Physiker des Labors für Attosekundenphysik, der Ludwig-Maximilians-Universität und des Max-Planck-Instituts für Quantenoptik haben eine leistungsstarke Lichtquelle entwickelt, die ultrakurze Pulse über einen Großteil des mittleren Infrarot-Wellenlängenbereichs generiert. Die Wissenschaftler versprechen sich von dieser Technologie eine Vielzahl von Anwendungen, unter anderem im Bereich der Krebsfrüherkennung.

Moleküle sind die Grundelemente des Lebens. Auch wir Menschen bestehen aus ihnen. Sie steuern unseren Biorhythmus, zeigen aber auch an, wenn dieser erkrankt...

Im Focus: Molecules Brilliantly Illuminated

Physicists at the Laboratory for Attosecond Physics, which is jointly run by Ludwig-Maximilians-Universität and the Max Planck Institute of Quantum Optics, have developed a high-power laser system that generates ultrashort pulses of light covering a large share of the mid-infrared spectrum. The researchers envisage a wide range of applications for the technology – in the early diagnosis of cancer, for instance.

Molecules are the building blocks of life. Like all other organisms, we are made of them. They control our biorhythm, and they can also reflect our state of...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

infernum-Tag 2018: Digitalisierung und Nachhaltigkeit

24.04.2018 | Veranstaltungen

Fraunhofer eröffnet Community zur Entwicklung von Anwendungen und Technologien für die Industrie 4.0

23.04.2018 | Veranstaltungen

Mars Sample Return – Wann kommen die ersten Gesteinsproben vom Roten Planeten?

23.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Schreibgeschwindigkeit: Terahertz

25.04.2018 | Informationstechnologie

Demographie beeinflusst Brutfürsorge bei Regenpfeifern

25.04.2018 | Biowissenschaften Chemie

Die Zukunft des Fliegens auf dem Prüfstand

25.04.2018 | Maschinenbau

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics