Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Lebensraum des Zwergmausmaki unter Schutz

20.04.2006


Das Forschungsgebiet des Deutschen Primatenzentrums (DPZ) in Madagaskar erhält den Rang eines "Site de Conservation". Im Vorfeld des Staatsbesuchs von Bundespräsident Horst Köhler in Madagaskar Anfang April richtete der madagassischen Minister für Umwelt, Wasser und Forsten ein neues Schutzgebiet ein, in dem sich auch das Gebiet der Forschungsstation "Kirindy" des Deutschen Primatenzentrums befindet. Dieser Erlass gehört zu dem ehrgeizigen Plan von Madagaskars Präsident Ravalomanana, bis 2008 die Fläche der Naturschutzgebiete Madagaskars zu verdreifachen.


Die Zukunft des Zwergmausmaki (Microcebus berthae), mit 30g der kleinste Primat der Welt, sieht jetzt sehr viel besser aus. Sein Verbreitungsgebiet steht nun unter Schutz. Photo: Melanie Dammhahn



Der Forêt de Kirindy ist Teil eines ca. 30.000 ha großen Schutzgebietes in der Region Menabe an der zentralen Westküste, das jetzt als erster "Site de Conservation" Madagakars etabliert wurde. In dieser Form von Schutzgebiet werden Regionen unter striktem Naturschutz und Regionen mit definierten land- oder forstwirtschaftlichen Aktivitäten zusammengeführt.



Madagaskar ist aufgrund seiner einmaligen Biodiversität und der Zahl der endemischen, d.h. nur dort vorkommenden, Arten einer der wichtigsten Schwerpunkte globaler Naturschutzaktivitäten. Die jetzt unter Schutz gestellten Trockenwälder der Menabe-Region beherbergen mehrere lokal endemische Wirbeltierarten, darunter auch den Zwergmausmaki (Microcebus berthae). Diesen kleinsten Primat der Welt konnten DPZ-Forscher 1992 im Kirindy-Wald entdecken. Aktuelle Forschungsprojekte des DPZ zur ökologischen Einnischung und zum Sozialsystem des Zwergmausmakis fließen vor Ort direkt in die Planungen zum langfristigen Schutz der winzigen nachtaktiven Lemurenart ein.

Das DPZ setzt sich seit Jahren für den Schutz des größten verbleibenden Trockenwaldgebiets in Kirindy und seiner Umgebung ein. Seit September 2005 verfügt das DPZ über ein Kooperationsabkommen mit dem zuständigen madagassischen Ministerium, in dessen Rahmen die Forschungs- und Naturschutzaktivitäten des DPZ geregelt sind. Die britische Naturschutzorganisation Durell Wildlife Preservation Trust ist ebenfalls seit Jahren in der Region aktiv und engagiert sich unter anderem für den Schutz der seltenen Madagaskar-Springratte (Hypogeomys antimena). Ein Teil der Schutzbemühungen im neuen Schutzgebiet werden von der amerikanischen Naturschutzorganisation Conservation International finanziert und von der madagassischen Nichtregierungsorganisation Fanamby verwaltet.

Ein Ziel des DPZ ist es, die Rolle ausgewählter Primatenarten in ihrem jeweiligen Ökosystem zu verstehen und ihre Lebensansprüche und artspezifischen Verhaltensmuster im Freiland zu untersuchen. Hierzu unterhält das DPZ permanente Freilandstationen in Madagaskar, Peru und Indonesien und forscht darüber hinaus in Vietnam, China und in mehreren Ländern Afrikas. Die DPZ-Abteilung Verhaltensökologie und Soziobiologie koordiniert die Station in Madagaskar. Ihre Mitarbeiter untersuchen Faktoren, die den Aufbau und die Struktur von Primatengemeinschaften beeinflussen. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf Fragen zur Bedeutung ökologischer Faktoren für die soziale und genetische Struktur von Primatengesellschaften.

Dr. Dr. Michael Schwibbe | idw
Weitere Informationen:
http://www.durrellwildlife.org
http://www.fanamby.org.mg
http://www.dpz.eu

Weitere Berichte zu: DPZ Madagaskar Schutzgebiet Zwergmausmaki

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Vogelmonitoring leicht gemacht: Erfassung der Brutvögel wird digitalisiert
22.01.2018 | Bundesamt für Naturschutz

nachricht Versauerung: Wie der Klimawandel die Süßgewässer belastet
12.01.2018 | Ruhr-Universität Bochum

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Optisches Nanoskop ermöglicht Abbildung von Quantenpunkten

Physiker haben eine lichtmikroskopische Technik entwickelt, mit der sich Atome auf der Nanoskala abbilden lassen. Das neue Verfahren ermöglicht insbesondere, Quantenpunkte in einem Halbleiter-Chip bildlich darzustellen. Dies berichten die Wissenschaftler des Departements Physik und des Swiss Nanoscience Institute der Universität Basel zusammen mit Kollegen der Universität Bochum in «Nature Photonics».

Mikroskope machen Strukturen sichtbar, die dem menschlichen Auge sonst verborgen blieben. Einzelne Moleküle und Atome, die nur Bruchteile eines Nanometers...

Im Focus: Optical Nanoscope Allows Imaging of Quantum Dots

Physicists have developed a technique based on optical microscopy that can be used to create images of atoms on the nanoscale. In particular, the new method allows the imaging of quantum dots in a semiconductor chip. Together with colleagues from the University of Bochum, scientists from the University of Basel’s Department of Physics and the Swiss Nanoscience Institute reported the findings in the journal Nature Photonics.

Microscopes allow us to see structures that are otherwise invisible to the human eye. However, conventional optical microscopes cannot be used to image...

Im Focus: Vollmond-Dreierlei am 31. Januar 2018

Am 31. Januar 2018 fallen zum ersten Mal seit dem 30. Dezember 1982 "Supermond" (ein Vollmond in Erdnähe), "Blutmond" (eine totale Mondfinsternis) und "Blue Moon" (ein zweiter Vollmond im Kalendermonat) zusammen - Beobachter im deutschen Sprachraum verpassen allerdings die sichtbaren Phasen der Mondfinsternis.

Nach den letzten drei Vollmonden am 4. November 2017, 3. Dezember 2017 und 2. Januar 2018 ist auch der bevorstehende Vollmond am 31. Januar 2018 ein...

Im Focus: Maschinelles Lernen im Quantenlabor

Auf dem Weg zum intelligenten Labor präsentieren Physiker der Universitäten Innsbruck und Wien ein lernfähiges Programm, das eigenständig Quantenexperimente entwirft. In ersten Versuchen hat das System selbständig experimentelle Techniken (wieder)entdeckt, die heute in modernen quantenoptischen Labors Standard sind. Dies zeigt, dass Maschinen in Zukunft auch eine kreativ unterstützende Rolle in der Forschung einnehmen könnten.

In unseren Taschen stecken Smartphones, auf den Straßen fahren intelligente Autos, Experimente im Forschungslabor aber werden immer noch ausschließlich von...

Im Focus: Artificial agent designs quantum experiments

On the way to an intelligent laboratory, physicists from Innsbruck and Vienna present an artificial agent that autonomously designs quantum experiments. In initial experiments, the system has independently (re)discovered experimental techniques that are nowadays standard in modern quantum optical laboratories. This shows how machines could play a more creative role in research in the future.

We carry smartphones in our pockets, the streets are dotted with semi-autonomous cars, but in the research laboratory experiments are still being designed by...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

Veranstaltungen

15. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“

23.01.2018 | Veranstaltungen

Gemeinsam innovativ werden

23.01.2018 | Veranstaltungen

Leichtbau zu Ende gedacht – Herausforderung Recycling

23.01.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Lebensrettende Mikrobläschen

23.01.2018 | Biowissenschaften Chemie

3D-Druck von Metallen: Neue Legierung ermöglicht Druck von sicheren Stahl-Produkten

23.01.2018 | Maschinenbau

CHP1-Mutation verursacht zerebelläre Ataxie

23.01.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics