Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Biodiversitätskonferenz: Schutz der Inselwelt beschlossen

29.03.2006


Große Teile Mikronesiens unter Schutz gestellt


Marakei-Atoll in Kiribati; Foto: Wolfgang Weitlaner



Experten sprechen von einem Meilenstein zur Erhaltung der Biodiversität im Pazifischen Ozean. Bei der 8. Vertragstaatenkonferenz der Konvention über biologischen Vielfalt konnten weitreichende Schutzgebiete in der Inselwelt gesichert werden. Ein Drittel der Küstengewässer und ein Fünftel der gesamten Landfläche Mikronesiens sollen geschützt werden. Auch die karibische Insel Grenada hat angekündigt das marine Schutzgebiet in seinen Küstengewässern um das neunfache auszuweiten.



Der mikronesische Staat Kiribati hat angekündigt, den größten marinen Meerespark des Pazifiks zu errichten. Die 33 Atolle des Landes haben nur 810 Quadratkilometer Landfläche, verteilen sich aber auf eine Fläche von 5,2 Mio. Quadratkilometer - so gesehen ist Kiribati das siebentgrößte Land der Erde. Der neue Meerespark umfasst die Phoenix-Inselgruppe und ist flächenmäßig doppelt so groß wie Portugal. Das bisher schon unberührte Ökosystem soll damit der Menschheit erhalten bleiben. Kiribati ist ebenso wie sein Nachbarstaat Tuvalu von der globalen Erwärmung besonders betroffen, da die flachen Korallenatolle nur wenige Meter aus dem Meer ragen. Zudem sind die Korallen durch die Erwärmung des Wassers gefährdet.

Inseln zählen zu den wichtigsten ökologischen Nischen der globalen Biodiversität. In jahrtausende langer Isolation konnten sich dort Lebensformen anders entwickeln als auf dem Festland. Beispiele sind der inzwischen ausgerottete flugunfähige Vogel Dodo von Mauritius, der Kagu-Vogel in Neukaledonien oder die Brückenechse in Neuseeland. Darüber hinaus weisen die Inseln eine sehr große Zahl verschiedener Lebewesen auf: 16 Prozent der weltbekannten Pflanzenspezies kommen dort vor, bei den marinen Lebensformen sind es sogar 50 Prozent aller global vorkommenden Spezies. Die Isolation macht die Flora und Fauna aber sehr empfindlich: Nur kleine Veränderungen können massive Folgen haben und ganze Populationen ausrotten. Bedroht sind die Inseln durch Abholzung, Überfischung und der Zerstörung der Korallen - von denen nach Angaben von Meeresbiologen bereits ein Drittel schwer geschädigt sind.

Das marine Schutzprojekt im Pazifik, das rund 18 Mio. Dollar kosten wird, wurde von zahlreichen Regierungsfonds, Umweltorganisationen und internationalen Finanzinstitutionen unterstützt. "Die meisten Bewohner der Inseln leben vom Fischfang und Tourismus, daher ist es wesentlich, dass dieses Ökosystem erhalten bleibt", so Ahmed Djoghlaf, Executive Secretary der Convention on Biological Diversity. Die Tsunamikatastrophe im Dezember 2004 im Indischen Ozean habe deutlich gemacht, wie wesentlich gesunde Korallenriffe und Mangroven für das Überleben sind. "Diese Habitate sind nicht nur lebensnotwendig für die Nahrungsmittel aus dem Meer, sondern haben darüber hinaus wichtige Schutzbarrieren vor den Gefahren des Ozeans", so Djoghlaf.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.biodiv.org

Weitere Berichte zu: Inselwelt Isolation Ozean Quadratkilometer

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Fernerkundung für den Naturschutz
17.08.2017 | Hochschule München

nachricht "Brauchen wir das?" Auf dem Weg zu einer umweltgerechten Bedarfsprüfung von Infrastrukturprojekten
09.08.2017 | Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie