Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Weltklimakonferenz in Marrakesch: Greenpeace warnt vor Rollerückwärts

29.10.2001


Einzelne Mitgliedsstaaten der Klimakonferenz könnten bei den Detailverhandlungen in Marrakesch hinter den bereits erreichten Verhandlungserfolgen zurückbleiben und damit die gesamten internationalen Klimaschutzbemühen ausbremsen. Davor warnte heute Greenpeace-Klimaexperte Karsten Smid zum Auftakt der siebten Weltklimakonferenz in Marrakesch. Demnach wollen vor allem die Länder Japan, Kanada, Australien und Russland die bereits vereinbarten Klimaschutzziele wieder aufweichen. Russland hat schon vor Beginn der Konferenz angekündigt, die ihm zugestandenen Limits bei der Anrechnung von Wäldern als sogenannte Schadstoffsenken nicht zu akzeptieren. Nachdem die USA im letzten Jahr erklärt hatten, das Klimaschutzprotokoll von Kyoto nicht zu ratifizieren, ist für den internationalen Klimaschutz aber umso wichtiger, dass die übrigen Industrieländer das Kyoto-Protokoll ratifizieren.

Auf der Klimakonferenz in Bonn vergangenen Juli hatten sich die Mitgliedsstaaten nach zähem Ringen auf ein gemeinsames Vorgehen zur Umsetzung des Kyoto-Protokolls geeinigt. Der in Bonn erzielte politische Kompromiss muss in Marrakesch in eine formelle Entscheidung umgesetzt werden. Dabei geht es vor allem um offene, technische Details, wie zum Beispiel die Kontrolle über die Einhaltung der Einsparziele. Insgesamt wollen die Umweltminister aus den über 180 Staaten am Ende der Konferenz alle Einzelheiten und Bestimmungen geregelt haben, so dass das Kyoto-Protokoll zum Weltgipfel für Nachhaltigkeit im Jahr 2002 in Kraft treten kann.

"Die Klimakonferenz darf jetzt keine Rolle rückwärts machen", sagt Karsten Smid. "Der positive Impuls von Bonn muss in Marrakesch weiter genutzt werden. Wenn stattdessen alles nochmal von vorne losgeht und mühsam erarbeitete Kompromisse wieder aufgeschnürt werden, waren die zähen Klimaverhandlungen der letzten Jahre umsonst. Der Erfolg dieser Klimakonferenz hängt jetzt an Russland, Kanada, Japan und Australien."

Heuchlerisch sind für Greenpeace die Stimmen aus der Deutschen Wirtschaft, die den im Kyoto-Protokoll festgelegten Emissionshandel neuerdings kritisieren. Allen voran hatte sich der Bundesverband der deutschen Industrie (BDI) vergangene Woche öffentlich gegen die Pläne der Europäischen Kommission gerichtet, die die verbindliche Einführung eines europaweiten Handels mit Treibhausgasemissionen vorsieht.

Smid: "Gerade die Wirtschaftsexperten, die in Kyoto den Emissionshandel vor allen anderen Instrumenten gelobt hatten, weigern sich jetzt, die Konsequenzen zu tragen. Der Emissionshandel galt bei Wirtschaftsverbänden als guter Kern des Kyoto-Abkommens, um die Klimaschutzziele mit wirtschaftlichen Mitteln zu erreichen. Wer das jetzt nicht mit trägt, muss sich Unglaubwürdigkeit und Ignoranz gegenüber den nachkommenden Generationen vorwerfen lassen."

Karsten Smid | ots
Weitere Informationen:
http://www.greenpeace.de/klima

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer
20.10.2017 | Ostbayerische Technische Hochschule Regensburg

nachricht Forscher untersuchen Pflanzenkohle als Basis für umweltfreundlichen Langzeitdünger
20.10.2017 | Eberhard Karls Universität Tübingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope

20.10.2017 | Förderungen Preise