Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kiebitz und Uferschnepfe: eine Chance für bedrohte Wiesenvögel

02.03.2006


Der Kiebitz steckt in der Krise. Wie die Uferschnepfe. Experten registrieren seit Jahrzehnten einen Rückgang der Population dieses typischen Wiesenvogels. Doch Hilfe ist in Sicht! Wird weniger stark entwässert, werden die Grabenprofile flacher, liegen die Mahdtermine möglichst spät und werden die Flächen von innen nach außen gemäht, dann haben die Bodenbrüter eine Chance. Das ist das Ergebnis eines Forschungsprojektes der Hochschule Vechta in der Stollhammer Wisch (Landkreis Wesermarsch, Niedersachsen), einem Gebiet mit gesamtstaatlicher Bedeutung für den Artenschutz. Gefördert wurde es mit rund 125.000 Euro von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU). Mehr als 150 Teilnehmern aus sechs europäischen Staaten diskutierten heute die Ergebnisse bei einer Wiesenvogeltagung im Zentrum für Umweltkommunikation der DBU.


Ein Kiebitz-Gelege - immer in Gefahr! Im Rahmen eines Forschungsprojektes der Hochschule Vechta in der Stollhammer Wisch in Niedersachsen wurde jetzt untersucht, wie die Zukunft des gefährdeten Wiesenvogels gesichert werden kann.



In ganz Europa kommt etwa der Kiebitz vor. Durch Kultivierung der Landschaft, Trockenlegung von Sümpfen und Feuchtwiesen musste er sich von Feuchtgebieten auf Grünland und Acker umstellen. Die ermöglichen ihm zwar eine gute Nistgelegenheit und auch gute Deckungsmöglichkeiten für die Jungen. Aber durch den Einsatz von Pestiziden finden seine Küken kaum genügend Insekten. Und nicht nur das: Zu steile Gräben, zu viele Weidetiere, zu frühe Mahdtermine werden ihm zum Verhängnis: Es werden nur wenige Junge groß, sein Bestand ist auf Dauer stark gefährdet.



Im norddeutschen Tiefland ist seit vielen Jahrzehnten ein Rückgang zu verzeichnen. "Wissenschaftliche Untersuchungen deuten darauf hin, dass der Reproduktionserfolg der verbliebenen Populationen nicht ausreicht, um die gefährdeten Wiesenvögel zu erhalten", betont Prof. Dr. Werner Wahmhoff, stellvertretender DBU-Generalsekretär. Hier setzte das Vorhaben in der ca. 3.000 Hektar großen Stollhammer Wisch in der Wesermarsch an. Insgesamt wurden vier Feuchtgrünlandtypen untersucht, die unterschiedlich bewirtschaftet wurden.

Prof. Dr. Heinz Düttmann von der Hochschule Vechta: "Der Reproduktionserfolg wurde mit Hilfe eines ausgeklügelten Monitoring-Systems erfasst und mit Blick auf die jeweiligen Bewirtschaftungsformen ausgewertet. Die Analysen reichten von Nestkontrollen über Videoaufnahmen zur Aufklärung von Gelegeverlusten bis hin zu Fernmessungen. Im Rahmen des Projekts konnten zukunftsfähige Managementmaßnahmen zum Schutz der Wiesenvogelpopulation in Feuchtgebieten Norddeutschlands entwickelt werden."

Das niedersächsische Projekt ist nicht das einzige zum Schutz von Wiesenvögeln und Feuchtwiesen, das die DBU aktuell fördert. 120.000 Euro stellt sie in Schleswig-Holstein für einen "Aktionsplan für Wiesenvögel und Feuchtwiesen" zur Verfügung. Das Michael-Otto-Institut (Bergenhusen), ein Forschungs- und Bildungszentrum für Feuchtgebiete und Vogelschutz im Naturschutzbund (NABU), verfolgt das Ziel, die wirkungsvollsten Maßnahmen für den Wiesenschutz zu erarbeiten. Dabei werden zunächst eine Analyse des gegenwärtigen international verfügbaren Wissens zum Schutz von Feuchtwiesen und eine Prüfung der Wirksamkeit bisher umgesetzter Maßnahmen durchgeführt. Anschließend werden vier Fallstudien in Schleswig-Hostein genauer bezüglich des finanziellen Mitteleinsatzes und des Erfolges untersucht, ein Prioritätenplan für Schutzmaßnahmen und alternative Nutzungsmöglichkeiten für Feuchtwiesen entwickelt werden.

Franz-Georg Elpers | idw
Weitere Informationen:
http://www.dbu.de

Weitere Berichte zu: Feuchtgebiet Feuchtwiesen Kiebitz Uferschnepfe Wiesenvögel

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Dünenökosysteme modellieren
23.06.2017 | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

nachricht Es wird zu bunt im Gillbach: Weitere nichtheimische Buntbarschpopulation in Deutschland nachgewiesen
22.06.2017 | Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Der schärfste Laserstrahl der Welt

Physikalisch-Technische Bundesanstalt entwickelt einen Laser mit nur 10 mHz Linienbreite

So nah an den idealen Laser kam bisher noch keiner: In der Theorie hat ein Laser zwar genau eine einzige Farbe (Frequenz bzw. Wellenlänge). In Wirklichkeit...

Im Focus: Wellen schlagen

Computerwissenschaftler verwenden die Theorie von Wellenpaketen, um realistische und detaillierte Simulationen von Wasserwellen in Echtzeit zu erstellen. Ihre Ergebnisse werden auf der diesjährigen SIGGRAPH Konferenz vorgestellt.

Denkt man an einen See, einen Fluss oder an das Meer, so sieht man vor sich, wie sich das Wasser kräuselt, wie Wellen gegen die Felsen schlagen, wie Bugwellen...

Im Focus: Making Waves

Computer scientists use wave packet theory to develop realistic, detailed water wave simulations in real time. Their results will be presented at this year’s SIGGRAPH conference.

Think about the last time you were at a lake, river, or the ocean. Remember the ripples of the water, the waves crashing against the rocks, the wake following...

Im Focus: Schnelles und umweltschonendes Laserstrukturieren von Werkzeugen zur Folienherstellung

Kosteneffizienz und hohe Produktivität ohne dabei die Umwelt zu belasten: Im EU-Projekt »PoLaRoll« entwickelt das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT aus Aachen gemeinsam mit dem Oberhausener Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheit- und Energietechnik UMSICHT und sechs Industriepartnern ein Modul zur direkten Laser-Mikrostrukturierung in einem Rolle-zu-Rolle-Verfahren. Ziel ist es, mit Hilfe dieses Systems eine siebartige Metallfolie als Demonstrator zu fertigen, die zum Sonnenschutz von Glasfassaden verwendet wird: Durch ihre besondere Geometrie wird die Sonneneinstrahlung reduziert, woraus sich ein verminderter Energieaufwand für Kühlung und Belüftung ergibt.

Das Fraunhofer IPT ist im Projekt »PoLaRoll« für die Prozessentwicklung der Laserstrukturierung sowie für die Mess- und Systemtechnik zuständig. Von den...

Im Focus: Das Auto lernt vorauszudenken

Ein neues Christian Doppler Labor an der TU Wien beschäftigt sich mit der Regelung und Überwachung von Antriebssystemen – mit Unterstützung des Wissenschaftsministeriums und von AVL List.

Wer ein Auto fährt, trifft ständig Entscheidungen: Man gibt Gas, bremst und dreht am Lenkrad. Doch zusätzlich muss auch das Fahrzeug selbst ununterbrochen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Marine Pilze – hervorragende Quellen für neue marine Wirkstoffe?

28.06.2017 | Veranstaltungen

Willkommen an Bord!

28.06.2017 | Veranstaltungen

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Der schärfste Laserstrahl der Welt

29.06.2017 | Physik Astronomie

Maßgeschneiderte Nanopartikel gegen Krebs gesucht

29.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wolken über der Wetterküche: Die Azoren im Fokus eines internationalen Forschungsteams

29.06.2017 | Geowissenschaften