Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Keine Angst vor Unken-Rufen: DBU hilft Molchen und Landwirten

14.02.2006


Wer weiß schon, wie eine Rotbauchunke aussieht? Oder ein Kammmolch? - Wohl nur wenige: Diese Amphibien sind vom Aussterben bedroht. Ihr Lebensraum, kleingewässerreiche Ackerflächen in Nordostdeutschland, sind von intensiver Landnutzung geprägt. Deshalb ist es wichtig, ein erfolgreiches Schutzkonzept zu entwickeln, das die gegensätzlichen Interessen von Naturschützern und Landwirten unter einen Hut bringt. Das Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF e.V., Müncheberg, Brandenburg) entwickelt ein Programm, das den notwendigen Schutz der Tiere in landwirtschaftliche Produktionsprozesse einbinden soll. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) unterstützt diese Arbeiten mit rund 580.000 Euro. Das Projekt wird in einem etwa 1300 Hektar großen Ackerbaugebiet in Eggersdorf (Brandenburg) erprobt und soll dann als Muster für ähnliche Gebiete bundesweit genutzt werden.


Die Rotbauchunke ist vom Aussterben bedroht. Der Schutz ihres Lebensraumes und landwirtschaftliche Produktionsprozesse sollen jetzt in Einklang gebracht werden.



Im Rahmen des DBU-Förderprojektes werden konkrete Schutzmaßnahmen umgesetzt: So soll den Tieren ein sicherer Wechsel zwischen ihren Lebensräumen ermöglicht werden. Rotbauchunke und Kammmolch halten sich im Sommer in der Nähe von Kleingewässern auf, leben im Winter aber eher an Waldrändern. Extra angelegte Feldhecken sollen ihnen unter anderem helfen, sicher die dazwischen liegenden Äcker zu überqueren. Zudem werden die ZALF-Mitarbeiter Kleingewässer entschlammen, damit diese sogenannten Ackersölle auch noch im Sommer ausreichend Wasser für eine erfolgreiche Vermehrung der Amphibien führen. "Überlebensnotwendig ist es auch, dass wir in den Kleingewässern eine bestimmte Wasserqualität sichern", weiß Dr. Gert Berger vom ZALF. Deshalb sei es den Forschern wichtig, dass ein übermäßiger Nährstoffeintrag in die Sölle verhindert wird. Düngestopps entlang der Gewässer dienen diesem Ziel.

... mehr zu:
»Amphibien »Landwirt »Schutzmaßnahme »ZALF


Um allerdings Kosten und Aufwand der Schutzmaßnahmen zu minimieren, begleitet das ZALF die konkrete Umsetzung mit wissenschaftlichen Untersuchungen. So beobachten die Wissenschaftler genau, wann und wo die Amphibien ihren Lebensraum wechseln und wo sie sich erfolgreich vermehren können - schließlich müssen die Hecken auch an den richtigen Stellen gepflanzt und die geeignetsten Sölle entschlammt werden.

"Zum Abschluss der Untersuchungen wollen wir dann ein System zur Entscheidungshilfe entwickeln, das die betroffenen Landwirte einfach, schnell und effektiv berät und auch Kosten und Nutzen von möglichen Schutzmaßnahmen errechnet", erläutert Berger. Das Programm soll dann auch für andere Gebiete zuverlässige Daten liefern können.

Franz-Georg Elpers | idw
Weitere Informationen:
http://www.dbu.de/press/artikel1127.html

Weitere Berichte zu: Amphibien Landwirt Schutzmaßnahme ZALF

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Versauerung: Wie der Klimawandel die Süßgewässer belastet
12.01.2018 | Ruhr-Universität Bochum

nachricht Tote Bäume haben zahlreiche und treue Begleiter
10.01.2018 | Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Forscher entschlüsseln zentrales Reaktionsprinzip von Metalloenzymen

Sogenannte vorverspannte Zustände beschleunigen auch photochemische Reaktionen

Was ermöglicht den schnellen Transfer von Elektronen, beispielsweise in der Photosynthese? Ein interdisziplinäres Forscherteam hat die Funktionsweise wichtiger...

Im Focus: Scientists decipher key principle behind reaction of metalloenzymes

So-called pre-distorted states accelerate photochemical reactions too

What enables electrons to be transferred swiftly, for example during photosynthesis? An interdisciplinary team of researchers has worked out the details of how...

Im Focus: Erstmalige präzise Messung der effektiven Ladung eines einzelnen Moleküls

Zum ersten Mal ist es Forschenden gelungen, die effektive elektrische Ladung eines einzelnen Moleküls in Lösung präzise zu messen. Dieser fundamentale Fortschritt einer vom SNF unterstützten Professorin könnte den Weg für die Entwicklung neuartiger medizinischer Diagnosegeräte ebnen.

Die elektrische Ladung ist eine der Kerneigenschaften, mit denen Moleküle miteinander in Wechselwirkung treten. Das Leben selber wäre ohne diese Eigenschaft...

Im Focus: The first precise measurement of a single molecule's effective charge

For the first time, scientists have precisely measured the effective electrical charge of a single molecule in solution. This fundamental insight of an SNSF Professor could also pave the way for future medical diagnostics.

Electrical charge is one of the key properties that allows molecules to interact. Life itself depends on this phenomenon: many biological processes involve...

Im Focus: Wie Metallstrukturen effektiv helfen, Knochen zu heilen

Forscher schaffen neue Generation von Knochenimplantaten

Wissenschaftler am Julius Wolff Institut, dem Berlin-Brandenburger Centrum für Regenerative Therapien und dem Centrum für Muskuloskeletale Chirurgie der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

2. Hannoverscher Datenschutztag: Neuer Datenschutz im Mai – Viele Unternehmen nicht vorbereitet!

16.01.2018 | Veranstaltungen

Fachtagung analytica conference 2018

15.01.2018 | Veranstaltungen

Tagung „Elektronikkühlung - Wärmemanagement“ vom 06. - 07.03.2018 in Essen

11.01.2018 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rittal mit neuem Onlineauftritt - Lösungskompetenz für alle IT-Szenarien

16.01.2018 | Unternehmensmeldung

Die „dunkle“ Seite der Spin-Physik

16.01.2018 | Physik Astronomie

Wetteranomalien verstärken Meereisschwund

16.01.2018 | Geowissenschaften