Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

"Die Chance von Johannesburg: Eckpunkte einer Verhandlungsstrategie"

18.10.2001


Der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU) hat am (heutigen) Donnerstag in Berlin sein erstes Politikpapier übergeben. Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn, Bundesumweltminister Jürgen Trittin und die Bundesentwicklungsministerin, Heidemarie Wieczorek-Zeul, nahmen das Politikpapier "Die Chance von Johannesburg: Eckpunkte einer Verhandlungsstrategie" vom Beirat entgegen.


Der WBGU setzt mit diesem Dokument - wie mit der Bundesregierung vereinbart - einen neuen, stärker politikberatenden Akzent in seine Arbeit. Er legt der Bundesregierung erstmals Empfehlungen vor, die sich auf ein künftiges konkretes Ereignis beziehen. Im September 2002 findet - 10 Jahre nach Rio - in Johannesburg der Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung statt. Bulmahn, Trittin und Wieczorek-Zeul begrüßten das Papier ausdrücklich. Es gebe gute Denkanstöße für die weitere Vorbereitung des Weltgipfels und komme zum richtigen Zeitpunkt, weil sich die Chance biete, in der internationalen Umwelt- und Entwicklungspolitik jetzt die Weichen für die Agenda der Konferenz zu stellen.

Der WBGU empfiehlt der Bundesregierung, sich bereits im Vorfeld dafür einzusetzen, dass der Weltgipfel seine Aufmerksamkeit auf die drängendsten Probleme des Globalen Wandels konzentriert. Inhaltlich plädiert der Beirat u. a. für folgende Schwerpunkte: Gründung einer globalen Umweltorganisation, Einsatz innovativer Finanzierungsinstrumente, Entwicklung einer globalen Energiestrategie, Verabschiedung einer "Weltwassercharta", die den nachhaltigen Umgang mit Süßwasser sicherstellt.


Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn erklärte hierzu: "Bei den vorgelegten Empfehlungen steht die Umwelt- und Entwicklungspolitik im Mittelpunkt. Es ist erfreulich, dass die Empfehlungen nicht nur hinreichend konkret sind, sondern auch zeitgerecht vorgelegt werden. Das ermöglicht eine intensive Prüfung im Dialog zwischen Wissenschaft und Politik rechtzeitig vor dem Johannesburg-Gipfel. Das Papier ist ein gelungenes Beispiel dafür, wie der Beirat künftig eine stärker politikberatende Funktion wahrnehmen kann."

Bundesumweltminister Jürgen Trittin: "Der Johannesburg-Gipfel bietet eine hervorragende Gelegenheit, der globalen Umweltpolitik und dem internationalen Nachhaltigkeitsprozess neue Anstöße zu geben. Eines der Hauptthemen wird sein, die sich weiter beschleunigende Globalisierung der Weltwirtschaft durch Schaffung geeigneter ökologischer und sozialer Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass die Zielsetzungen nachhaltiger Entwicklung international besser als bisher erfüllt werden. Für weitere Themen auf der sich abzeichnenden Agenda, wie nachhaltige Energiepolitik und Wasserwirtschaft sowie Stärkung der UN-Institutionen, für die sich auch der WGBU einsetzt, hat sich die Bundesrepublik bereits international stark gemacht. Darüber hinaus enthält das Politik-Papier wertvolle Anregungen für die weiteren Gipfel-Vorbereitungen."

Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul: "Nach dem 11. September ist wichtiger denn je, dass die Industrie- und Entwicklungsländer sich in einer neuen Partnerschaft zusammenfinden, in einem Global Deal, einer globalen Vereinbarung, denn die wirklichen Gegner der Welt sind Armut und Umweltzerstörung. Rio+10 kann eine wichtige Wegmarke sein, diesen Global Deal herbeizuführen und eine gerechtere Weltordnung zu schaffen und eine neue Weltunordnung zu verhindern. Die Vorschläge des WBGU zu innovativen Finanzierungsmechanismen können auch die Diskussionen für die UN-Konferenz "Financing for Development" im März 2002 in Mexiko in Schwung bringen. Das Gutachten zeigt insgesamt deutlich, dass der WBGU seine Kompetenz in entwicklungspolitischen Fragen deutlich ausgebaut hat. Das begrüße ich sehr."

Das Politikpapier des WBGU "Die Chance von Johannesburg: Eckpunkte einer Verhandlungsstrategie" ist bei der Geschäftsstelle des WBGU und auch im Internet unter www.wbgu.de verfügbar.

Hrsg: BMU-Pressereferat, Alexanderplatz 6, 10178 Berlin
Redaktion: Michael Schrören (verantwortlich)
Jürgen Maaß, Frauke Stamer, Martin Waldhausen
Tel.: 01888/305-2010. Fax: 01888/305-2016
E-Mail: presse@bmu.de


| BMU
Weitere Informationen:
http://www.bmu.de/presse

Weitere Berichte zu: Beirat Eckpunkte Verhandlungsstrategie Weltgipfel

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Von der Weser bis zur Nordsee: PLAWES erforscht Mikroplastik-Kontaminationen in Ökosystemen
20.09.2017 | Universität Bayreuth

nachricht Der Monsun und die Treibhausgase
18.09.2017 | Forschungszentrum Jülich

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zum Biomining ab Sonntag in Freiberg

22.09.2017 | Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

DFG bewilligt drei neue Forschergruppen und eine neue Klinische Forschergruppe

22.09.2017 | Förderungen Preise

Lebendiges Gewebe aus dem Drucker

22.09.2017 | Biowissenschaften Chemie