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Neuer Umweltstandard für mehr Ökostrom aus Wasserkraft

18.01.2006


Schonende Energiegewinnung soll bewertbar werden - DBU fördert Machbarkeitsstudie

In Deutschland wird immer mehr umweltfreundlicher Strom produziert. Dieser "grüne Strom" kann auch aus Wasserkraft gewonnen werden. Bisher gibt es jedoch kein Bewertungsverfahren, das einen hohen ökologischen Standard bei der Wasserkraftnutzung dokumentiert. Das soll sich jetzt ändern: Mit finanzieller Unterstützung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) überprüfen die Universität Stuttgart und das Wasserforschungsinstitut "Eawag" zusammen mit der EnBW Energie Baden-Württemberg AG die Anwendbarkeit eines Kriterienkatalogs aus der Schweiz. Er soll in Deutschland dazu dienen, Wasserkraftwerke auf bestimmte Umweltaspekte hin umfassend zu untersuchen und sie anschließend auszuzeichnen. Der "greenhydro-Standard" kann dann als Zertifizierungsgrundlage für Gütesiegel wie "ok-power" oder "Grüner Strom Label" genutzt werden.

Wasserkraft stellt eine erneuerbare und klimaschonende Energiequelle dar. Trotzdem bringt sie auch unerwünschte ökologische Folgen mit sich: So können Wasserkraftwerke etwa die Wanderung von Fischen behindern. Maßnahmen zur Verbesserung der ökologischen Situation sind oft sehr kostspielig. Der Bau einer "Fischtreppe" kann über 100.000 Euro kosten. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) von 2004 sichere dem Produzenten von Strom aus Wasserkraft zwar den Unterhalt der Anlage, schaffe aber nur bedingt Anreize, den Öko-Standard in der Produktion weiter auszubauen, sagt DBU-Generalsekretär Dr. Fritz Brickwedde: "Gerade für die Vermarktung von ´grünem Strom´ ist es aber wichtig, dass eine möglichst hohe Umweltqualität auf allen Ebenen sichergestellt und - etwa im Rahmen eines freiwilligen Gütesiegels - auch nachgewiesen werden kann".

In der Schweiz wird nicht nur ein großer Anteil des Stroms aus Wasserkraft gewonnen. Dort wird bereits seit 2001 im Rahmen eines Gütesiegels für "grünen Strom" auch mit dem "greenhydro-Standard" gearbeitet. Das Verfahren stellt sicher, dass der Kraftwerksbetreiber sich an einen Umweltstandard hält, der die gesetzlichen Mindestanforderungen übersteigt. Als Gegenleistung kann das Kraftwerk als besonders umweltfreundlich ausgezeichnet werden. Mit diesem Siegel hebt sich der Betreiber dann von seinen Konkurrenten ab und kann seinen "grünen Strom" auf dem Markt an ökologiebewusste Kunden verkaufen. Mit einem Teil der zusätzlichen Einnahmen verpflichtet sich der Produzent, weitere umweltfreundliche Verbesserungsmaßnahmen zu finanzieren.

Die Projektergebnisse werden am 26. Juni 2006 im Zentrum für Umweltkommunikation (Osnabrück) der DBU der interessierten Fachöffentlichkeit vorgestellt.

Franz-Georg Elpers | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.dbu.de

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