Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

EU-Kommission will Ressourcennutzung nachhaltig gestalten

21.12.2005


Das Wuppertal Institut begrüßt die Ressourcenstrategie und mahnt weitere Schritte an



Europa soll künftig sorgsamer mit den natürlichen Ressourcen umgehen. Das ist das Ziel der "thematischen Strategie" zur nachhaltigen Ressourcennutzung. Das Wuppertal Institut hat die EU-Kommission in den letzten Jahren bei der Entwicklung ihrer Strategie durch eine Reihe von Projekten unterstützt. Dabei wurde der Ressourcenverbrauch der EU im In- und Ausland quantifiziert, die wichtigsten Materialflüsse und die sie verursachenden Branchen und Produktgruppen wurden bestimmt. In ihrer Ressourcenstrategie stellt die EU-Kommission fest, dass es der Politik bisher nicht gelungen sei, die tiefgreifenden nicht nachhaltigen Trends der Ressourcennutzung in Europa und weltweit umzukehren.



Umweltpolitik müsse über die Kontrolle von Emissionen und Abfällen hinausgehen und eine Systemperspektive "von der Wiege bis zur Bahre" einnehmen. Es sei wichtig, die Umweltwirkungen auch jenseits der europäischen Grenzen zu bedenken, die mit unseren Wirtschaftsaktivitäten verbunden sind. Die Mitgliedsstaaten werden aufgefordert, nationale Programme zur Förderung zukunftsfähiger Ressourcennutzung aufzulegen.

Die EU-Ressourcenstrategie hat einen langfristigen Zeithorizont von 25 Jahren. Allerdings stehen ein Aktions- und ein Zeitplan für die kommenden Jahre noch aus. Auch bei konkreten Zielen und Prioritäten hält sich die Kommission in ihrem Dokument bedeckt. Als Orientierung wird ein Faktor 3,7 der Erhöhung der Materialproduktivität in den nächsten 50 Jahren erwähnt. Dieses Ziel weist nach Einschätzung von Dr. Stefan Bringezu, Leiter der Forschungsgruppe "Stoffströme und Ressourcenmanagement", zwar in die richtige Richtung, es ist jedoch zu schwach, um zu einer absoluten Verminderung des Ressourcenverbrauchs und damit einer nennenswerten Entlastung der Umwelt beizutragen. Die Ressourcenproduktivität müsste und könne daher erheblich stärker als von der Kommission angepeilt steigen. Ein Programm zur Erhöhung der Material- und Energieeffizienz könnte dabei nicht nur die Umwelt entlasten, sondern Innovationen befördern, damit die Wettbewerbsfähigkeit steigern und Arbeitsplätze langfristig sichern.

Dass diese Verbindung von Ökologie und Ökonomie über die Erhöhung der Ressourcenproduktivität möglich ist, wird auch in der EU-Ressourcenstrategie erwähnt. Doch werden die konkreten Möglichkeiten, die sich dahinter verbergen, noch zu wenig ausgeleuchtet. Während die Ressourcenstrategie darauf abhebt, die Umweltwirkungen von Ressourcenverbrauch weiter zu untersuchen, zeigen die Analysen des Wuppertal Instituts und europäischer Partnerinstitutionen, dass zunehmender Ressourcenverbrauch gesamtwirtschaftlich betrachtet bislang stets mit wachsenden Umweltbelastungen verbunden war. Daher empfiehlt das Institut, dass künftige Forschungsarbeiten sich auf die technologischen und institutionellen Möglichkeiten konzentrieren sollten, den Ressourcenverbrauch vom wirtschaftlichen Wachstum abzukoppeln. Dabei gilt es, die Ressourcenproduktivität zu steigern, auf erneuerbare Energien und Materialien umzusteigen und nachhaltige Formen der Flächennutzung zu fördern.

Die Ressourcenstrategie setzt stark auf eine weitere Verbesserung der Wissensbasis. Hierzu sollen eine europäische Informationsdrehscheibe und ein internationales Expertengremium für nachhaltige Ressourcennutzung eingesetzt werden. Hierbei wird das Wuppertal Institut als internationales Kompetenzzentrum in diesem Bereich genannt. Das Institut arbeitet bereits an Projekten, die den Akteuren in Unternehmen und Haushalten konkrete Informationen an die Hand geben sollen, wie sie profitabel zu einer nachhaltigen Nutzung natürlicher Ressourcen beitragen können, und welche politischen Maßnahmen die richtigen Anreize setzen, dies auch zu tun.

Ansprechpartner:

Dr. Stefan Bringezu
Leiter der Forschungsgruppe Stoffströme und Ressourcenmanagement

Tel.: 0202 -2492-131
E-Mail: stefan.bringezu@wupperinst.org

Dorle Riechert | idw
Weitere Informationen:
http://www.wupperinst.org
http://europa.eu.int/comm/environment/natres/index.htm
http://europa.eu.int/comm/environment/index_en.htm

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Wie gefährlich ist Reifenabrieb?
19.02.2018 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

nachricht Verbreitung von Fischeiern durch Wasservögel – nur ein Mythos?
19.02.2018 | Universität Basel

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Eine Frage der Dynamik

Die meisten Ionenkanäle lassen nur eine ganz bestimmte Sorte von Ionen passieren, zum Beispiel Natrium- oder Kaliumionen. Daneben gibt es jedoch eine Reihe von Kanälen, die für beide Ionensorten durchlässig sind. Wie den Eiweißmolekülen das gelingt, hat jetzt ein Team um die Wissenschaftlerin Han Sun (FMP) und die Arbeitsgruppe von Adam Lange (FMP) herausgefunden. Solche nicht-selektiven Kanäle besäßen anders als die selektiven eine dynamische Struktur ihres Selektivitätsfilters, berichten die FMP-Forscher im Fachblatt Nature Communications. Dieser Filter könne zwei unterschiedliche Formen ausbilden, die jeweils nur eine der beiden Ionensorten passieren lassen.

Ionenkanäle sind für den Organismus von herausragender Bedeutung. Wenn zum Beispiel Sinnesreize wahrgenommen, ans Gehirn weitergeleitet und dort verarbeitet...

Im Focus: In best circles: First integrated circuit from self-assembled polymer

For the first time, a team of researchers at the Max-Planck Institute (MPI) for Polymer Research in Mainz, Germany, has succeeded in making an integrated circuit (IC) from just a monolayer of a semiconducting polymer via a bottom-up, self-assembly approach.

In the self-assembly process, the semiconducting polymer arranges itself into an ordered monolayer in a transistor. The transistors are binary switches used...

Im Focus: Erste integrierte Schaltkreise (IC) aus Plastik

Erstmals ist es einem Forscherteam am Max-Planck-Institut (MPI) für Polymerforschung in Mainz gelungen, einen integrierten Schaltkreis (IC) aus einer monomolekularen Schicht eines Halbleiterpolymers herzustellen. Dies erfolgte in einem sogenannten Bottom-Up-Ansatz durch einen selbstanordnenden Aufbau.

In diesem selbstanordnenden Aufbauprozess ordnen sich die Halbleiterpolymere als geordnete monomolekulare Schicht in einem Transistor an. Transistoren sind...

Im Focus: Quantenbits per Licht übertragen

Physiker aus Princeton, Konstanz und Maryland koppeln Quantenbits und Licht

Der Quantencomputer rückt näher: Neue Forschungsergebnisse zeigen das Potenzial von Licht als Medium, um Informationen zwischen sogenannten Quantenbits...

Im Focus: Demonstration of a single molecule piezoelectric effect

Breakthrough provides a new concept of the design of molecular motors, sensors and electricity generators at nanoscale

Researchers from the Institute of Organic Chemistry and Biochemistry of the CAS (IOCB Prague), Institute of Physics of the CAS (IP CAS) and Palacký University...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Aachener Optiktage: Expertenwissen in zwei Konferenzen für die Glas- und Kunststoffoptikfertigung

19.02.2018 | Veranstaltungen

Konferenz "Die Mobilität von morgen gestalten"

19.02.2018 | Veranstaltungen

Von Bitcoins bis zur Genomchirurgie

19.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Die Zukunft wird gedruckt

19.02.2018 | Architektur Bauwesen

Fraunhofer HHI präsentiert neueste VR- und 5G-Technologien auf dem Mobile World Congress

19.02.2018 | Messenachrichten

Stabile Gashydrate lösen Hangrutschung aus

19.02.2018 | Geowissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics