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Der Schutz der europäischen Wälder durch steigende Artenvielfalt

14.12.2005


Eine öffentlich zugängliche waldbauliche Richtlinie soll Forstverwalter unterstützen, die neue breitblättrige Spezies in Monokulturen der Gemeinen Fichte einführen wollen.


Die Überbewirtschaftung der üppigen Wälder Europas zur Gewinnung von Nutzholz und anderen Produkten stellt eine Gefahr für diese bedeutende natürliche Ressource dar. In zahlreichen Regionen gibt es heutzutage Monokulturen lukrativer Arten wie beispielsweise der Gemeinen Fichte. Um diese Gebiete wieder kulturfähig zu machen, muss die Theorie der nachhaltigen Waldbewirtschaftung in die Praxis umgesetzt werden. Um die dringend benötigte Artenvielfalt wiederherzustellen, müssen neue Spezies in die Monokulturen eingeführt werden.

Im Rahmen des LIFE QUALITY-Programms wurden europaweit Forstwissenschaftler aus zehn Organisationen gefördert, um Kenntnisse darüber zu entwickeln und zu verbreiten, wie die Hürden des Walderhaltungsprozesses am besten überwunden werden können. Der wichtigste, im Laufe der Forschungskampagne identifizierte Faktor war die Frage der richtigen Standortauswahl. Die zu berücksichtigenden Aspekte liegen im Vorhandensein von Licht, Wasser und Nährstoffen, in der Artenverträglichkeit sowie in der Widerstandsfähigkeit der Arten.


Zum Voranbau in Monokulturen der Gemeinen Fichte wurde die Buche als ideale Spezies bestimmt. Das spezielle Wurzelsystem dieser breitblättrigen Baumart stand nicht in direkter Rivalität zu dem der Fichte und bot außerdem zusätzliche Widerstandskraft gegenüber Dürreperioden. Den Lichtbedingungen muss jedoch besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden, da sich zu viel bzw. zu wenig Licht negativ auf die Jungpflanzen der Buche auswirkte.

Der Projektkoordinator, die Universität Ulm, vereinte das aus der Forschungskampagne gezogene Wissen in einem einzigen, zusammenhängenden Dokument für Forstverwalter. Eine gekürzte Version der waldbaulichen Richtlinie finden Sie auf der Projekt-Website ( http://www.sustman.de) in den Sprachen Englisch, Tschechisch, Deutsch und Slovenisch. Durch Beachtung der in dieser Richtlinie aufgeführten Empfehlungen können Forstverwalter die Artenvielfalt erhöhen und die europäischen Wälder für zukünftige Generationen erhalten.

Marian Kazda | ctm
Weitere Informationen:
http://www.biologie.uni-ulm.de/spezbot/index.html
http://www.uni-ulm.de

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