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Papua Neuguineas Kampf gegen globale Erwärmung

05.12.2005


PNG-Tourism-Dept


Inselnation fordert Belohnung für Erhalt der Regenwälder

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Der Inselstaat Papua Neuguinea kämpft bei der Klimakonferenz in Montreal um Gehör für die gesamte Region Ozeanien. Ein Schritt gegen den Ausstoß von Treibhausgasen könnte die Belohnung für den Erhalt der tropischen Wälder sein. Die meisten dieser Regenwälder befinden sich nämlich in Entwicklungsländern. Die Vorschläge der Delegation aus Papua Neuguinea wurde von der EU, Japan und Australien unterstützt, berichtet die Zeitung The National pin ihrer Online-Ausgabe.

"Wir haben gemeinsam mit anderen Staaten, die ähnlich denken, erste Vereinbarungen getroffen die Treibhausgas-Emissionen insofern zu verringern, indem wir die Regenwälder erhalten", meint William Duma, Umweltminister von Papua Neuguinea. Im Klartext hieße das: Reichere Staaten zahlen ärmeren dafür, dass sie die Regenwälder erhalten und nicht abholzen. "Die Vorschläge wurden von zahlreichen Staaten positiv beurteilt," erklärt Robert Aisi, UN-Botschafter von Papua Neuguinea in einer ersten Stellungnahme. "Teil der Vereinbarung ist aber auch, auszuarbeiten woher das Geld kommen soll", meint Aisi. Eine Möglichkeit wäre etwa der Emissionshandel.


Der Erhalt der Regenwälder sei mindestens genauso wichtig, wie das Zusperren eines umweltschädlichen Kraftwerks. Es sei unverständlich, warum bisher diese Möglichkeit der Emissionsreduzierung ausgespart wurde, so Aisi. Insgeheim hofft die Papua-Neuguinea-Delegation auch auf die Unterstützung seitens der USA. Die Regierung Bush hat jegliche verpflichtende Treibhausgasreduktion bisher mit der Begründung der zu hohen Kosten für die Wirtschaft abgelehnt. "Washington hat unseren Vorschlag zwar noch nicht unterstützt, aber sie haben ihn auch nicht verneint", so Aisi. John Niles von der Climate, Community and Biodiversity Alliance aus Washington verweist auf die Aussagen von George Bush wonach die US-Regierung alle Anstrengungen unternehmen werde, um tropische Regenwälder zu erhalten.

Die Abholzung der tropischen Regenwälder macht bis zu 20 Prozent der globalen Kohlenstoff-Emissionen aus, erklärt Duma. "Geht man von der Landnutzungsveränderung aus, entsprechen die Zahlen der Realität", so Helmut Formayer, Klimaexperte von der Universität für Bodenkultur in Wien im pressetext-Gespräch. Der Wissenschaftler sieht den Vorschlag durchaus positiv. "Es gibt zwei Gründe für die Rodung, der eine ist die kommerzielle Nutzung der Tropenhölzer, der zweite ist die Nutzung der Flächen für die Landwirtschaft. Beide haben eines gemeinsam: Wenn die Ressource Wald nicht genutzt wird, kommt es zu finanziellen Einbußen", meint Formayer. "Die meisten Länder mit tropischen Regenwäldern haben ohnehin kein Interesse den Wald zu zerstören, allerdings werden sie durch die Rahmenbedingungen dazu gezwungen." Der Ertragsverzicht müsse jedenfalls finanziell ausgeglichen werden. Papua Neuguinea hat den weltweit drittgrößten tropischen Regenwald.

Knapp eine Woche vor Beginn der Klimakonferenz musste die Regierung von Papua Neuguinea hunderte Menschen vom sinkenden Carteret-Atoll evakuieren. Die flache Koralleninsel wurde wie zahlreiche andere Atolle überschwemmt. Experten gehen davon aus, dass der steigende Meeresspiegel auf die Klimaerwärmung zurückzuführen ist. Besonders betroffen davon sind die Inselstaaten im Indischen und Pazifischen Ozean (pte berichtete http://www.pressetext.de/pte.mc?pte=050318038 ).

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.thenational.com.pg
http://www.climate-standards.org
http://www.boku.ac.at

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