Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Klimawandel wird Afrika austrocknen

30.11.2005


Modelle warnen: Trockene Regionen werden noch trockener



Nach jüngsten Klimamodellen wird Afrika schwer unter der globalen Erwärmung leiden, denn bisher trockene Regionen wie die Sahelzone und Teile Südafrikas werden noch weniger Niederschläge erfahren wie bisher. Die Ergebnisse der US-Forscher kommen gerade im rechten Augenblick, denn noch ist die große Klimakonferenz in Montreal im Gang. Allerdings weigern sich die USA immer noch vehement, die Treibhausgas-Emissionen zu verringern.

... mehr zu:
»Niederschlag »Sahelzone


Im 20. Jahrhundert sind die Regenfälle in der Sahelzone in Westafrika rapide nach unten gegangen. Die darauf folgende Dürre in den 70-er Jahren hat Mio. Menschen das Leben gekostet. "Unsere Klimaprognose sagt eine extrem trockene Sahelzone voraus", erklärt Isaac Held von der US National Oceanographic and Athmospheric Administration NOAA in der jüngsten Ausgabe des Wissenschaftsmagazins Proceedings of the National Academy of Sciences PNAS. "Wenn wir die 70-er und 80-er Jahre mit den Prognosen des 21. Jahrhunderts vergleichen, sehen wir um 30 Prozent weniger Niederschläge auf diese Region zukommen." Die Situation hat sich in der Sahelzone in den späten 80-er Jahren gebessert. "Die Niederschlagsmengen vor 1970 sind aber noch nicht erreicht worden", erklärt der Forscher.

Ein zweites NOAA-Forscherteam um Marty Hoerling hat die Region im südlichen Afrika untersucht. Ganz so dramatisch wie im Sahel sei es dort nicht, allerdings warnen die Experten, werde es auch hier zu massiven Trockenperioden kommen. "Zwischen 1950 und 1999 gab es eine 20-prozentige Abnahme der Niederschlagsmengen", so Hoerling, der davon ausgeht, dass sich das Epizentrum der Trockenheit weiter gegen Süden verlagern werde. Hoerlings Untersuchungen werden im Journal of Climate www.ametsoc.org/pubs/journals/jcli/index.html veröffentlicht.

Experten wie der britische Meteorologe Chris Folland erklären dazu, dass ein wärmerer Nordatlantik und ein kühlerer Südatlantik zu einem Ausbleiben der Niederschläge in der Sahelzone führt. "Hinzu kommen noch die negativen Effekte des Mittelmeers, die auch einen Einfluss auf das Klima in Nordafrika hat." Das bedeute, dass die Niederschläge in der Sahelzone auf die Temperaturen im Atlantik zurückzuführen seien. Umgekehrt sieht Hoerling die Trockenheit im südlichen Afrika in Verbindung mit den Temperaturen im Indischen Ozean.

"Studien zur Klimaänderung in Afrika gibt es schon lange", erklärt Karl Schellmann, Klimaexperte der Umweltorganisation GLOBAL2000 im pressetext-Interview. "Die drastische Veränderung des Klimas wird die Fluchtbewegung von Süd nach Nord weiter verschärfen." Das sei in den beiden spanischen Exklaven Ceuta und Melilla deutlich geworden. Solche Völkerwanderungen werde es auch in anderen Teilen der Welt geben. "Die Klimaschutzmaßnahmen müssen dringend umgesetzt werden. Die Prognosen gibt es bereits länger, es fehlt allerdings an der Klimapolitik", argumentiert der Experte. "Es wird klar, dass die Industrieländer ihre Hausaufgaben einfach nicht gemacht haben." Kyoto sei nur eine Trainingseinheit gewesen, die Signale für die Zeit nach Kyoto wären bereits heute gestellt, erklärt Schellmann im pressetext-Gespräch abschließend.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.noaa.gov
http://www.pnas.org
http://www.global2000.at

Weitere Berichte zu: Niederschlag Sahelzone

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Versauerung: Wie der Klimawandel die Süßgewässer belastet
12.01.2018 | Ruhr-Universität Bochum

nachricht Tote Bäume haben zahlreiche und treue Begleiter
10.01.2018 | Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Maschinelles Lernen im Quantenlabor

Auf dem Weg zum intelligenten Labor präsentieren Physiker der Universitäten Innsbruck und Wien ein lernfähiges Programm, das eigenständig Quantenexperimente entwirft. In ersten Versuchen hat das System selbständig experimentelle Techniken (wieder)entdeckt, die heute in modernen quantenoptischen Labors Standard sind. Dies zeigt, dass Maschinen in Zukunft auch eine kreativ unterstützende Rolle in der Forschung einnehmen könnten.

In unseren Taschen stecken Smartphones, auf den Straßen fahren intelligente Autos, Experimente im Forschungslabor aber werden immer noch ausschließlich von...

Im Focus: Artificial agent designs quantum experiments

On the way to an intelligent laboratory, physicists from Innsbruck and Vienna present an artificial agent that autonomously designs quantum experiments. In initial experiments, the system has independently (re)discovered experimental techniques that are nowadays standard in modern quantum optical laboratories. This shows how machines could play a more creative role in research in the future.

We carry smartphones in our pockets, the streets are dotted with semi-autonomous cars, but in the research laboratory experiments are still being designed by...

Im Focus: Fliegen wird smarter – Kommunikationssystem LYRA im Lufthansa FlyingLab

• Prototypen-Test im Lufthansa FlyingLab
• LYRA Connect ist eine von drei ausgewählten Innovationen
• Bessere Kommunikation zwischen Kabinencrew und Passagieren

Die Zukunft des Fliegens beginnt jetzt: Mehrere Monate haben die Finalisten des Mode- und Technologiewettbewerbs „Telekom Fashion Fusion & Lufthansa FlyingLab“...

Im Focus: Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

Die dünnsten heute herstellbaren Materialien haben eine Dicke von einem Atom. Sie zeigen völlig neue Eigenschaften und sind zweidimensional – bisher bekannte Materialien sind dreidimensional aufgebaut. Um sie herstellen und handhaben zu können, liegen sie bislang als Film auf dreidimensionalen Materialien auf. Erstmals ist es Physikern der Universität des Saarlandes um Uwe Hartmann jetzt mit Forschern vom Leibniz-Institut für Neue Materialien gelungen, die mechanischen Eigenschaften von freitragenden Membranen atomar dünner Materialien zu charakterisieren. Die Messungen erfolgten mit dem Rastertunnelmikroskop an Graphen. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forscher im Fachmagazin Nanoscale.

Zweidimensionale Materialien sind erst seit wenigen Jahren bekannt. Die Wissenschaftler André Geim und Konstantin Novoselov erhielten im Jahr 2010 den...

Im Focus: Forscher entschlüsseln zentrales Reaktionsprinzip von Metalloenzymen

Sogenannte vorverspannte Zustände beschleunigen auch photochemische Reaktionen

Was ermöglicht den schnellen Transfer von Elektronen, beispielsweise in der Photosynthese? Ein interdisziplinäres Forscherteam hat die Funktionsweise wichtiger...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Kongress Meditation und Wissenschaft

19.01.2018 | Veranstaltungen

LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen

18.01.2018 | Veranstaltungen

6. Technologie- und Anwendungsdialog am 18. Januar 2018 an der TH Wildau: „Intelligente Logistik“

18.01.2018 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rittal vereinbart mit dem Betriebsrat von RWG Sozialplan - Zukunftsorientierter Dialog führt zur Einigkeit

19.01.2018 | Unternehmensmeldung

Open Science auf offener See

19.01.2018 | Geowissenschaften

Original bleibt Original - Neues Produktschutzverfahren für KFZ-Kennzeichenschilder

19.01.2018 | Informationstechnologie