Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Elektro-Gesetz: Mit dem Ende der Registrierungsfrist rückt die Umsetzung näher

23.11.2005


Zum Stichtag 24. März 2006 gehören Elektro-Altgeräte auf die Sammelstelle statt auf den Müll


Heute endet eine wichtige Etappe auf dem Weg zur Umsetzung des neuen Elektro-Gesetzes. Geräte-Hersteller müssen ihre Produkte beim Elektro-Altgeräteregister (EAR) eintragen lassen. Am Lebensende der Geräte müssen die Hersteller für die umweltgerechte Entsorgung und Verwertung sorgen.

Das neue Elektro-Gesetz weist den Herstellern der von dem Gesetz erfassten Geräte die Produktverantwortung zu. „Diese Neuerung ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer ressourcen- und umweltschonenden Wirtschaftsweise“, sagt Eva Leonhardt, Expertin für Kreislaufwirtschaft bei der Deutschen Umwelthilfe e.V. (DUH). „Die Verwertung von Elektrogeräten ist allerdings keine leichte Übung.“ Denn insgesamt zehn unterschiedliche Gerätekategorien werden künftig in fünf verschiedenen Containern auf kommunalen Sammelstellen kostenlos zurückgenommen. Funktioniert das System wie geplant, werden die gesammelten Altgeräte nach einer sorgfältigen Aufbereitung in mehr als 20 verschiedene Fraktionen getrennt. „Die Produktverantwortung ist ein wichtiger Schritt in Richtung Kreislaufwirtschaft. Sie soll die Hersteller veranlassen, schon bei der Gestaltung ihrer Produkte eine möglichst weitgehende und kostengünstige Verwertung mitzudenken“, so Leonhardt.


Aus Sicht der DUH sollte die Sammlung – wo immer möglich – regional erfolgen. In vielen Städten und Gemeinden werden ausrangierte Elektrogeräte schon länger gesammelt, mit der im Elektro-Gesetz eingeführten Herstellerverantwortung verändern sich jedoch die Zuständigkeiten. Bisher wurden nur etwa zehn Prozent der Altgeräte aus privaten Haushalten getrennt erfasst. Das Elektro-Gesetz soll diese Bilanz wesentlich verbessern. Insbesondere mit dem Recycling der in den Geräten enthaltenen Metalle können etwa 60 Prozent primärer Rohstoffe eingespart werden. Außerdem wird der Restmüll („Graue Tonne“) mit Einführung des Gesetzes von Schwermetallen und schadstoffhaltigen Flammschutzmitteln erheblich entlastet.

Ab dem 24. März 2006 sind dann insbesondere die Verbraucherinnen und Verbraucher gefragt. Mit diesem Stichtag ist der Restmüll als Elektrogerätegrab endgültig tabu. Alle ausrangierten Elektrogeräte und Leuchtstoffröhren gehören dann in eine getrennte Sammlung. Die Umstellung gelingt am besten, wenn die örtlichen Entsorgungsträger – aber auch Hersteller und Händler – alles tun, um die Verbraucher in der verbleibenden Zeit über die neuen Regelungen zu informieren. Sie alle sind in der Pflicht. Die Deutsche Umwelthilfe leistet Hilfestellung – mit einem kostenlosen Informationsangebot aus Texten, Bildern und Flyer-Vorlagen. Das steht ab sofort auf der Internetseite www.green-electronics.info bereit. Das Material eignet sich zur Gestaltung von eigenen Flyern, Info-Blättern, Broschüren und Internet-Seiten.

„Der Nutzen des Elektro-Gesetzes für die Umwelt steht und fällt mit dem Engagement der Verbraucher und Verbraucherinnen“, betont Leonhardt. „Die DUH möchte mit der Informationskampagne „Green Electronics“ Verbrauchern helfen zu verstehen, warum die Verwertung der Altgeräte Sinn macht und sie so zur Rückgabe ausrangierter Geräte motivieren. Wir hoffen, dass möglichst viele Städte und Gemeinden, Händler und Hersteller die Texte und Bilder für ihre Öffentlichkeitsarbeit einsetzen.“

Für Umwelt- und Abfallberater veranstaltet die DUH Workshops, in denen erfolgreiche Umsetzungsbeispiele aus der Praxis und Ideen für eine wirkungsvolle Öffentlichkeitsarbeit präsentiert werden. Eine Veranstaltung ist für den 27. Januar 2006 in Berlin geplant, eine weitere am 3. Februar in Göttingen. Einzelheiten werden fortlaufend auf den Internet-Seiten des Projektes veröffentlicht.

„Green Electronics“ bietet darüber hinaus solchen Städten und Gemeinden eine Plattform zur Selbstdarstellung, die schon jetzt erfolgreich Elektro-Altgeräte sammeln und verwerten. „Man muss das Rad nicht jedes Mal neu erfinden“, sagt Leonhardt. „Viele Kommunen haben seit langem eingespielte Systeme zur Verwertung von Elektro-Altgeräten. Darunter sind vor allem solche, die eng mit Behinderten- oder Sozialbetrieben zusammenarbeiten. Diese Erfahrungen sollten genutzt werden.“ Kommunen und Handel sind aufgerufen, die DUH über ihre erfolgreichen Aktivitäten zu informieren. Ziel ist, gute Beispiele in regelmäßigen Abständen auf der Internetseite vorzustellen.

Eva Leonhardt | DUH Presse
Weitere Informationen:
http://www.green-electronics.info
http://www.duh.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Ein neuer Indikator für marine Ökosystem-Veränderungen - der Dia/Dino-Index
21.08.2017 | Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde

nachricht Fernerkundung für den Naturschutz
17.08.2017 | Hochschule München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wissenschaftler entdecken seltene Ordnung von Elektronen in einem supraleitenden Kristall

In einem Artikel der aktuellen Ausgabe des Forschungsmagazins „Nature“ berichten Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe in Dresden von der Entdeckung eines seltenen Materiezustandes, bei dem sich die Elektronen in einem Kristall gemeinsam in einer Richtung bewegen. Diese Entdeckung berührt eine der offenen Fragestellungen im Bereich der Festkörperphysik: Was passiert, wenn sich Elektronen gemeinsam im Kollektiv verhalten, in sogenannten „stark korrelierten Elektronensystemen“, und wie „einigen sich“ die Elektronen auf ein gemeinsames Verhalten?

In den meisten Metallen beeinflussen sich Elektronen gegenseitig nur wenig und leiten Wärme und elektrischen Strom weitgehend unabhängig voneinander durch das...

Im Focus: Wie ein Bakterium von Methanol leben kann

Bei einem Bakterium, das Methanol als Nährstoff nutzen kann, identifizierten ETH-Forscher alle dafür benötigten Gene. Die Erkenntnis hilft, diesen Rohstoff für die Biotechnologie besser nutzbar zu machen.

Viele Chemiker erforschen derzeit, wie man aus den kleinen Kohlenstoffverbindungen Methan und Methanol grössere Moleküle herstellt. Denn Methan kommt auf der...

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

International führende Informatiker in Paderborn

21.08.2017 | Veranstaltungen

Wissenschaftliche Grundlagen für eine erfolgreiche Klimapolitik

21.08.2017 | Veranstaltungen

DGI-Forum in Wittenberg: Fake News und Stimmungsmache im Netz

21.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Wissenschaftler entdecken seltene Ordnung von Elektronen in einem supraleitenden Kristall

22.08.2017 | Physik Astronomie

Forscher beschreiben neuartigen Antikörper als möglichen Wirkstoff gegen Alzheimer

22.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Virus mit Eierschale

22.08.2017 | Biowissenschaften Chemie