Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ökosystemdynamik in Zentralasien: FU erforscht die Zukunft des Klimas

27.09.2001


Anlässlich der Gründung des Interdisziplinären Zentrums "Ökosystemdynamik in Zentralasien" an der Freien Universität Berlin bittet der Erste Vizepräsident, Prof. Dr. Dieter Lenzen, am Montag, dem 1. Oktober 2001 zwischen 1100 und 1200 Uhr zu einer Pressekonferenz in den Henry-Ford-Bau.

Auch wenn sich die Befunde verdichten, dass der Mensch das Klima global beeinflusst, darf nicht übersehen werden, dass es Klimawandel bereits lange vor der relativ kurzen Existenz der Menschen gegeben hat. Klimawandel ist ein natürlicher Bestandteil des dynamischen Systems Erde, der durch Prozesse in der Atmosphäre, Hydrosphäre (Ozeane, See, Flüsse etc.), Kryosphäre (Meer- und Inlandeis), in mariner und kontinentaler Biosphäre, Pedosphäre (Erdreich) und Lithosphäre (Erdkruste und oberer Erdmantel) gesteuert wird. Diese Veränderungen müssen in ihrer erdgeschichtlichen Entwicklung erforscht werden. So ist aus geowissenschaftlicher Sicht und vom jetzigen Kenntnisstand davon auszugehen, dass wir uns zur Zeit in der Warmzeit eines Eiszeitalters befinden und in spätestens einigen tausend Jahren mit einer neuen Vereisung zu rechnen ist.

Mit dem Anspruch, Klimaänderungen festzustellen, zu prognostizieren und deren regionale Folgen darzulegen, untersuchen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an der FU nicht nur die Wechselwirkungen von Evolution, Geodynamik und Klima anhand der geowissenschaftlichen Archive, auch die historischen Aufzeichnungen regionaler Ethnien werden ausgewertet. Zwei Themenschwerpunkte werden untersucht: Die Rolle des tibetischen Hochplateaus innerhalb des globalen Klimasystems sowie seine regionalen Auswirkungen. Sogenannte Paläo-Ökosysteme, insbesondere Seen, die aufgrund ihrer Sedimente und fossilen Organismusresten eine Vielzahl von Klima- und Umweltsignalen der Vergangenheit speichern, werden erforscht. Dadurch können natürliche und anthropogene Faktoren klar differenziert werden.

Die Region Zentralasien wurde ausgewählt, weil dort evolutive (inklusive Mensch), geodynamische und klimatische Prozesse in idealer Weise aufeinandertreffen. Infolge der Kollision zwischen der Indischen und Eurasischen Kontinentalplatte wurde die Topographie Zentralasiens radikal verändert: Das Tibetplateau wurde herausgehoben, riesige Wüsten (Gobi und Takla Makan) waren die Folge, selbst der Baikalsee entstand durch diese Kollision.

Die bereits vorliegende Erkenntnis, dass Klima- und Umweltveränderungen abrupt innerhalb weniger menschlicher Generationen Lebensräume drastisch wandeln können, setzt Wissenschaft und Politik unter Zeitdruck. Sich dieser Verantwortung zu stellen, hat die Freie Universität Berlin hiermit den ersten Schritt getan.


Ort und Zeit: Blauer Salon im Henry-Ford-Bau, Garystr. 35, 14195 Berlin-Dahlem, U-Bhf. Thielplatz, Linie 1, 1100 - 1200 Uhr

Informationen: Fachbereich Geowissenschaften, Palaöntologie, Malteserstr. 74-100, Haus D, 12249 Berlin; Prof. Dr. Helmut Keupp, Tel.: 030/838-70270 E-Mail: keupp@zedat.fu-berlin.de, Prof. Dr. Frank Riedel, Tel.: 838-70283, Sekretariat, Tel.: 838-70278, E-Mail: palaeont@zedat.fu-berlin.de
 oder Prof. Dr. Hans-Joachim Pachur, Tel.: 838-70451/2, E-Mail: pachur@zedat.fu-berlin.de

Hedwig Görgen | idw

Weitere Berichte zu: Klimawandel Kollision Zentralasien

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Frühwarnsignale für Seen halten nicht, was sie versprechen
05.12.2016 | Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

nachricht Besserer Schutz vor invasiven Arten
15.11.2016 | Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einzelne Proteine bei der Arbeit beobachten

08.12.2016 | Biowissenschaften Chemie

Intelligente Filter für innovative Leichtbaukonstruktionen

08.12.2016 | Messenachrichten

Seminar: Ströme und Spannungen bedarfsgerecht schalten!

08.12.2016 | Seminare Workshops