Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Forschungsprojekt "ReviTec®": Bremer Biologen bekämpfen das Vordringen der Wüste

03.11.2005


Wissenschaftler der Universität Bremen erforschen gemeinsam mit regionalen Firmen im Forschungsprojekt Revitalisierung die ReviTec®--Technologie, um degradierte Böden wieder zu beleben. Auf einer Versuchsfläche an der Wienerstraße in Bremen mit Sand- und Schuttuntergrund werden Substratmischungen (aus Basissubstrat, wasserspeichernde Zusätze, Bioaktivierung) in gebrauchten Kaffeesäcken ausgelegt und mit unterschiedlichen Auslegemustern praktisch erprobt. Ziel des Projektes, das vom Bremer Umweltsenator gefördert wird, ist es, Erosion einzudämmen, Wasser zurückzuhalten, Biodiversität und Bodenentwicklung zu fördern sowie Bodendegradation und die Ausbreitung der Wüsten zu bekämpfen. Die ReviTec®--Technologie soll bis zur Marktreife entwickelt werden.


Die Versuchsanlage an der Universität Bremen




Wüsten weiten sich aus, Bodendegradation nimmt weltweit dramatisch zu. Die Lebensgrundlagen von Menschen sind in Gefahr. Sie verlassen ihre Heimat. Die weltweiten Migrationsbewegungen - wie derzeit in Nordafrika - sind eine Folge fehlgeleiteter Landnutzungsstrategien, des Bevölkerungswachstums und des Klimawandels - kurz, des globalen Wandels. Auch in den mittlerer Breiten degradieren lebenserhaltende "ökosystemare Dienstleistungen" des Bodens und die ihm innewohnende Biodiversität in dramatischem Maße. Wissenschaftler vom Zentrum für Umweltforschung und Umwelttechnologie der Universität Bremen (UFT) beschäftigen sich im Forschungsprojekt "Revitalisierung" mit dieser Problematik der Bodendegradation sowie als Mitglied im europäischen Kompetenznetzwerk DesertNet mit der Bekämpfung der Ausbreitung der Wüsten.



Gemeinsam mit der Partnergesellschaft Kesel, Koehler & Partner (KeKo) haben sie unter dem Namen ReviTec® eine Technologie entwickelt, um Bodenverlusten in unterschiedlichen Geländetypen effektiv entgegenzuwirken und die "ökologischen Dienstleistungen" wiederherzustellen. Der Ansatz: Substratmischungen (Basissubstrat, wasserspeichernde Zusätze, Bioaktivierung) werden in gebrauchten Kaffeesäcken ausgelegt und führen zur (Wieder-) Besiedlung verödeter Areale. An der Universität Bremen ist ein Demonstrations- und Versuchsgelände eingerichtet worden, wo auf Sand- und Schuttuntergrund ReviTec®-Varianten mit unterschiedlichen Auslegemustern (Besiedlungsinseln, Wälle, Halbmond- und Gitterstrukturen) praktisch erprobt und weiter erforscht werden. Das Projekt wird vom UFT in Kooperation mit KeKo, dem Bodenökologischen Labor Bremen (BÖL) sowie den Bremer Firmen Kompostierung Nord (KNO) und China Dialog durchgeführt. Die Förderung erfolgt aus dem Ökologie-Fonds des Landes Bremen (Programm Angewandte Umweltforschung, Senator für Bau, Umwelt und Verkehr). Die Laufzeit des Projektes beträgt 16 Monate. Die Versuchsfläche wird in Forschungs- und Lehraktivitäten der Universität einbezogen. Eine Einführung in die Problematik und Demonstration des Forschungsvorhabens kann auf Absprache für Schulen und die interessierte Öffentlichkeit ermöglicht werden.

Weitere Informationen:

Universität Bremen
Zentrum für Umweltforschung und Umwelttechnologie (UFT)
Prof. (apl.) Dr. Hartmut Koehler, Tel. 0421 218 4179
E-Mail: a13r@uni-bremen.de

Eberhard Scholz | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-bremen.de

Weitere Berichte zu: Bioaktivierung Bodendegradation UFT Umweltforschung Zusätze

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Müll in den Weltmeeren überall präsent: 1220 Arten betroffen
23.03.2017 | Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung

nachricht Internationales Netzwerk bündelt experimentelle Forschung in europäischen Gewässern
21.03.2017 | Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise