Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Zehn deutsche Kernkraftwerke nur unzureichend gegen Flugzeugabstürze geschützt

24.09.2001


Vorsitzender der Reaktorsicherheitskommission: Schutz deutscher Reaktoren durch Flugabwehr vorstellbar

Am Dienstag, 25. September 2001, 21.10 Uhr berichtet das ZDF-Magazin "Frontal 21" über eine interne Sicherheitsanalyse des Bundesumweltministeriums, der zufolge zehn der neunzehn deutschen Kernkraftwerke nicht oder nur unzureichend gegen Flugzeugabstürze gesichert sind. In der Analyse des Ministeriums vom Februar 2000, die dem ZDF-Magazin Frontal 21 vorliegt, wird den Kernreaktoren "fehlende bzw. unzureichende Auslegung gegen Flugzeugabsturz" bescheinigt. Bei den Kernkraftwerken handelt es sich in der Sicherheitsanalyse um Obrigheim, Stade, Biblis A und B, Neckarwestheim 1, Unterweser, Brunsbüttel, Isar 1, Philippsburg 1 und Krümmel. Bundesumweltminister Jürgen Trittin (B’90/Die Grünen) hatte erst vergangene Woche die Reaktorschutzkommission beauftragt, die Sicherheit deutscher Kernkraftwerke im Falle eines Flugzeugabsturzes zu überprüfen.

Die zehn gegen Flugzeugabstürze ungesicherten Kernkraftwerke liegen nur wenige Flugminuten von den großen Verkehrsflughäfen Frankfurt, Hamburg, München und Stuttgart entfernt. Durch bauliche Nachrüstungen sind diese Kernkraftwerke kaum gegen Flugzeugabstürze zu sichern, warnte der Vorsitzende der Reaktorsicherheitskommission Lothar Hahn gegenüber dem ZDF. Dahingegen müssten andere Schutzmöglichkeiten geprüft werden: "Der Einsatz von militärischer Flugabwehr ist natürlich eine Möglichkeit, die vorgeschlagen und diskutiert wird", so Hahn gegenüber Frontal 21. "Man sollte vielleicht darüber nachdenken, ob man bei solch großen Gefährdungspotentialen nicht so was auch in Erwägung zieht."

Neben der mangelnden Auslegung gegen einen Flugzeugabsturz weist die interne Sicherheitsanalyse des Bundesumweltministeriums auf weitere, schwerwiegende Sicherheitsmängel hin. So sei bei den Kernkraftwerken Obrigheim und Stade die "Versprödung des Reaktordruckbehälters weit fortgeschritten", die Sicherheitssysteme seien nur unzulänglich räumlich voneinander getrennt. Bei den beiden Biblis-Blöcken gebe es darüber hinaus "Mängel im Brandschutz", heißt es in dem Papier.

Thomas Fuhrmann | ots

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Intelligentes Wassermanagement für Indiens Städte
24.11.2017 | Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB

nachricht Antarktisches Meereis: mehr Schutz als Vorratskammer für Krilllarven
22.11.2017 | Carl von Ossietzky-Universität Oldenburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Metamaterial mit Dreheffekt

Mit 3D-Druckern für den Mikrobereich ist es Forschern des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) gelungen ein Metamaterial aus würfelförmigen Bausteinen zu schaffen, das auf Druckkräfte mit einer Rotation antwortet. Üblicherweise gelingt dies nur mit Hilfe einer Übersetzung wie zum Beispiel einer Kurbelwelle. Das ausgeklügelte Design aus Streben und Ringstrukturen, sowie die zu Grunde liegende Mathematik stellen die Wissenschaftler in der aktuellen Ausgabe der renommierten Fachzeitschrift Science vor.

„Übt man Kraft von oben auf einen Materialblock aus, dann deformiert sich dieser in unterschiedlicher Weise. Er kann sich ausbuchten, zusammenstauchen oder...

Im Focus: Proton-Rekord: Magnetisches Moment mit höchster Genauigkeit gemessen

Hochpräzise Messung des g-Faktors elf Mal genauer als bisher – Ergebnisse zeigen große Übereinstimmung zwischen Protonen und Antiprotonen

Das magnetische Moment eines einzelnen Protons ist unvorstellbar klein, aber es kann dennoch gemessen werden. Vor über zehn Jahren wurde für diese Messung der...

Im Focus: New proton record: Researchers measure magnetic moment with greatest possible precision

High-precision measurement of the g-factor eleven times more precise than before / Results indicate a strong similarity between protons and antiprotons

The magnetic moment of an individual proton is inconceivably small, but can still be quantified. The basis for undertaking this measurement was laid over ten...

Im Focus: Reibungswärme treibt hydrothermale Aktivität auf Enceladus an

Computersimulation zeigt, wie der Eismond Wasser in einem porösen Gesteinskern aufheizt

Wärme aus der Reibung von Gestein, ausgelöst durch starke Gezeitenkräfte, könnte der „Motor“ für die hydrothermale Aktivität auf dem Saturnmond Enceladus sein....

Im Focus: Frictional Heat Powers Hydrothermal Activity on Enceladus

Computer simulation shows how the icy moon heats water in a porous rock core

Heat from the friction of rocks caused by tidal forces could be the “engine” for the hydrothermal activity on Saturn's moon Enceladus. This presupposes that...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mathematiker-Jahrestagung DMV + GDM: 5. bis 9. März 2018 an Uni Paderborn - Über 1.000 Teilnehmer

24.11.2017 | Veranstaltungen

Forschungsschwerpunkt „Smarte Systeme für Mensch und Maschine“ gegründet

24.11.2017 | Veranstaltungen

Schonender Hüftgelenkersatz bei jungen Patienten - Schlüssellochchirurgie und weniger Abrieb

24.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Mathematiker-Jahrestagung DMV + GDM: 5. bis 9. März 2018 an Uni Paderborn - Über 1.000 Teilnehmer

24.11.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Maschinen über die eigene Handfläche steuern: Nachwuchspreis für Medieninformatik-Student

24.11.2017 | Förderungen Preise

Treibjagd in der Petrischale

24.11.2017 | Biowissenschaften Chemie