Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Trend zu Einweg bei Getränken setzt sich fort Mehrwegquote sank 1999 auf weit unter 70 Prozent

24.09.2001


Der Trend zum Einweg bei Getränkeverpackungen geht ungebremst weiter. Das belegen die Ergebnisse der Erhebung der Mehrweganteile bei Getränkeverpackungen für 1999. Dabei ist der Mehrweganteil auf 68,68 Prozent zurückgegangen. Bundesumweltminister Jürgen Trittin sprach von einer besorgniserregenden Entwicklung. Trittin: "Die Zahlen bestätigen, dass eine Pfandpflicht für Dosen und Einwegflaschen aus Glas und Plastik dringend geboten ist. Wenn wir den Trend zu Ex und Hopp nicht rasch stoppen, wird es in wenigen Jahren Mehrweg-Systeme nur noch in Nischenbereichen geben und die Vermüllung der Landschaft mit Dosen und Flaschen drastisch zunehmen."

Nach der geltenden Rechtslage muss eine Pfandpflicht auf Einwegverpackungen erhoben werden, wenn die Mehrwegquote von 72 Prozent wiederholt unterschritten wird. Dies ist seit 1997 der Fall. Wesentlich für den anhaltenden Rückgang des Mehrweganteils ist die weiter gestiegene Abfüllung von Bier und Erfrischungsgetränken in Dosen. Bei Bier stieg sie gegenüber 1998 (20,5 Prozent) um mehr als 130 Mio. Liter und lag 1999 bei 21,8 Prozent. Besonders gravierend ist die Zunahme von Einweg-Kunststoffflaschen: Ihr Anteil hat sich innerhalb eines Jahres mehr als verdoppelt.

Das Ergebnis für 1999 löst - wie bereits die Erhebungen für 1997 und 1998 - erneut eine Nacherhebung der Mehrwegquote über einen Zeitraum von 12 Monaten aus. Ursprünglich war vorgesehen, gleichzeitig mit der Veröffentlichung der Ergebnisse für 1999 im Bundesanzeiger auch das Ergebnis der Nacherhebung für 1997 bekannt zu machen. Diese umfasst den Zeitraum von Februar 1999 bis Januar 2000. Die Bekanntmachung dieser Nacherhebung löst nach einer Frist von sechs Monaten eine Pfandpflicht zunächst für Einweg bei Bier und Mineralwasser aus. Wegen eines laufenden Verfahrens beim Oberverwaltungsgericht Berlin können diese Zahlen jedoch noch nicht veröffentlicht werden. Das Gericht hat erklärt, dass es etwas mehr Zeit benötigt, um über die Zulassung der Beschwerden mehrerer Unternehmen der getränkeabfüllenden Industrie und des Handels gegen einen Beschluss des Verwaltungsgerichts Berlin zu entscheiden. Das OVG hat jedoch ausdrücklich darauf hingewiesen, dass seine Zwischenentscheidung keinen Vorgriff auf die endgültige Entscheidung bedeutet. Das Verwaltungsgericht hatte Anträge der Unternehmen auf Erlass einer einstweiligen Anordnung, mit denen die Bekanntgabe der Nacherhebung untersagt werden sollte, abgelehnt.

Tabelle:
Mehrweganteile bei Getränken insgesamt und nach Getränkebereichen (ohne Milch) und Anteile ökologisch vorteilhafter Verpackungen bei pasteurisierter Konsummilch in der Bundesrepublik in den Jahren 1991, 1997, 1998 und 1999 (in %)

Getränkebereich 1991 1997 1998 1999
Getränke insgesamt

(ohne Milch)
71,69 71,33 70,13 68,68
Mineralwasser 91,33 88,31 87,44 84,94
Fruchtsäfte und
andere Getränke ohne CO2
34,56 36,81 35,66 34,84
Erfrischungsgetränke
mit CO2
73,72 77,76 77,02 74,81
Bier 82,16 77,88 76,14 74,90
Wein 28,63 28,10 26,20 26,75
Pasteur. Konsummilch

insgesamt
26,27 30,21 25,0 21,9
Mehrweg 24,17 17,99 15,2 13,2
Schlauchbeutel 2,10 12,22 9,7 8,7

| Pressedienst

Weitere Berichte zu: Dosen Einweg Getränken Mehrweganteil Mehrwegquote Nacherhebung Pfandpflicht

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Dünenökosysteme modellieren
23.06.2017 | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

nachricht Es wird zu bunt im Gillbach: Weitere nichtheimische Buntbarschpopulation in Deutschland nachgewiesen
22.06.2017 | Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften