Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Amazonas Regenwald verschwindet noch schneller

21.10.2005


greenpeace.org.br


Selektives Schlagen zerstört Fähigkeit der CO2-Aufnahme


Die Lage im Amazonas ist nicht nur angesichts der extremen Trockenheit (pte berichtete dramatisch: Jüngsten Studien zufolge verschwindet der Wald doppelt so schnell wie bisher angenommen. Als weiteres Bedrohung kommt, so Wissenschaftler des Carnegie Institute of Washington in Stanford/Kalifornien hinzu, dass selektives Schlagen dazu beiträgt die Kohlendioxidmenge, die der Wald aufnehmen kann, drastisch zu verringern. Das berichtet das Wissenschaftsmagazin Science www.sciencemag.org in der jüngsten Ausgabe. Die Schäden durch Abholzen werden um mindestens 60 Prozent unterschätzt. Die brasilianische Regierung hat die Studie willkommen geheißen, aber zugleich eingeräumt, dass die Zahlen weit überzogen sind.

Durch selektives Schlagen gingen bis zu 50 Mio. Kubikmeter Holz in den Jahren von 1999 bis 2002 pro Jahr verloren. Insgesamt ist eine Fläche von 19.800 Quadratkilometer allein im Jahr 1999 durch selektives Schlagen verloren gegangen. Hinzu kamen weitere 16.100 Quadratkilometer durch Kahlschlag, wie der Wissenschaftler Gregory Asner berichtete. Betroffen vom selektiven Holzschlag sind auch Regionen, die eigentlich als Naturschutzgebiete ausgewiesen sind. Als besonders dramatisch kommt hinzu, dass diese Art des Holzschlags nur sehr schwer auszumachen ist, betonen die Wissenschaftler.

Das Forscherteam hatte Satellitenaufnahmen und -daten miteinander verglichen und dabei festgestellt, dass es vielerorts zu einer Ausdünnung der Vegetation gekommen war. Zusätzlich dazu hinterlassen Holzarbeiter eine Schneise zerstörter Pflanzen, wenn die Baumstämme abtransportiert werden. Obwohl diese Methode des selektiven Schlagens weit weniger gefährlich für den Regenwald ist, als Kahlschlag, ist dennoch der Schaden beachtlich: Meist sind es gerade dichte Regenwälder, die große Mengen von CO2 aufnehmen, in denen solche Methoden angewendet werden. Dies führt dazu, dass die Wälder danach weit weniger CO2 aufnehmen können als vorher.


Eine andere Studie, die ebenfalls im Wissenschaftsmagazin Science veröffentlicht wurde, untersuchte die Folgen des Einschlages für die CO2-Aufnahme. Das Team um Daniel Bunker von der Columbia University in New York www.columbia.edu hat festgestellt, dass es durch den Einschlag zu weniger Niederschlägen im Regenwald komme. Das verhindere das Wachstum der Pflanzen, die viel Feuchtigkeit brauchen und bevorzuge Spezies, die auch unter trockenen Bedingungen gedeihen können. Diese Pflanzen können Kohlenstoff effektiver in ihrem Gewebe aufnehmen. Allerdings gebe es auch einige weniger positive Effekte. Dazu gehöre etwa die Fähigkeit vor Überschwemmungen zu schützen, die Wasserqualität zu halten und anderen Risiken im komplexen Lebensraum standzuhalten. "Die beste Strategie wäre, so viele Arten wie möglich zu schützen", erklärt der Forscher. "Wenn zahlreiche verschiedene Lebewesen in einem Ökosystem vorhanden sind, gibt es auch mehrere Möglichkeiten auf Veränderungen der Umwelt zu reagieren. Und das wird in Zukunft wesentlich sein", erklärt der Forscher. Die Tatsache, dass Holzfäller einige Baumarten gezielt entfernen, sei keine positive Lösung.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.pressetext.de/pte.mc?pte=051017023
http://globalecology.stanford.edu
http://asnerlab.stanford.edu/projects/amazon_logging2/amazon_logging.shtml

Weitere Berichte zu: Amazonas Kahlschlag Quadratkilometer Regenwald

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Es wird zu bunt im Gillbach: Weitere nichtheimische Buntbarschpopulation in Deutschland nachgewiesen
22.06.2017 | Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

nachricht Mit der Filtermembran auf den Weltmarkt
12.06.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Im Focus: Forscher entschlüsseln erstmals intaktes Virus atomgenau mit Röntgenlaser

Bahnbrechende Untersuchungsmethode beschleunigt Proteinanalyse um ein Vielfaches

Ein internationales Forscherteam hat erstmals mit einem Röntgenlaser die atomgenaue Struktur eines intakten Viruspartikels entschlüsselt. Die verwendete...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

Forschung zu Stressbewältigung wird diskutiert

21.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Individualisierte Faserkomponenten für den Weltmarkt

22.06.2017 | Physik Astronomie

Evolutionsbiologie: Wie die Zellen zu ihren Kraftwerken kamen

22.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Spinflüssigkeiten – zurück zu den Anfängen

22.06.2017 | Physik Astronomie