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Erste Kläranlage mit keramischen Nanofiltrationsmembranen seit sechs Monaten erfolgreich in Betrieb

20.10.2005


Weltweit erste Kläranlage versehen mit Nanotechnologie. Quellen: "obs/ItN Nanovation GmbH"


Im März dieses Jahres wurde die weltweit erste Kläranlage mit keramischen Nanofiltrationsmembranen auf einem Golfplatz in St. Wendel (Saarland) in Betrieb genommen. Die in der Anlage eingesetzten Filtermembranen der ItN Nanovation GmbH weisen Porengrößen im Nanometerbereich (80nm) auf und garantieren so den zuverlässigen Rückhalt aller mikrobiologischen Bestandteile des Abwassers wie Fäkalkoliformen, Fäkalstreptokokken und Salmonellen. Die Keimzahlen des gereinigten Wasser liegen weit unter den Grenzwerten der Badegewässerrichtlinie 76/160 der EU, das Wasser kann somit direkt in die belebte Bodenzone eingeleitet werden. Absetzteiche oder Vorfluter, wie z. B. ein Bach, werden nicht mehr benötigt.


Drei Nanofiltrationsmodule mit einer Gesamtfilterfläche von 33 Quadratmetern werden in einem speziellen Edelstahlrack in das ca. 20 Quadratmeter große Belebungsbecken der Kläranlage eingetaucht und das zu reinigende Wasser durch die Membranen abgesaugt. Die Anlage verfügt derzeit über eine Kapazität von acht Kubikmetern Abwasser pro Tag und ist somit für rund 70 Personen ausgelegt. Sie kann jedoch durch den Einbau weiterer Module leicht an die größeren Abwassermengen angepasst werden, die ab 2006 durch den Betrieb einer Hotelanlage auf dem Golfplatz anfallen werden.

Der Einsatz von Keramikfiltern erlaubt den Bau kompakter, langlebiger und einfach zu bedienender Kläranlagen, die an allen Orten gebaut werden können, an denen sie gebraucht werden. Gerade in ländlichen Gegenden bietet sich diese Dezentralisierung der Abwasserbehandlung an. Auch die Nachrüstung bestehender konventioneller Anlagen zur Modernisierung oder Erhöhung der Kapazität ist problemlos möglich.


Die vom saarländischen Umweltministerium geförderte Kläranlage arbeitet seit nunmehr sechs Monaten störungsfrei. Durch den Einsatz der keramischen Membranen läßt sich mittels eines Rückspülverfahrens sehr leicht ein Fouling der Membranen verhindern, so dass seit Inbetriebnahme der Anlage weder mechanische noch chemische Reinigungsmaßnahmen erforderlich waren.

Alleine in Deutschland leben 3 Millionen Haushalte ohne zentralen Kläranlagenanschluß, in Europa wird der Bedarf bei über 52 Millionen Haushalten gesehen, was 15,2 % der Gesamtbevölkerung entspricht.

Dr. Ralph Nonninger | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.itn-nanovation.com

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