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Neun der 30 schmutzigsten Kraftwerke in der EU stehen in Deutschland

04.10.2005


"Deutsche Kraftwerke Europas Top-Klimakiller" WWF-Rangliste:

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Deutsche Kraftwerke gehören zu den klimaschädlichsten in Europa. Das ist das Ergebnis einer aktuellen WWF-Untersuchung. Demnach stehen neun der 30 schmutzigsten und ineffizientesten Kraftwerke Europas in Deutschland. Unter den Top Ten sind gleich fünf deutsche, vier davon gehören zum Energiekonzern RWE: Frimmersdorf (RWE, Rang 2), Jänschwalde (Vattenfall, 5), Weisweiler (RWE, 6), Neurath (RWE, 7) und Niederaußem (RWE, 10). 27 der 30 kritisierten Kraftwerke sind Kohlekraftwerke. Negativ-Spitzenreiter ist das Kraftwerk Agios Dimitrios in Griechenland.

"Deutschlands Kraftwerke sind Europas Top-Klimakiller", kommentiert WWF-Expertin Regine Günther das Ranking der "Dirty Thirty". "Der Sommer 2005 mit seinen Überschwemmungen, Dürren und Hitzewellen war nur ein Vorgeschmack auf das, was uns der Klimawandel bringt, wenn wir die CO2-Emissionen nicht drastisch senken. Die Energieversorger müssen von der Politik endlich in die Pflicht genommen werden."


Die WWF-Untersuchung zeigt, wie viel Kohlendioxid die größten Kraftwerke in der EU für eine erzeugte Kilowattstunde Strom ausstoßen. Kohlekraftwerke schneiden besonders schlecht ab: "Eine Kilowattstunde Strom aus einem Braunkohlekraftwerk belastet das Klima mit über einem Kilo CO2. Bei der gleichen Strommenge aus einem Gaskraftwerk sind es nur 365 Gramm", sagt Günther. Der WWF fordere deshalb, Kohle durch umweltfreundlichere Alternativen wie Gas und erneuerbare Energien zu ersetzen. Die EU müsse neben strengen CO2-Grenzwerten deutliche Anreize schaffen, in Wind-, Wasser- und Solarenergie zu investieren.

Die Gelegenheit ist günstig. In den kommenden 20 Jahren erreichen viele Kraftwerke die Altersgrenze. Ein Umstieg auf effiziente Gaskraftwerke würde nach einem WWF-Szenario die CO2-Emissionen bis 2030 um 47,8 Prozent senken; der Einsatz erneuerbarer Energien brächte eine Einsparung von über 73 Prozent. "Die Energiebranche verursacht 37 Prozent des weltweiten CO2-Ausstoßes. Deshalb trägt sie auch eine besondere Verantwortung für das Klima", sagt Regine Günther. Hinter den meisten der kritisierten Kraft-werke stünden nur ein halbes Dutzend Firmen, darunter E.ON und RWE, der größte europäische CO2-Produzent auf dem Energiesektor. "RWE muss umdenken und sich von der Braunkohle verabschieden und in nachhaltige Energieerzeugung investieren", fordert Günther. "Der geplante Neubau des Braunkohlekraftwerks Neurath wird zum Präzedenzfall, der zeigen wird, ob RWE bereit ist, Verantwortung für die Zukunft unseres Klimas zu übernehmen."

Weitere Informationen erhalten Sie von:

Ulrike Hellmessen, Leiterin Kommunikation und Kampagnen,
Tel.: 069/7 91 44-162, hellmessen@wwf.de;

Astrid Deilmann, Pressestelle WWF,
Tel.: 0 69/7 91 44-214, deilmann@wwf.de

Astrid Deilmann | presseportal
Weitere Informationen:
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