Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Arktisches Eis schmilzt immer schneller

29.09.2005


September-Werte liegen auf tiefstem Niveau



Die Region der Arktis, die von Treibeis bedeckt ist, wird nach jüngsten Forschungsergebnissen des National Snow and Ice Data Center (NSIDC) in Boulder/Colorado immer kleiner. Die Werte für September 2005 haben einen neuen Tiefstand erreicht, berichtet das NSIDC. Demnach war in den vergangenen 100 Jahren noch nie so wenig Eis in der Region.

... mehr zu:
»Arktis »Eisfläche »Erwärmung


Das Klima in der Arktis unterliegt natürlichen jährlichen Schwankungen. Dennoch meinen die Forscher ist die globale Erwärmung, die von Menschenhand verursacht ist, teilweise dafür verantwortlich. Die Sorge der Wissenschaftler geht dahin, dass das Abschmilzen der Polkappen in den kommenden Jahren noch weitergehen wird. "Der September 2005 ist ein neuer Rekord: Das ist die kleinste Eisfläche seit 1978 die ersten Satellitenmessungen erfolgt sind. Außerdem ist es die Fortsetzung von vier aufeinander folgenden Jahren, in denen das Eis stetig abgenommen hat", so NSIDC-Forscher Mark Serreze. Im September ist die Eisfläche in der Arktis immer am geringsten. Am 19. September war die eisbedeckte Fläche 5,35 Mio. Quadratkilometer groß. Das sind um 20 Prozent weniger als im Durchschnitt 1978 bis 2000.

Wenn das Eis mit einer solchen Geschwindigkeit weiter abnimmt, wird es im Sommer 2060 kein Eis mehr am Nordpol geben. Die NSIDC-Forscher haben auch erklärt, dass die Fläche in diesem Jahr sogar geringer ist als während der Wärmeperioden in den 30- und 40-er Jahren. Für Serreze ist das ein Beweis für eine Klimaänderung, die aufgrund menschlicher Aktivität einsetzt. "Das ist immer noch eine kontroversielle Meinung, da es permanent Unsicherheiten gibt. Das Klimasystem hat viele natürliche Schwankungen und daher gibt es viele Unklarheiten, insbesondere in der Arktis", so der Experte. Der Beweis, dass durch menschliche Aktivitäten der Treibhauseffekt angeheizt wird, werde immer evidenter. Einer der größten Nachteile des Messsystems ist jedoch, dass damit nur die Ausdehnung des Eises, nicht aber das Volumen gemessen werden kann.

Für den Fall, dass das arktische Eis schmilzt, erwarten die Forscher allerdings weitere negative Folgen: "Wenn das Eis geschmolzen ist, wird das dunkle Wasser des nördlichen Eismeers die Erwärmung zusätzlich anheizen, da die dunkle Wasserfläche die Wärme besser absorbiert als etwa das helle Eis", erklärt Serreze. Die Ozeane würden sich daraufhin aufheizen. Das würde dann auch eine Eisbildung im Spätherbst und im Winter erschweren.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.nsidc.org

Weitere Berichte zu: Arktis Eisfläche Erwärmung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Rasante Evolution einer Kalkalge
14.02.2018 | GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel

nachricht Insektensterben: Auch häufige Arten werden selten
01.02.2018 | Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Erste integrierte Schaltkreise (IC) aus Plastik

Erstmals ist es einem Forscherteam am Max-Planck-Institut (MPI) für Polymerforschung in Mainz gelungen, einen integrierten Schaltkreis (IC) aus einer monomolekularen Schicht eines Halbleiterpolymers herzustellen. Dies erfolgte in einem sogenannten Bottom-Up-Ansatz durch einen selbstanordnenden Aufbau.

In diesem selbstanordnenden Aufbauprozess ordnen sich die Halbleiterpolymere als geordnete monomolekulare Schicht in einem Transistor an. Transistoren sind...

Im Focus: Quantenbits per Licht übertragen

Physiker aus Princeton, Konstanz und Maryland koppeln Quantenbits und Licht

Der Quantencomputer rückt näher: Neue Forschungsergebnisse zeigen das Potenzial von Licht als Medium, um Informationen zwischen sogenannten Quantenbits...

Im Focus: Demonstration of a single molecule piezoelectric effect

Breakthrough provides a new concept of the design of molecular motors, sensors and electricity generators at nanoscale

Researchers from the Institute of Organic Chemistry and Biochemistry of the CAS (IOCB Prague), Institute of Physics of the CAS (IP CAS) and Palacký University...

Im Focus: Das VLT der ESO arbeitet erstmals wie ein 16-Meter-Teleskop

Erstes Licht für das ESPRESSO-Instrument mit allen vier Hauptteleskopen

Das ESPRESSO-Instrument am Very Large Telescope der ESO in Chile hat zum ersten Mal das kombinierte Licht aller vier 8,2-Meter-Hauptteleskope nutzbar gemacht....

Im Focus: Neuer Quantenspeicher behält Information über Stunden

Information in einem Quantensystem abzuspeichern ist schwer, sie geht meist rasch verloren. An der TU Wien erzielte man nun ultralange Speicherzeiten mit winzigen Diamanten.

Mit Quantenteilchen kann man Information speichern und manipulieren – das ist die Basis für viele vielversprechende Technologien, vom hochsensiblen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Auf der grünen Welle in die Zukunft des Mobilfunks

16.02.2018 | Veranstaltungen

Smart City: Interdisziplinäre Konferenz zu Solarenergie und Architektur

15.02.2018 | Veranstaltungen

Forschung für fruchtbare Böden / BonaRes-Konferenz 2018 versammelt internationale Bodenforscher

15.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Erste integrierte Schaltkreise (IC) aus Plastik

17.02.2018 | Energie und Elektrotechnik

Stammbaum der Tagfalter erstmalig umfassend neu aufgestellt

16.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Neue Strategien zur Behandlung chronischer Nierenleiden kommen aus der Tierwelt

16.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics