Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

CO2-Einlagerung: Zurück zur Mutter Erde

27.09.2005


Umweltexperten: Schritt in falsche Richtung



Die Einlagerung von CO2 in großen Tiefen - zwischen 800 und 3.000 Metern, in aufgelassenen Bergwerken oder am Meeresgrund stellt nun auch für das Intergovernmental Panel of Climate Change IPCC ein geeignetes Mittel zu Verringerung der Treibhausgasproblematik dar. Zu diesem Schluss kommen Experten beim Treffen in Montreal. Bis 2050 können auf diese Weise zwischen 20 und 40 Prozent der globalen CO2-Emissionen am Aufstieg in die Atmosphäre gehindert werden.

... mehr zu:
»CO2 »CO2-Einlagerung »Einlagerung


Allerdings ist die Einlagerung des CO2 nicht so einfach wie sich das anhört, erklärt Herbert Formayer von der Universität für Bodenkultur im pressetext-Gespräch. Formayer räumt allerdings ein, dass dies eine Möglichkeit ist, rasch eine CO2-Reduktion umzusetzen. "Unklar bleibt allerdings wie teuer das ist, denn zuerst muss das CO2 ausgefiltert und komprimiert werden, ehe es in alte Bergwerke oder Erdgaslager eingepumpt wird", so der Experte, der auch für das "Schwarzbuch Klima" verantwortlich zeichnet. Die Problematik sei ähnlich wie die Lagerung von Atommüll. "Eine nachhaltige Methodik ist das allerdings nicht, obgleich der rasche CO2-Anstieg abgefangen wird", meint Formayer. Man halse sich damit nämlich neue Probleme auf. Den IPCC-Angaben zufolge können zwischen 220 und 2.200 Mrd. Tonnen CO2 bis 2100 gelagert werden.

"Das ist wieder eine End-of-the-Pipe-Lösung", kritisiert Karl Schellmann, Klimaexperte von GLOBAL2000 die Idee. "Die alten Strukturen werden Aufrecht erhalten, anstatt sie zu verändern. Von Nachhaltigkeit kann keine Rede sein", so Schellmann im pressetext-Gespräch. Der Umweltschützer kritisiert massiv, dass für die Umsetzung und technologische Lösung der CO2-Lagerung viel Geld ausgegeben werde, anstatt auf erneuerbare Energien - insbesondere die massive Förderung von Solartechnologie-Lösungen - zu setzen. Tatsächlich hat das IPCC die Kosten für diese zwischen 15 und 75 Dollar pro Tonne für die Ausfilterung und weitere ein bis acht Dollar je 250 Kilometer Transport berechnet. Die Kosten für die Verbringung werden je nach Methode zwischen 50 Dollar-Cents und 100 Dollar angegeben. "Es führt kein Weg daran vorbei, den tatsächlichen Kohlendioxid-Ausstoß zu verringern", so Schellmann anschließend. Ideal wären zwei Tonnen CO2 pro Person und Jahr, derzeit produziert jeder Österreicher zwischen acht und zehn Tonnen, jeder US-Amerikaner mehr als 20 Tonnen.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.ipcc.ch
http://www.boku.ac.at
http://www.global2000.at

Weitere Berichte zu: CO2 CO2-Einlagerung Einlagerung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Mehr wärmeliebende Tiere und Pflanzen durch Klimawandel
20.02.2017 | Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseen

nachricht Gebietsfremde Arten weltweit auf dem Vormarsch
15.02.2017 | Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Im Focus: Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des Wärmetransportes

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des...

Im Focus: Breakthrough with a chain of gold atoms

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

Im Focus: Hoch wirksamer Malaria-Impfstoff erfolgreich getestet

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Im Focus: Sensoren mit Adlerblick

Stuttgarter Forscher stellen extrem leistungsfähiges Linsensystem her

Adleraugen sind extrem scharf und sehen sowohl nach vorne, als auch zur Seite gut – Eigenschaften, die man auch beim autonomen Fahren gerne hätte. Physiker der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die Welt der keramischen Werkstoffe - 4. März 2017

20.02.2017 | Veranstaltungen

Schwerstverletzungen verstehen und heilen

20.02.2017 | Veranstaltungen

ANIM in Wien mit 1.330 Teilnehmern gestartet

17.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Innovative Antikörper für die Tumortherapie

20.02.2017 | Medizin Gesundheit

Multikristalline Siliciumsolarzelle mit 21,9 % Wirkungsgrad – Weltrekord zurück am Fraunhofer ISE

20.02.2017 | Energie und Elektrotechnik

Wie Viren ihren Lebenszyklus mit begrenzten Mitteln effektiv sicherstellen

20.02.2017 | Biowissenschaften Chemie