Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bundesumweltminister Trittin eröffnet KfW-Konferenz "Handelbare Zertifikate im Klimaschutz"

17.09.2001


250 Experten, Entscheidungsträger und Praktiker diskutieren in Berlin neue umweltpolitische Instrumente zum Schutz des Weltklimas

Am Montag eröffnete der Bundesumweltminister Jürgen Trittin in Berlin die KfW-Konferenz "Handelbare Zertifikate im Klimaschutz: Internationale Erfahrungen und Projekte". Trittin begrüßte die Initiative der KfW: Mit der Konferenz werde der Dialog über neue Wege im Klimaschutz gefördert.

An der Konferenz nahmen am 17. September in Berlin 250 Gäste aus Politik, Wirtschaft, Verbänden, Wissenschaft und Umweltorganisationen teil, sowie Klimaschutzexperten aus den USA, Dänemark, den Niederlanden, dem Vereinigten Königreich, Japan, Deutschland und von der EU-Kommission.

Detlef Leinberger, für Umwelt zuständiges Vorstandsmitglied der KfW, begründete die Motivation des Veranstalters, dieser Thematik ein Forum zu schaffen: Die traditionellen umwelt- und förderpolitischen Instrumente alleine reichten nicht mehr aus, um dem globalen Klimawandel entgegentreten zu können. Hieraus erklärten sich die Bemühungen auf internationaler Ebene zu einer Umsetzung der Kyoto-Mechanismen zu kommen. Bereits jetzt hätten zahlreiche Länder begonnen, Systeme handelbarer Emissionsrechte, marktfähiger Emissionsgutschriften oder grüner Zertifikate für Strom aus erneuerbaren Energien aufzubauen. Hinzu kämen freiwillige Initiativen privater Unternehmen.

Laut KfW-Vorstand Detlef Leinberger bietet das Instrument handelbarer Zertifikate große Chancen für den Klimaschutz und auch wirtschaftliche Möglichkeiten für Deutschland, Europa und die Entwicklungsländer. Die KfW will sich deshalb stärker mit handelbaren Zertifikaten im Klimaschutz befassen und in diesem Rahmen spezielle Dienstleistungen, Finanzierungsinstrumente und Finanzmarktprodukte entwickeln.

Für den Einsatz neuer Instrumente im Klimaschutz führte Leinberger ein Beispiel an: Die KfW plant, das Instrument der Emissionsminderungsgutschriften aufzugreifen und marktfähig zu machen. Zu diesem Zweck können Klimaschutzfonds eingerichtet werden. Damit würden am Finanzmarkt Mittel eingesammelt, um Klimaschutzmaßnahmen zu finanzieren. Die mit den Projekten erzielten Emissionsminderungen würden zertifiziert und von den Investoren im Gegenzug zur günstigen Finanzierung an den Fonds abgetreten. Der Fonds könnte die Zertifikate vermarkten und die Verkaufserlöse an seine Anteilseigner ausschütten. Um dies zu realisieren, denkt die KfW auch über spezielle Finanzmarktprodukte zur Refinanzierung eines Klimaschutzfonds nach.

Die KfW wird auch wie bisher Klimaschutzmaßnahmen im In- und Ausland mit dem bewährten Instrument des Förderkredits vorantreiben. "Wir streben an, unser Engagement auf diesem Gebiet weiter kräftig auszubauen", so Leinberger.

Mit KfW-Mitteln wurden seit 1990 CO2-mindernde Maßnahmen in 1,3 Mio. Wohnungen mitfinanziert. Dadurch wird der jährliche CO2-Ausstoß im Wohnungssektor um 7 Mio. Tonnen pro Jahr reduziert. - Zum Vergleich: Um das 25 Prozent-Reduktionsziel der Bundesregierung im Haushaltssektor zu erreichen, müsste der jährliche CO2-Ausstoß dort um 32 Mio. Tonnen verringert werden. Die von der KfW bisher geförderten Investitionen bewirken somit mehr als 20 Prozent der notwendigen Reduktionen. - Alleine im laufenden Jahr hat die KfW bislang für Energiesparmaßnahmen im Wohnungsbestand eine knappe Milliarde Euro an Krediten zugesagt.

Die KfW legt besonders Gewicht auf die Förderung erneuerbarer Energien. In den letzten zwei Jahren wurden durch das 100.000 Dächer-Solarstrom-Programm der KfW bereits Photovoltaikanlagen auf weit mehr als 20.000 Dächern gefördert.

Verena Tobeck | ots

Weitere Berichte zu: Klimaschutz

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Der Monsun und die Treibhausgase
18.09.2017 | Forschungszentrum Jülich

nachricht Artenschützer schlagen Alarm: Papageien noch bedrohter als befürchtet
15.09.2017 | Justus-Liebig-Universität Gießen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Im Focus: Ultrakurze Momentaufnahmen der Dynamik von Elektronen in Festkörpern

Mit Hilfe ultrakurzer Laser- und Röntgenblitze haben Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik (Garching bei München) Schnappschüsse der bislang kürzesten Bewegung von Elektronen in Festkörpern gemacht. Die Bewegung hielt 750 Attosekunden lang an, bevor sie abklang. Damit stellten die Wissenschaftler einen neuen Rekord auf, ultrakurze Prozesse innerhalb von Festkörpern aufzuzeichnen.

Wenn Röntgenstrahlen auf Festkörpermaterialien oder große Moleküle treffen, wird ein Elektron von seinem angestammten Platz in der Nähe des Atomkerns...

Im Focus: Ultrafast snapshots of relaxing electrons in solids

Using ultrafast flashes of laser and x-ray radiation, scientists at the Max Planck Institute of Quantum Optics (Garching, Germany) took snapshots of the briefest electron motion inside a solid material to date. The electron motion lasted only 750 billionths of the billionth of a second before it fainted, setting a new record of human capability to capture ultrafast processes inside solids!

When x-rays shine onto solid materials or large molecules, an electron is pushed away from its original place near the nucleus of the atom, leaving a hole...

Im Focus: Quantensensoren entschlüsseln magnetische Ordnung in neuartigem Halbleitermaterial

Physiker konnte erstmals eine spiralförmige magnetische Ordnung in einem multiferroischen Material abbilden. Diese gelten als vielversprechende Kandidaten für zukünftige Datenspeicher. Der Nachweis gelang den Forschern mit selbst entwickelten Quantensensoren, die elektromagnetische Felder im Nanometerbereich analysieren können und an der Universität Basel entwickelt wurden. Die Ergebnisse von Wissenschaftlern des Departements Physik und des Swiss Nanoscience Institute der Universität Basel sowie der Universität Montpellier und Forschern der Universität Paris-Saclay wurden in der Zeitschrift «Nature» veröffentlicht.

Multiferroika sind Materialien, die gleichzeitig auf elektrische wie auch auf magnetische Felder reagieren. Die beiden Eigenschaften kommen für gewöhnlich...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

»Laser in Composites Symposium« in Aachen – von der Wissenschaft in die Anwendung

19.09.2017 | Veranstaltungen

Biowissenschaftler tauschen neue Erkenntnisse über molekulare Gen-Schalter aus

19.09.2017 | Veranstaltungen

Zwei Grad wärmer – und dann?

19.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

»Laser in Composites Symposium« in Aachen – von der Wissenschaft in die Anwendung

19.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Zentraler Schalter der Immunabwehr gefunden

19.09.2017 | Biowissenschaften Chemie

Neue Materialchemie für Hochleistungsbatterien

19.09.2017 | Biowissenschaften Chemie