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Den Verlust an biologischer Vielfalt in Deutschland stoppen

01.09.2005


Katalog konkreter Ziele und Massnahmen vorgelegt



Das Bundesumweltministerium hat heute den Entwurf einer „nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt“ vorgestellt. „Wir wollen konkrete Ziele und ein schluessiges Gesamtkonzept fuer den Naturschutz und die nachhaltige Naturnutzung in Deutschland festlegen“, sagte Bundesumweltminister Juergen Trittin. Deutschland hat sich international dazu bekannt, den Verlust an biologischer Vielfalt bis zum Jahr 2010 zu beenden. „Wir stehen vor der Aufgabe, unter den Bedingungen einer modernen Industriegesellschaft die Vielfalt der Arten und Naturraeume zu erhalten und gleichzeitig optimal zu nutzen“, sagte der Bundesumweltminister.

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Weltweit, auch in Deutschland, ist die biologische Artenvielfalt gefaehrdet. Bei uns kommen rund 28.000 Pflanzenarten und rund 48.000 Tierarten vor. Von den einheimischen rund 3.000 Farn- und Bluetenpflanzen Deutschlands sind mehr als ein Viertel bestandsgefaehrdet. Von den einheimischen Tierarten Deutschlands trifft dies auf mehr als ein Drittel zu. Von den in Deutschland vorkommenden Lebensraeumen sind sogar mehr als zwei Drittel gefaehrdet. „Deutschland liegt mit diesen Gefaehrdungsraten leider mit an der Spitze in Europa“, mahnte Trittin.

Die heute vorgelegte Strategie entwickelt fuer die Lebensraeume in Deutschland und fuer besonders relevante Politikbereiche ein umfassendes System konkreter Ziele. So soll beispielsweise bis zum Jahr 2020 der Anteil der Waelder mit natuerlicher Waldentwicklung von derzeit rund 2 auf 5 Prozent erhoeht werden. Neuanpflanzungen von Waeldern sollen ueberwiegend mit standortheimischen Arten vorgenommen werden. Waelder sollen sich ausserdem dauerhaft unbeeintraechtigt von gentechnisch veraenderten Organismen entwickeln koennen. Konkret wird unter anderem vorgeschlagen, bis zum Jahr 2010 die forstwirtschaftlichen Vorgaben fuer die Bewirtschaftung der Waelder in Deutschland -- die so genannte „gute fachliche Praxis“ weiterzuentwickeln und zu konkretisieren. Bis zum Jahr 2015 sollen diese Vorgaben dann in die Praxis umgesetzt sein.

„Wir stellen in jedem Bereich dar, mit welchen Massnahmen welche staatlichen und gesellschaftlichen Akteure der unterschiedlichen Ebenen zur Erreichung dieser Ziele beitragen koennen“, sagte Trittin. Nur wenn diese das Thema zu ihrer eigenen Sache machen, koenne eine solche Strategie erfolgreich umgesetzt und koennen die darin enthaltenen Ziele erreicht werden, so der Bundesumweltminister weiter. Deshalb wurde bei der Erarbeitung der Strategie grosser Wert darauf gelegt, Wissenschaft und Verbaende fruehzeitig einzubeziehen. Diese haben von Dezember 2004 bis April 2005 in insgesamt sechs Veranstaltungen ihr Wissen in den Erarbeitungsprozess eingebracht.“

Michael Schroeren | BMU-Pressereferat
Weitere Informationen:
http://www.bmu.de

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