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Leibniz-Experten warnen: Feiner Feinstaub ist gefährlicher als grober Feinstaub

31.08.2005


In der neuen Ausgabe des "Zwischenrufs" haben Wissenschaftler aus vier Leibniz-Instituten politische Handlungsempfehlungen für Gewässer-, Boden- und Verbraucherschutz sowie zur Verringerung der Feinstaubbelastung aufgeschrieben.



Der zweite "Zwischenruf - Umweltforschung für die politische Praxis" ist erschienen und wird in diesen Tagen an Umweltpolitiker in ganz Deutschland verschickt. Mit dem Zwischenruf hat die Leibniz-Gemeinschaft eine Publikationsreihe aufgelegt, die neue Forschungsergebnisse in kompakter Form in den politischen Willensbildungsprozess einspeisen will.

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Forscher um Alfred Wiedensohler vom Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (IfT) weisen drauf hin, dass Feinstaub mit Teilchengrößen unter einem Mikrometer für den Menschen sehr wahrscheinlich gefährlicher ist als größere Partikel. Sie schlagen daher vor, die seit Januar gültige EU-Richtlinie auf Partikel unter einem Tausendstel Millimeter zu begrenzen. Bisher gelten die Grenzwerte für Teilchen bis zu einer Größe von 10 Mikrometer. Außerdem solle ein zweiter Massengrenzwert für Ruß eingeführt werden. Ruß bilde nämlich im urbanen Feinstaub die größte Gesundheitsgefahr. Die Autoren empfehlen die Stilllegung der stärksten Rußemitter unter den LKWs und Bussen und die Minimierung von Öl- und Kohleverbrennung beim Hausbrand.

Rainer Koschel, Horst Behrendt und Michael Hupfer vom Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) warnen davor, sich in Fragen des Gewässerschutzes allein auf die Verringerung von Schadstoffemissionen zu konzentrieren. Stattdessen sollte die gezielte Optimierung der Struktur ökologischer Systeme Bestandteil eines modernen Gewässerschutzes sein.

Monika Frielinghaus und Michael Sommer vom Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) fordern Bund und Länder auf, ihre Aufmerksamkeit stärker als bisher auf einen vorsorgenden Bodenschutz zu richten und die nachhaltige Nutzung der begrenzten Ressource Boden zu gewährleisten. Eine wesentliche Reduzierung des Flächenverbrauchs könnte mit dem Instrument der sogenannten handelbaren Flächenausweisungsrechte erzielt werden. Initiativen wie die Kampagne Boden des Jahres und die Einrichtung von Bodenlehrpfaden sollen in der Bevölkerung die Akzeptanz für einen bewussten Umgang mit der kostbaren Ressource Boden schaffen.

Martin Geyer und Helene Foltan vom Leibniz-Institut für Agrartechnik Bornim (ATB) meinen, dass die Globalisierung im Bereich der Lebensmittelproduktion und des -handels die Einführung grenzüberschreitender Qualitätssicherungssysteme erforderlich mache. Länderübergreifende Transparenz und Kommunikation sowie einheitliche Grundregeln seien wichtige Voraussetzungen für zielgerichteten und präventiv wirkenden Verbraucherschutz. Letztlich sei das Vertrauen der Verbraucher in Lebensmittel nur durch lückenlose Kontrolle und Rückverfolgbarkeit entlang der Produktions- und Verarbeitungskette zu gewinnen, so die Wissenschaftler.

Dr. Frank Stäudner | idw
Weitere Informationen:
http://www.leibniz-gemeinschaft.de

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