Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wälder nehmen weniger CO2 auf als angenommen

30.08.2005


Nur Feldversuche bringen Wahrheit ans Licht

... mehr zu:
»CO2

Bäume in den Wäldern nehmen bei weitem nicht soviel CO2 auf, wie mancher Politiker oder Wissenschaftler es gerne hätte. Zu diesem Schluss kommen Wissenschaftler der Universität Basel in der jüngsten Ausgabe des Wissenschaftsmagazins Science. Dass die Pflanzen alle wie von Turbohand gesteuert wachsen und gedeihen, weil das Kohlendioxid sie zu mehr Photosynthese anregt, gehört offensichtlich ins Reich der Erfindung.

Das Team um Christian Körner hatte ein Waldgebiet in der Nähe von Basel künstlich mit CO2 begast - und das über vier Jahre hinweg -, um sich in der Folge anzusehen wie sehr sich der Wald verändert. Während der sechsmonatigen Wachstumsphase sprühten die Forscher die Baumwipfel täglich mit zwei Tonnen CO2 aus Industrieabfällen. Damit lagen die CO2-Werte etwa 1,5 Mal höher als dies derzeit auf der Erde der Fall ist. Eine Veränderung der Flora konnten die Wissenschaftler nach vier Jahren nicht feststellen. "Einige Forscher und Politiker glauben, dass eine Kohlendioxidreiche Zukunft die Erde in einen blühenden Planeten verwandeln wird", so der Studienleiter.


"In Glashausversuchen hat das Experiment tatsächlich funktioniert", meint der Experte Herbert Formayer vom Department für Wasser, Atmosphäre und Umwelt an der Universität für Bodenkultur in Wien im Interview mit pressetext. Bis zu 600 ppm CO2 unter optimalen Gegebenheiten - damit meint der Forscher Licht und Wasser - haben die Grünpflanzen locker vertragen. "Derzeit herrschen auf der Erde Werte um 380 ppm, noch vor knapp 100 Jahren waren es 280 ppm CO2", berichtet der Forscher, der auch für das "Schwarzbuch Klimawandel" verantwortlich zeigt. Formayer wundert sich über das Ergebnis der Schweizer Forscher aber kaum: "Die Pflanzen können in der freien Natur das Überangebot an CO2 nicht nutzen."

Auch im Glashaus hätte sich gezeigt, dass das höhere Wachstumspotenzial nicht lange dauert. Nach zwei bis drei Jahren stellte sich das Wachstum wieder ein. "Wenn das Niveau überschritten ist, bleibt das CO2 in der Atmosphäre", erklärt Formayer auf pressetext-Anfrage. Körner von der Universität Basel gibt hingegen nicht auf. "Das Experiment war zu kurz, um zu sagen, was tatsächlich passiert." Er hoffe auf mehrere großräumige und längerfristige Forschungsexperimente. Experten wie Yadvinder Mahli, Pflanzenökologe der Oxford University, wünscht sich ein ähnliches Experiment in einem tropischen Regenwald.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.unibas.ch
http://www.boku.ac.at

Weitere Berichte zu: CO2

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Mit Urzeitalgen zu gesundem Wasser: Wirtschaftliches Verfahren zur Beseitigung von EDC im Abwasser
27.04.2017 | Technische Universität Bergakademie Freiberg

nachricht Plastik – nicht nur Müll
26.04.2017 | Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: TU Chemnitz präsentiert weltweit einzigartige Pilotanlage für nachhaltigen Leichtbau

Wickelprinzip umgekehrt: Orbitalwickeltechnologie soll neue Maßstäbe in der großserientauglichen Fertigung komplexer Strukturbauteile setzen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesexzellenzclusters „Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen" (MERGE) und des Instituts für...

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationaler Tag der Immunologie - 29. April 2017

28.04.2017 | Veranstaltungen

Kampf gegen multiresistente Tuberkulose – InfectoGnostics trifft MYCO-NET²-Partner in Peru

28.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Über zwei Millionen für bessere Bordnetze

28.04.2017 | Förderungen Preise

Symbiose-Bakterien: Vom blinden Passagier zum Leibwächter des Wollkäfers

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wie Pflanzen ihre Zucker leitenden Gewebe bilden

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie