Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Pläne gegen illegale Fischerei

26.08.2005


Weltbank-Projekt PROFISH soll Ausbeutung der Meere kontrollieren

... mehr zu:
»Ausbeutung »Fischerei »Korallenriff

Nun hat auch die Weltbank begriffen, dass die Ausbeutung der Meere zu einem Ende kommen muss. Das neue Programm namens PROFISH soll dafür sorgen, dass nachhaltige Fischerei die globale Fischkrise lösen kann. Dazu soll vor allem auch ein Instrumentarium geschaffen werden, das der illegalen Fischerei den Riegel vorschiebt, berichtet die Weltbank.

Das PROFISH Programm wurde vom Direktor der Umweltabteilung der Weltbank Warren Evans beim NEPAD-Fish For All Summit in Abuja/Nigeria vorgestellt. (pte berichtete http://www.pressetext.at/pte.mc?pte=050823032 ). Evans betont, dass die Studien der vergangenen Jahre zeigen, dass die Korallenriffe weltweit schwer geschädigt sind und die Fischpopulationen permanent zurückgehen. "Wir nehmen derzeit mehr Fische aus den Meeren als nachwachsen", bringt es der Experte auf den Punkt. Sieben der wichtigsten Speisefische der Erde sind massiv bedroht. "Überfischung ist weit mehr als nur ein ökologischer Verlust", umschreibt Evans das Problem. Überfischung und Armut stünden in direktem Verhältnis zueinander.


"PROFISH soll eine Partnerschaft zwischen der Weltbank und vielen anderen Entwicklungspartnern werden", erklärt Evans. Mehr als 150 Mio. Menschen in Entwicklungsländern arbeiten in der Fischindustrie oder sind mit Fischfang betraut. PROFISH soll so Evans auch dafür Sorgen illegale Fischerei einzudämmen. Dabei sei nicht nur auf große Fischkutter zu achten, sondern auch auf kleinere. "Obwohl große Schiffe mehr Aufmerksamkeit auf sich ziehen, sind es kleinere, die die größeren Schäden anrichten: Sie sind es, die Korallenriffe zerstören, Laichgründe leerfischen", so Evans.

Kritik an der Vorgehensweise kommt von internationalen Umweltorganisationen. Nina Thülln, Meeresexpertin bei Greenpeace Österreich kritisierte im Gespräch mit pressetext den Heißhunger der Industriestaaten auf Fisch. Eine Lösung sei nur zu erwarten, wenn der Bedarf an Fisch sinkt. "Es ist lächerlich, wenn EU-Fischflotten vor der Küste Afrikas alles leer fischen und hernach Reglements zur Fischerei aufstellen." Tatsächlich hat sich die Zahl der EU-Fischfang-Erträge vor der Küste Westafrikas zwischen 1950 und 2001 verzwanzigfacht. Evans sieht das Problem. "PROFISH muss auch hier wirken. Es kann sein, dass die EU-Länder nun ihr Maß an Subventionen für die Fischerei überdenken muss." Tatsächlich tobt aber in Europa seit Jahren ein Kampf um Fischereisubventionen und Fangquoten. Als oberste Priorität will das Projekt aber eine Listung in Form von Datenbanken von illegalen Fangflotten erstellen. Diese soll in den kommenden drei Jahren fertig gestellt sein.

Aquakulturen, die von der Weltbank empfohlen werden, hätten sich vielfach als tickende Umweltbomben erwiesen, da sie große Flächen in Anspruch nehmen. Zudem werden viele der gezogenen Arten wie etwa Shrimps mit Fischmehl gefüttert. In einigen Staaten Mittelamerikas und Südasiens wurden große Mangrovenwälder, die vor Flutwellen schützen für Fisch- und Shrimpfarmen gerodet. Zudem sorgten sie für den Eintrag von Antiobiotika und anderen schädlichen Substanzen in küstennahe Gewässer, wie Greenpeace seit Jahren kritisiert.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.worldbank.org
http://www.fishforall.org
http://www.greenpeace.at

Weitere Berichte zu: Ausbeutung Fischerei Korallenriff

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Wasserqualität von Flüssen: Zusätzliche Reinigungsstufen in Kläranlagen lohnen sich
24.05.2017 | Eberhard Karls Universität Tübingen

nachricht Eisenmangel hemmt marine Mikroorganismen
19.05.2017 | GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)

26.05.2017 | Förderungen Preise

Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um

26.05.2017 | Gesellschaftswissenschaften