Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

EU-Regelungen können drohenden Anstieg fluorierter Treibhausgase dämpfen

24.08.2005


Umweltbundesamt veröffentlicht aktuelle Emissionen und Prognosen


Fluorierte Gase zählen zu den Treibhausgasen und schädigen das Klima mit einem Treibhauspotenzial, das im Vergleich zu Kohlendioxid (CO2) bis zu 24.000 mal größer ist. Sie werden in Anlagen und Produkten - wie etwa Klimaanlagen und Schallschutzscheiben - angewendet. Die positive Nachricht: Zwischen 1995 und 2003 ist ihr Ausstoß in Deutschland gesunken: von 16 Millionen Tonnen (Mio. t) auf 14 Mio. t CO2-Äquivalente - das Maß für die Schädlichkeit dieser Gase im Vergleich zum wichtigsten Treibhausgas CO2. Die negative Nachricht: Eine weitere Reduktion ist ohne zusätzliche Maßnahmen kaum möglich. Passiert nichts, ist in den nächsten Jahren sogar mit einem Anstieg des Ausstoßes dieser klimaschädigenden Gase auf über 23 Mio. t CO2-Äquivalenten zu rechnen. Das geht aus einer Studie hervor, die - im Auftrag des Umweltbundesamtes (UBA) - das Büro für Umweltforschung und Beratung (Öko-Recherche), Frankfurt/Main, vorlegte. Doch die Studie zeigt auch: Eine weitere Minderung der Emissionen ist realistisch möglich, falls die geplante EU-Verordnung und eine EU-Richtlinie für einige fluorierte Treibhausgase konsequent umgesetzt würden. Dann wäre es möglich den Emissionsanstieg zunächst zu begrenzen und bei Realisierung weiterer Maßnahmen sogar noch weiter zu reduzieren.

Als fluorierte Treibhausgase werden teilfluorierte und perfluorierte Kohlenwasserstoffe (H FKW, FKW) sowie Schwefelhexafluorid (SF6) bezeichnet. Sie haben ein hohes bis sehr hohes Treibhauspotenzial (GWP). Das GWP gibt die Klimaschädlichkeit eines Stoffes im Vergleich mit Kohlendioxid (CO2) an und ist bezogen auf die wichtigsten fluorierten Treibhausgase 1400 bis 24.000 mal größer als CO2. Zum direkten Vergleich der verschiedenen Treibhausgase werden ihre Emissionen dann meist in CO2-Äquivalenten angegeben.


Heute sind Kälte- und Klimaanlagen, beispielsweise in Supermärkten und Automobilen, sowie Schallschutzscheiben die größten Emissionsquellen für fluorierte Treibhausgase. Um diese zu mindern, plant die Europäische Kommission den Erlass einer Verordnung und einer Richtlinie. Der Europäische Rat nahm am 20. Juni 2005 die so genannten "Gemeinsamen Standpunkte" beider Rechtsakte an. Nach zweiter Lesung im Europäischen Parlament könnten sie im Jahr 2006 in Kraft treten. Bei Einhaltung des Zeitplans, kann der Emissionsanstieg der fluorierten Treibhausgase in Deutschland erheblich gesenkt werden.

Die Studie zeigt an vier verschiedenen Szenarien, dass der Emissionsanstieg bis zum Jahr 2020 auf 16 Mio. t CO2 begrenzt und im zweiten Schritt auf 11 Mio. t CO2-Äquivalente reduziert werden kann.

Der Zwischenbericht zur Studie "Emissionen und Emissionsprognosen von H FKW, FKW und SF6 in Deutschland", die Gemeinsamen Standpunkte zu den Rechtsakten sowie weitere Informationen, vor allem der umfassende Bericht "Fluorierte Treibhausgase in Produkten und Verfahren - Technische Maßnahmen zum Klimaschutz", sind im Internet unter der Adresse www.umweltbundesamt.de; UBA-Themenseite "Fluorierte Treibhausgase und FCKW" veröffentlicht.

Jana Schmidt | idw
Weitere Informationen:
http://www.umweltbundesamt.de

Weitere Berichte zu: CO2 Emission Emissionsanstieg FKW Treibhausgas

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Invasive Quallen: Strömungen als Ausbreitungsmotor
23.05.2018 | GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel

nachricht Wenn Korallen Plastik fressen
23.05.2018 | Justus-Liebig-Universität Gießen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Starke IT-Sicherheit für das Auto der Zukunft – Forschungsverbund entwickelt neue Ansätze

Je mehr die Elektronik Autos lenkt, beschleunigt und bremst, desto wichtiger wird der Schutz vor Cyber-Angriffen. Deshalb erarbeiten 15 Partner aus Industrie und Wissenschaft in den kommenden drei Jahren neue Ansätze für die IT-Sicherheit im selbstfahrenden Auto. Das Verbundvorhaben unter dem Namen „Security For Connected, Autonomous Cars (SecForCARs) wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 7,2 Millionen Euro gefördert. Infineon leitet das Projekt.

Bereits heute bieten Fahrzeuge vielfältige Kommunikationsschnittstellen und immer mehr automatisierte Fahrfunktionen, wie beispielsweise Abstands- und...

Im Focus: Powerful IT security for the car of the future – research alliance develops new approaches

The more electronics steer, accelerate and brake cars, the more important it is to protect them against cyber-attacks. That is why 15 partners from industry and academia will work together over the next three years on new approaches to IT security in self-driving cars. The joint project goes by the name Security For Connected, Autonomous Cars (SecForCARs) and has funding of €7.2 million from the German Federal Ministry of Education and Research. Infineon is leading the project.

Vehicles already offer diverse communication interfaces and more and more automated functions, such as distance and lane-keeping assist systems. At the same...

Im Focus: Mit Hilfe molekularer Schalter lassen sich künftig neuartige Bauelemente entwickeln

Einem Forscherteam unter Führung von Physikern der Technischen Universität München (TUM) ist es gelungen, spezielle Moleküle mit einer angelegten Spannung zwischen zwei strukturell unterschiedlichen Zuständen hin und her zu schalten. Derartige Nano-Schalter könnten Basis für neuartige Bauelemente sein, die auf Silizium basierende Komponenten durch organische Moleküle ersetzen.

Die Entwicklung neuer elektronischer Technologien fordert eine ständige Verkleinerung funktioneller Komponenten. Physikern der TU München ist es im Rahmen...

Im Focus: Molecular switch will facilitate the development of pioneering electro-optical devices

A research team led by physicists at the Technical University of Munich (TUM) has developed molecular nanoswitches that can be toggled between two structurally different states using an applied voltage. They can serve as the basis for a pioneering class of devices that could replace silicon-based components with organic molecules.

The development of new electronic technologies drives the incessant reduction of functional component sizes. In the context of an international collaborative...

Im Focus: GRACE Follow-On erfolgreich gestartet: Das Satelliten-Tandem dokumentiert den globalen Wandel

Die Satellitenmission GRACE-FO ist gestartet. Am 22. Mai um 21.47 Uhr (MESZ) hoben die beiden Satelliten des GFZ und der NASA an Bord einer Falcon-9-Rakete von der Vandenberg Air Force Base (Kalifornien) ab und wurden in eine polare Umlaufbahn gebracht. Dort nehmen sie in den kommenden Monaten ihre endgültige Position ein. Die NASA meldete 30 Minuten später, dass der Kontakt zu den Satelliten in ihrem Zielorbit erfolgreich hergestellt wurde. GRACE Follow-On wird das Erdschwerefeld und dessen räumliche und zeitliche Variationen sehr genau vermessen. Sie ermöglicht damit präzise Aussagen zum globalen Wandel, insbesondere zu Änderungen im Wasserhaushalt, etwa dem Verlust von Eismassen.

Potsdam, 22. Mai 2018: Die deutsch-amerikanische Satellitenmission GRACE-FO (Gravity Recovery And Climate Experiment Follow On) ist erfolgreich gestartet. Am...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Im Fokus: Klimaangepasste Pflanzen

25.05.2018 | Veranstaltungen

Größter Astronomie-Kongress kommt nach Wien

24.05.2018 | Veranstaltungen

22. Business Forum Qualität: Vom Smart Device bis zum Digital Twin

22.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Berufsausbildung mit Zukunft

25.05.2018 | Unternehmensmeldung

Untersuchung der Zellmembran: Forscher entwickeln Stoff, der wichtigen Membranbestandteil nachahmt

25.05.2018 | Interdisziplinäre Forschung

Starke IT-Sicherheit für das Auto der Zukunft – Forschungsverbund entwickelt neue Ansätze

25.05.2018 | Informationstechnologie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics