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Düstere Aussichten für unterernährte Kinder / Langsamer Fortschritt im Kampf gegen den weltweiten Hunger

31.08.2001


Per Pinstrup-Andersen, Institutsleiter International Food Policy Research Institute (IFPRI), Autor des heute in Berlin vorgestellten Berichts: 2020 Global Food Outlook: Trends, Alternatives, and Choices
Quelle: Internat. Food Policy Resaerch Institute


Fortschritte, die Anzahl unterernährter Kinder weltweit zu verringern, werden sich voraussichtlich in den nächsten beiden Dekaden deutlich verlangsamen, wenn die Maßnahmen zur nachhaltigen Ernährungssicherung weltweit nicht drastisch verstärkt werden. Zu diesem Ergebnis kommt das renommierte International Food Policy Research Institute (IFPRI) im aktuellen Bericht 2020 Global Food Outlook: Trends, Alternatives, and Choices, der heute vom Institutsleiter Per Pinstrup-Andersen und Mark M. Rosegrant, Hauptautor des Berichts, in Berlin vorgestellt wurde. Die Zahl unterernährter Kinder wird demnach in den nächsten 20 Jahren nur um ungefähr 20 Prozent reduziert werden. Das entspricht 132 Millionen unterernährter Kinder im Jahr 2020.

In Lateinamerika wird das Ernährungsproblem bei Kindern tatsächlich gelöst werden, während China die Zahl unterernährter Kinder immerhin halbieren wird. Doch nicht alle Regionen werden den Hunger so erfolgreich bekämpfen: Ein Drittel aller unterernährter Kinder werden nach wie vor in Indien leben. In den Staaten Afrikas südlich der Sahara wird die Zahl der unterernährten Kinder sogar um 18 Prozent ansteigen, wenn keine neuen Gegenmaßnahmen ergriffen werden. "Unsere optimistische Einschätzung, die Zahl unterernährter Kinder bis zum Jahr 2020 weltweit um 42 Prozent zu verringern, ist bereits mit zusätzlichen Investitionen von nur USD 10 Milliarden pro Jahr zu erreichen. Dieser Betrag liegt unter den globalen Verteidigungsausgaben einer einzigen Woche," erklärt Mark M. Rosegrant, leitender Ökonom beim IFPRI und Hauptautor des Berichts.

Die Ergebnisse des Berichts 2020 Global Food Outlook: Trends, Alternatives, and Choices werden den Schwerpunkt der internationalen Konferenz Sustainable Food Security for All bilden. Diese wird vom 04.-06. September 2001 vom IFPRI auf Einladung der deutschen Bundesregierung in Bonn veranstaltet. Über 1000 führende Politiker, Wissenschaftler und Journalisten aus aller Welt werden an dem Gipfeltreffen teilnehmen. Mit der Konferenz soll auf die weltweite Selbstgefälligkeit aufmerksam gemacht werden, die jährlich Millionen von Kindern auf Grund von Nahrungsmangel das Leben kostet.

Dr. Ute Baumann | ots
Weitere Informationen:
http://www.ifpri.org/

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