Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Die Überwachung der Schadstoffkonzentrationen in der Erdatmosphäre

21.07.2005


Ein an der Universität Bremen entwickeltes MAX-DOAS-Instrument dient zur Überwachung einer Reihe belangvoller atmosphärischer Schadstoffe, einschließlich Halogenoxide und Stickstoffdioxid.


Seit Beginn des Industriezeitalters hat die Erdatmosphäre derbe Schläge hinnehmen müssen. Die Grade der atmosphärischen Schadstoffe erreichen kritische Höhen und bedrohen das Leben auf der Erde. Ein Beispiel dafür ist das Loch in der Ozonschicht. Die Überwachung der am Prozess des Ozonabbaus beteiligten atmosphärischen Bestandteile ist von höchster Wichtigkeit.

Das Institut für Umweltphysik an der Universität Bremen in Deutschland wendete erfolgreich ein Multi AXis Differential Optical Absorption Spectroscopy (MAX DOAS) Instrument zur stichprobenartigen Untersuchung der Atmosphäre an. DOAS-Instrumente messen die einfallende Sonnenstrahlung in den ultravioletten und sichtbaren Bereichen des Spektrums, um die Schadstoffkonzentrationen in der Troposphäre und in der Stratosphäre nachzuweisen. Der Vorteil von MAX DOAS gegenüber den typischen DOAS-Instrumenten liegt in seiner Fähigkeit, Messungen an mehreren unterschiedlichen Referenzpunkten durchzuführen. Dies ermöglicht größere Weglängen und somit eine gesteigerte Empfindlichkeit.


Auf diese Weise können Proben einer breiten Vielfalt atmosphärischer Spezies gesammelt werden. So wurde MAX DOAS beispielsweise im Rahmen des QUILT-Projekts genutzt, um die Konzentrationen der mit dem stratosphärischen Ozonabbau verbundenen Spezies, nämlich der Halogenoxide BrO und IO, abzuleiten. Die Messungskampagne umfasste bodenstationierte Messungen an mehreren unterschiedlichen Breitengraden sowie von Schiffen aus durchgeführte Messungen. Während seiner Installation wurde das in der Arktis installierte Instrument darüber hinaus zur Bestimmung der lokalen Konzentrationen des Schadstoffs Stickstoffdioxid genutzt. Es können auch vertikale Profile der Aerosol-Eigenschaften wie Aerosol-Tilgung erlangt werden.

Im Laufe von FORMAT, einem weiteren EESD-Projekt, wurde MAX DOAS genutzt, um Konzentrationen von Formaldehyd, HCHO, zu liefern. Formaldehyd spielt eine wichtige Rolle bei der Entwicklung von photochemischem Smog. MAX DOAS erbrachte darüber hinaus bei der Andoya-Vergleichsstudie des Network for the Detection of Stratospheric Change (NDSC - Netzwerk für die Messung stratosphärischer Änderungen) gute Leistungen.

Durch diese verschiedenen Projekte zeigte das Team der Universität Bremen das Potenzial für MAX DOAS in atmosphärischen Untersuchungsstudien. Neben den erwähnten Anwendungen beinhalten weitere Möglichkeiten die Überwachung vulkanischer Emissionen und städtischer Luftverschmutzung. Die MAX-DOAS-Messungen überstützen auch die Kalibrierung und Verbesserung atmosphärischer Strahlungsmodelle.

Folkard Wittrock | ctm
Weitere Informationen:
http://www.doas-bremen.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Dünenökosysteme modellieren
23.06.2017 | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

nachricht Es wird zu bunt im Gillbach: Weitere nichtheimische Buntbarschpopulation in Deutschland nachgewiesen
22.06.2017 | Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften