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h2ok: Eine Initiative für reines Wasser

29.08.2001


Wenn in Bächen, Seen und Flüssen Spuren von Pflanzenschutzmitteln auftauchen, schrillen in den Wasserwerken die Alarmglocken. Auch in Oberflächengewässern sollen die Rückstände eines Pflanzenschutzmittels den Trinkwasser-Grenzwert von 0,1 Mikrogramm pro Liter nicht überschreiten. Damit solche Belastungen vermieden werden, hat der Industrieverband Agrar vor zwei Jahren eine Initiative zum Schutz der Oberflächengewässer ins Leben gerufen. Jetzt hat diese Initiative ihre eigene Website erhalten: unter www.h2ok.org können Landwirte und andere Interessierte Informationsmaterialien zum Gewässerschutz abrufen.

Untersuchungen haben gezeigt, dass bis zu 80 Prozent der Einträge in Oberflächengewässer nicht von der üblichen Anwendung der Pflanzenschutzmittel auf dem Feld stammen, sondern aus dem Abfluss von Hofflächen bei Arbeiten an der Spritze. Diese Einträge sind andererseits leicht zu vermeiden, indem das Befüllen oder Reinigen der Feldspritzen und das Spülen von leeren Pflanzenschutz-Kanistern auf dem Feld erfolgen. Dann gelangen Produktreste und Waschwasser auf belebten Boden, und dort werden die Wirkstoffe schnell zu ungefährlichen Substanzen abgebaut.

Die Initiative besteht aus vielfältigen Elementen: Anzeigen in der Fachpresse während der Spritzsaison machen die Landwirte auf die Bedeutung des Gewässerschutzes aufmerksam und geben Tipps für das richtige Vorgehen. Für Vortragsveranstaltungen wurde eine Folienserie entwickelt.

Die wichtigsten Regeln für den Gewässerschutz wurden in einem Faltblatt und einem Poster zusammengefasst, die an die landwirtschaftlichen Betriebe verteilt werden. Eine herausragende Rolle bei der Initiative spielt die Zusammenarbeit mit dem landwirtschaftlichen Nachwuchs. Der Industrieverband Agrar hat untersucht, wie das Thema Pflanzenschutz und Gewässerschutz im Unterricht der landwirtschaftlichen Berufs- und Fachschulen behandelt wird. Gemeinsam mit Lehrern dieser Schultypen werden nun geeignete Unterrichtshilfen entwickelt. Außerdem wirkt der Verband darauf hin, in den einschlägigen Fachbüchern das Thema verstärkt zu behandeln. Schließlich wird für die Präsentation auf Messen und Ausstellungen derzeit ein Computerspiel entwickelt, das in unterhaltsamer Form die Fragestellung aufgreift.

Die Initiative wird vom Deutschen Bauernverband und der amtlichen Pflanzenschutzberatung unterstützt. Inzwischen findet sie auch großes Interesse bei Behörden und der Wasserwirtschaft.

Der Industrieverband Agrar mit Sitz in Frankfurt am Main ist der Zusammenschluss von Unternehmen der agrarchemischen und agrarbiologischen Industrie in Deutschland. Zu den Geschäftsfeldern der 55 Mitgliedsunternehmen gehören Pflanzenschutz, Pflanzenernährung, Schädlingsbekämpfung und Biotechnologie.

Hannelore Schmid | ots
Weitere Informationen:
http://www.h2ok.org

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