Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kein gravierender Engpass bei Abfallbehandlung

14.07.2005


Gewerbeabfälle vorrangig verwerten



Zu einem Gespräch über die Situation bei der Entsorgung von Siedlungsabfällen sind gestern auf Einladung des Bundesumweltministeriums der Vorsitzende der Länderarbeitsgemeinschaft Abfall (LAGA), sowie Vertreter der privaten und kommunalen Entsorgungswirtschaft, der abfallerzeugenden Wirtschaft sowie der Unternehmensverbände der Betreiber thermischer und mechanisch-biologischer Behandlungsanlagen zusammen getroffen. Seit dem 1. Juni 2005 müssen nicht verwertbare Abfälle vor einer Ablagerung in Müllverbrennungsanlagen oder mechanisch-biologischen Anlagen behandelt werden. Das betrifft insbesondere Hausmüll und ähnliche Gewerbeabfälle.



Die Teilnehmer bestätigten erneut die anfallwirtschaftliche Notwendigkeit des Verbots der Ablagerung unbehandelter Abfälle. Sie kamen übereinstimmend zu der Auffassung, dass für die so genannten „überlassungspflichtigen Abfälle“, das ist insbesondere Hausmüll der privaten Haushalte, ausreichende Behandlungsmöglichkeiten vorhanden sind und eine umweltverträgliche Entsorgung gewährleistet ist. Angespannt sei die Situation dagegen bei Gewerbefällen, für deren Entsorgung die Abfallerzeuger verantwortlich sind. Diese Abfälle wurden bislang überwiegend in Deponien zu geringen Preisen angenommen. Dies ist seit dem 1.6.2005 nicht mehr möglich, und diese Abfälle drängen nunmehr in die Behandlungsanlagen. Deren Kapazitäten sind damit jedoch zum Teil überfordert, da sie vor allem für die Entsorgung der Siedlungsabfälle aus den Kommunen errichtet wurden.

Die Gesprächsteilnehmer waren sich einig, dass es sich bei dieser Situation um zeitweilige Engpässe bei der Anpassung an die neue abfallwirtschaftliche Situation seit dem 1. Juni dieses Jahres handele. Um diese Situation schnell und unmittelbar zu verbessern, seien die geltenden Bestimmungen des Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetzes zur vorrangigen Verwertung auch für Gewerbeabfälle endlich umzusetzen.

Die im Gewerbe anfallenden Abfälle lassen sich zu einem grossen Teil hervorragend stofflich verwerten. Sie sollten deshalb von vornherein getrennt gehalten werden, um ihrer Verwertung ausserhalb der für den Hausmüll beanspruchten Anlagen zu ermöglichen. Den in Zeiten enger Rohstoffmärkte auch wirtschaftlich gebotenen Vorrang der Verwertung vor einer Beseitigung gilt es auch im Bereich gewerblicher Abfälle zu realisieren. Die Abfälle der Bürgerinnen und Bürger aus der kommunalen Sammlung werden bereits zu über 50 Prozent stofflich verwertet. Im Bereich vergleichbarer Gewerbeabfälle liegen hier noch grosse Potentiale. Die deutsche Entsorgungswirtschaft könne hierbei den gewerblichen Abfallerzeugern ein leistungsfähiger Partner sein.

Darüber hinaus müssten in Bau und Planung befindliche Verbrennungsanlagen sowie mechanisch-biologische Behandlungsanlagen schnellstmöglich fertig gestellt und bestehende Anlagen gegebenenfalls erweitert werden.

Für die heizwertreichen Abfallbestandteile sollten darüber hinaus die vorhandenen Mitverbrennungskapazitäten in Kraft- und Zementwerken genutzt werden. Von den gesetzlich in engem Rahmen gegebenen Möglichkeiten, Abfälle temporär in ordnungsgemäss genehmigten und gesicherten Lagern zwischen zu lagern oder in ausländischen Anlagen mit vergleichbaren Standards wie in Deutschland zu verwerten, sollte nur Gebrauch gemacht werden, wenn andere Massnahmen nicht zum Erfolg führen.

Michael Schroeren | BMU-Pressereferat
Weitere Informationen:
http://www.bmu.de

Weitere Berichte zu: Abfall Behandlungsanlagen Entsorgung Gewerbeabfälle Hausmüll Verwertung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Paradiese in Gefahr: Bayreuther Studierende forschen auf den Malediven zu Plastikmüll in den Meeren
13.04.2017 | Universität Bayreuth

nachricht Ozeanversauerung: Wie individuell sind die Reaktionen?
06.04.2017 | GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Im Focus: Wonder material? Novel nanotube structure strengthens thin films for flexible electronics

Reflecting the structure of composites found in nature and the ancient world, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have synthesized thin carbon nanotube (CNT) textiles that exhibit both high electrical conductivity and a level of toughness that is about fifty times higher than copper films, currently used in electronics.

"The structural robustness of thin metal films has significant importance for the reliable operation of smart skin and flexible electronics including...

Im Focus: Immunzellen helfen bei elektrischer Reizleitung im Herzen

Erstmals elektrische Kopplung von Muskelzellen und Makrophagen im Herzen nachgewiesen / Erkenntnisse könnten neue Therapieansätze bei Herzinfarkt und Herzrhythmus-Störungen ermöglichen / Publikation am 20. April 2017 in Cell

Makrophagen, auch Fresszellen genannt, sind Teil des Immunsystems und spielen eine wesentliche Rolle in der Abwehr von Krankheitserregern und bei der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Forschungsexpedition „Meere und Ozeane“ mit dem Ausstellungsschiff MS Wissenschaft

24.04.2017 | Veranstaltungen

3. Bionik-Kongress Baden-Württemberg

24.04.2017 | Veranstaltungen

Smart-Data-Forschung auf dem Weg in die wirtschaftliche Praxis

21.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Phoenix Contact übernimmt Spezialisten für Netzleittechnik

24.04.2017 | Unternehmensmeldung

Phoenix Contact beteiligt sich an Berliner Start-up Unternehmen für Energiemanagement

24.04.2017 | Unternehmensmeldung

Phoenix Contact übernimmt Spezialisten für industrielle Kommunikationstechnik

24.04.2017 | Unternehmensmeldung