Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Die Überwachung des Ozonabbaus über der Arktis

13.07.2005


Der Ozonverlust über der Arktis kann eine Bedrohung für das Leben von Tieren und Pflanzen an der Oberfläche in den nördlichen mittleren Breiten darstellen. Die wahre Natur und das Ausmaß dieses Naturproblems können nur durch Überwachung und Modellierung genau beurteilt werden.



Mitte der 80er-Jahre des vergangenen Jahrhunderts entdeckten europäische Wissenschaftler ein Loch in der stratosphärischen Ozonschicht über der Antarktis. Die Zerstörung von stratosphärischem Ozon durch vom Menschen hergestellte Substanzen verursacht erhöhte Werte schädlicher ultravioletter Sonneneinstrahlung, die auf die Erdoberfläche trifft. Zwar wurden Emissionssenkungen dieser Substanzen umgesetzt, es wird aber noch einige Zeit dauern, bis die Auswirkungen dieser Senkungen spürbar werden.



In jedem Winter entwickelt sich auch über der Arktis ein Ozonloch, ähnlich dem über der Antarktis. EESD finanzierte das QUILT-Projekt zur Beurteilung der Veränderlichkeit des Ozonlochs über der Arktis. Unter Nutzung der kompletten Ozonsäulen-Messungen des Instrumentationsnetzes SAOZ (Système D’Analyse par Observations Zénithales) schätzte der französische Service d’Aéronomie den gesamten Ozonverlust der letzten drei Winterperioden: 2001-2002, 2002-2003 und 2003-2004.

Ozonvernichtung wird teilweise durch meteorologische Parameter wie Temperatur und Polare Stratosphärenwolken (PSW) verursacht. Folglich fürhte der relativ milde Winter 2001-2002 zu nur 10% Ozonverlust, wohingegen die Reduzierung im bedeutend kälteren Winter 2002-2003 viel ernster (23%) war.

Das Höhenwindfeld dient darüber hinaus auch zur Isolierung und Modifizierung der Form der ozonarmen Luftmassen. Wenn das Ozonloch auf die Polarregion eingegrenzt wird, in die das Sonnenlicht während des Winters nicht vordringt, ist die Gefahr für das Leben an der Oberfläche minimal. Jedoch kann sich das Ozonloch unter bestimmten Umständen, wie sie im Winter 2003-2004 auftraten, in südliche Richtung über sonnenbeschienene Regionen ausdehnen.

Auch die Bewertung von Prognose-Softwaretools fand im Rahmen von QUILT statt. Es wurden zwei dreidimensionale Chemie-Transport-Modelle (CTM) - REPROBUS und SLIMCAT - auf alle arktischen Winterperioden ab derjenigen von 1993-1994 angewandt. So konnte sichergestellt werden, dass eine Vielzahl meteorologischer Bedingungen abgedeckt wurde. Beide Modelle bewiesen ihre Eignung zur genauen Vorhersage der Menge des Ozonverlustes und stellen somit wertvolle Tools für die kommenden Jahre dar.

Dr. Florence Goutail | ctm
Weitere Informationen:
http://nadir.nilu.no/quilt/index.php
http://www.aero.jussieu.fr

Weitere Berichte zu: Arktis Ozonabbaus Ozonloch Ozonverlust Überwachung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Dünenökosysteme modellieren
23.06.2017 | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

nachricht Es wird zu bunt im Gillbach: Weitere nichtheimische Buntbarschpopulation in Deutschland nachgewiesen
22.06.2017 | Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Das Auto lernt vorauszudenken

Ein neues Christian Doppler Labor an der TU Wien beschäftigt sich mit der Regelung und Überwachung von Antriebssystemen – mit Unterstützung des Wissenschaftsministeriums und von AVL List.

Wer ein Auto fährt, trifft ständig Entscheidungen: Man gibt Gas, bremst und dreht am Lenkrad. Doch zusätzlich muss auch das Fahrzeug selbst ununterbrochen...

Im Focus: Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen

Für eine elegante und ökonomische Fortbewegung im Wasser geben Delfine den Wissenschaftlern ein exzellentes Vorbild. Die flinken Säuger erzielen erstaunliche Schwimmleistungen, deren Ursachen einerseits in der Körperform und andererseits in den elastischen Eigenschaften ihrer Haut zu finden sind. Letzteres Phänomen ist bereits seit Mitte des vorigen Jahrhunderts bekannt, konnte aber bislang nicht erfolgreich auf technische Anwendungen übertragen werden. Experten des Fraunhofer IFAM und der HSVA GmbH haben nun gemeinsam mit zwei weiteren Forschungspartnern eine Oberflächenbeschichtung entwickelt, die ähnlich wie die Delfinhaut den Strömungswiderstand im Wasser messbar verringert.

Delfine haben eine glatte Haut mit einer darunter liegenden dicken, nachgiebigen Speckschicht. Diese speziellen Hauteigenschaften führen zu einer signifikanten...

Im Focus: Kaltes Wasser: Und es bewegt sich doch!

Bei minus 150 Grad Celsius flüssiges Wasser beobachten, das beherrschen Chemiker der Universität Innsbruck. Nun haben sie gemeinsam mit Forschern in Schweden und Deutschland experimentell nachgewiesen, dass zwei unterschiedliche Formen von Wasser existieren, die sich in Struktur und Dichte stark unterscheiden.

Die Wissenschaft sucht seit langem nach dem Grund, warum ausgerechnet Wasser das Molekül des Lebens ist. Mit ausgefeilten Techniken gelingt es Forschern am...

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zu aktuellen Fragen der Stammzellforschung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Fraunhofer FKIE ist Gastgeber für internationale Experten Digitaler Mensch-Modelle

27.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Umfangreiche Fördermaßnahmen für Forschung an Chromatin, Nebenniere und Krebstherapie

28.06.2017 | Förderungen Preise

Immunabwehr: Wie Proteine Membranbläschen zusammenbringen

28.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Das Auto lernt vorauszudenken

28.06.2017 | Maschinenbau